Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Das ist der Terrorverdächtige
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Das ist der Terrorverdächtige
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:59 05.02.2016
Das ist das von der Polizei herausgegebene Foto, das den 34-jährigen Algerier mit Waffen zeigt.
Berlin

Auf dem Bild hält der 34-Jährige eine Pistole in der Hand; neben ihm stehen zwei Schnellfeuergewehre vom Typ Kalaschnikow und ein Zielfernrohr, auf dem Boden liegen Handgranaten und Magazine. Das Gesicht des bärtigen Mannes ist unkenntlich gemacht. Bisherigen Ermittlungen zufolge habe er sich im Kampfgebiet in Syrien aufgehalten, teilte die Polizei am Freitag mit. Es gebe weitere Bilder, die dies belegten.

Der 34-jährige Algerier steht im Verdacht, Kopf einer islamistischen Terrorzelle zu sein, die möglicherweise einen Anschlag in Deutschland vorbereiten wollte. Die Behörden hatten Informationen zu möglichen Anschlagsplänen für Deutschland, konkret für Berlin bekommen. Daraufhin zerschlugen sie am Donnerstag eine mutmaßliche Terrorzelle in Berlin und im Sauerland. Auch in Hannover schlugen die Ermittler zu.

Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei haben unter anderem eine Wohnung in Vahrenwald durchsucht.

Nach Informationen des "Spiegel" posiert der Verdächtige auf einem der Bilder neben Leichen. Zudem gebe es ein Foto, das ihn beim Essen mit einer Person aus dem Umfeld der Attentäter zeige, die für die Pariser Terrorserie im November verantwortlich sein sollen. Dem Bericht zufolge ist der gebürtige Algerier am 28. Dezember mit gefälschtem Pass als syrischer Flüchtling nach Deutschland eingereist.

Schickte die IS zwei Terrorverdächtige nach Deutschland?

Die beiden im Sauerland verhafteten Terrorverdächtigen sind möglicherweise gezielt von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nach Deutschland geschickt worden, um Attentate zu verüben. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen vom Freitag gehen die Ermittler entsprechenden Indizien nach. Einen Beleg dafür haben sie demnach aber nicht. Die Fahnder erhoffen sich weitere Hinweise von der Auswertung von Computern und Mobiltelefonen, die sie zuvor bei der Anti-Terror-Razzia sichergestellt hatten.

Das im Sauerland unter Terrorverdacht festgenommene algerische Ehepaar nutzte mehrere Alias-Identitäten. Der 34 Jahre alte Hauptverdächtige trat mit mindestens drei falschen Familiennamen auf, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfuhr. Seine 27 Jahre alte Ehefrau, die genau wie er am Donnerstag in einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Attendorn festgenommen wurde, nutzte demnach mindestens eine Alias-Identität.

"Wir haben bei den Terroranschlägen in Paris vom 13. November gesehen, dass der IS bewusst Terroristen unter den Flüchtlingen einschleusen will und eingeschleust hat", sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen im ZDF-"Morgenmagazin". "Danach haben wir auch wiederholt gesehen, dass Terroristen - man kann sagen camoufliert, verdeckt - als Flüchtlinge eingeschleust werden."

Festgenommene bleiben in Gewahrsam

Der Hauptverdächtige und seine Frau bleiben vorerst in Haft. Am Freitag erließ das Amtsgericht in Dortmund eine "Festhalteanordnung". Hintergrund ist eine Interpol-Fahndung der algerischen Behörden wegen Mitgliedschaft des Paares in der Terrororganisation IS.

Dem in Berlin Festgenommenen wurde ein Haftbefehl wegen Urkundenfälschung verkündet. Er hatte Deutschland 2013 verlassen und kehrte ein Jahr später mit falschen französischen Personalien zurück. Danach trat er mehrfach unter unterschiedlichen Identitäten auf.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Neue Runde im Tauziehen um Julian Assange: UN-Experten erklären, er sei Opfer illegaler Inhaftierung. Dass er nun sein Botschaftsexil in London als freier Mann verlassen kann, ist unwahrscheinlich.

05.02.2016

Nach rund fünf Jahren Krieg sind unzählige Syrer auf Hilfe angewiesen. Mehr als 4,5 Millionen haben sich in die Nachbarländer geflüchtet. Mehrere Staaten sicherten ihnen jetzt eine milliardenschwere Unterstützung zu. Allein Deutschland versprach 2,3 Milliarden Euro.

04.02.2016

Eine UN-Arbeitsgruppe hat das Festsitzen von Wikileaks-Gründer Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London als illegal bewertet. Das sagte ein Sprecher des schwedischen Außenministeriums in Stockholm am Donnerstag.

04.02.2016