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Deutschland / Welt Syrische Armee beendet Waffenruhe
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Syrische Armee beendet Waffenruhe
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17:37 19.09.2016
Suchen Schutz in den Ruinen: Kinder in der Bürgerkriegshochburg Aleppo warten auf Hilfe. Wahrscheinlich vergeblich. Quelle: AFP
Damaskus

Die syrische Armee hat die offiziell Waffenruhe für beendet erklärt. Die Aufständischen hätten ohnehin die Feuerpause „in keinem einzigen Punkt eingehalten“, hieß es in einer von der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana veröffentlichten Erklärung. In verschiedenen Gebieten habe es mehr als 300 Verstöße gegen die Waffenruhe gegeben. Syriens Armee habe dagegen größte Zurückhaltung an den Tag gelegt, hieß es weiter.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete weitere Luftangriffe in mehreren Regionen. Auch die Kämpfe zwischen Armee und Rebellen im Osten von Damaskus seien weitergegangen. Syriens Regime bezeichnet generell alle Gegner als „Terroristen“, auch gemäßigte.

Russland erhebt schwere Vorwürfe

Derweil erhob Russland erhob heftige Vorwürfe gegen die USA. Sie hätten nicht eine der Anfang des Monats ausgehandelten Vereinbarungen eingehalten, erklärte Generalleutnant Sergej Rudskoi vom russischen Generalstab in Moskau. Syriens Machthaber Baschar al-Assad kritisierte den Angriff der US-geführten Koalition auf syrische Truppen am Wochenende als „offene amerikanischen Aggression“, die der IS-Terrormiliz diene. Die syrische Opposition nannte die Feuerpause eine „große Lüge“.

Bei dem Luftangriff der US-Koalition auf die syrischen Truppen waren am Wochenende mehr als 60 Soldaten getötet worden. „All das gefährdet natürlich die Waffenruhe“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Syriens Armee sei die einzige Seite gewesen, die die Feuerpause eingehalten habe.

Luftangriffe auf Aleppo

Allerdings hatte es am Sonntag erstmals wieder Luftangriffe auf Rebellengebiete in der nordsyrischen Großstadt Aleppo gegeben. Außerdem seien bei einem Luftangriff in der Provinz Homs mindestens acht Menschen getötet worden, meldeten die Menschenrechtsbeobachter. In den Gebieten, die unter die Waffenruhe fallen, seien seit deren Beginn 26 Menschen getötet worden, darunter acht Kinder.

Nach sieben Tagen Waffenruhe sollte eigentlich die nächste Stufe der Vereinbarung zwischen den USA und Russland umgesetzt werden. Diese sieht vor, dass beide gemeinsam und koordiniert gegen Terrorgruppen vorgehen, etwa die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) oder die Fatah-al-Scham-Front (früher: Al-Nusra), die eng mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbunden ist.

USA und Russland gegen den IS

Während die Kriegsparteien zu den Waffen greifen, leiden vor allem diejenigen, die nichts für die Auseinandersetzung können: Die Menschen in den von der Außenwelt abgeschnittenen Rebellenhochburgen. Einige LKW vom Roten Kreuz konnten in Rebellengebiete einfahren. Aber alleine in Aleppo warten rund 275.000 Menschen auf Nahrungsmittel, Wasser und ausreichende medizinische Versorgung. UN-Nothilfekoordinator Stephen O’Brien erklärte, es tue ihm weh und er sei enttäuscht, dass die UN-Hilfe den Osten Aleppos noch nicht erreicht habe.

Von RND/dpa/cab

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