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Rüpel-Trump verblüfft alle

TV-Debatte der US-Republikaner Rüpel-Trump verblüfft alle

Ein schöneres Wahlkampfgeschenk könnten sich die Demokraten kaum wünschen. Auch nach dem zweiten TV-Duell klart sich das Bewerberfeld der Republikaner nicht auf. Alle blicken auf Donald Trump, der jenseits aller Regeln die Debatten unter Amerikas Konservativen zu bestimmen scheint.

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Donald Trump (links) gibt sich bewusst agressiv, doch auch in der TV-Debatte hat der Republikaner damit Erfolg.

Quelle: dpa

Simi Valley. Der US-Sender CNN hatte sich im kalifornischen Simi Valley eine eigenwillige Szenerie für das fast dreistündige Fernsehspektakel gewählt, das von mehr als 20 Millionen Zuschauern verfolgt wurde: Hinter dem Podium lag die imposante Hülle der Air-Force-One-Maschine, die einst Ronald Reagan rund um die Welt flog. Der frühere Präsident gilt der "Grand Old Party" nach wie vor als eine Art Übervater, der das Land aus Schwermut und Depression befreite. Über die Schattenseiten seiner Amtszeit verlieren weder die Diskutanten noch die Moderatoren ein Wort. Es herrscht Vorwahlkampf in Amerika. Eine Zeit, in der auf den politischen Bühnen nicht mit dem Florett, sondern eher mit dem Schwert gekämpft wird.

Das gilt besonders für den Umfragekönig Trump. Der 69-Jährige tritt ohne politische Erfahrung, ohne tiefergehende Konzepte und ohne Respekt vor seinen Mitbewerbern an. Aber vielleicht ist es gerade diese Rabaukenhaftigkeit, die seine Anhänger fasziniert: Mit Vorliebe poltert er gegen den etablierten Politikbetrieb in Washington und gegen illegale Zuwanderer. Von seinen frauenfeindlichen Sprüchen will er mittlerweile zwar nichts mehr wissen, aber aus Versehen dürften diese Beleidigungen nicht gefallen sein. Trump gibt offenbar all den Verlierern eine Stimme, die sich von dem schnellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel überrollt fühlen. Auch unmittelbar vor dem TV-Duell führte der eigenwillige Politiker die Umfragen deutlich an.

Anders als beim ersten öffentlichen Streitgespräch der Republikaner gehört dem Selfmademan aus New York City an diesem Mittwoch Abend allerdings nicht allein die Show: Die neun anderen Bewerber und der Moderator scheinen sich einig zu sein in der Ablehnung des politischen Hitzkopfes. Dementsprechend lauten zunächst die Fragen. Zum Beispiel: "Wäre ein Präsident Trump, der dann auch den Oberbefehl über die Nuklearwaffen hätte, eine Gefahr für das Land und die Welt?" Jeb Bush, Bruder des 43. und Sohn des 41. US-Präsidenten, antwortet trocken: "Der Mangel an Urteilsvermögen ist in diesen Zeiten wirklich gefährlich." Scharfzüngig zeigt sich mit Blick auf Trump auch Wisconsins Gouverneur Scott Walker: "Wir brauchen keinen Lehrling im Weißen Haus, wir haben schon einen."

Doch in der direkten Auseinandersetzung mit dem schwerreichen Geschäftsmann besteht letztendlich nur Cara "Carly" Fiorina. Die einstige Geschäftsführerin von Hewlett-Packard (HP) demonstriert an dem Fernsehabend in Kalifornien, wie man trotz all des Klamauks eine seriöse Figur machen kann. Mit strengem Gesichtsausdruck fordert sie ihre Landsleute auf, sich den Fehlentwicklungen in der amerikanischen Gesellschaft entgegenzustemmen - von der hohen Staatsverschuldung bis zum desaströsen Gesundheitssystem. Trump, der sich kurzzeitig in die Ecke gedrängt sieht, kontert kühl mit Hinweis auf Fiorinas turbulenter Karriere bei HP: Wegen ihres Missmanagements seien viele Arbeitnehmer auf der Straße gelandet, so Trump.

 Allzu tiefgründig fallen die Analysen allerdings nicht aus: Angesichts des zehnköpfigen Podiums gestand die CNN-Regie den Bewerbern nur 90 Sekunden zu, um sich persönlich und ihr Programm vorzustellen.

So fällt es in der aufgepeitschten Stimmung des Abends auch kaum auf, dass sich ausgerechnet der Multimilliardär Trump als einziger Aspirant der Konservativen für eine Steuererhöhung bei den Wohlhabenden ausspricht. Es sei schlicht nicht fair, so Trump, dass viele Angehörige der hart arbeitenden Mittelklasse höhere finanzielle Belastungen hätten, als Geschäftsführer großer Firmen oder Hedgefondsmanager.

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