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Terroranschlag auf Luxushotel in Burkina Faso

27 Tote Terroranschlag auf Luxushotel in Burkina Faso

Jetzt hat der islamistische Terror auch das bislang als sicher geltende Burkina Faso erreicht. Vermummte Angreifer brachten über Stunden ein bei Ausländern beliebtes Luxushotel in ihre Gewalt. Anscheinend sind dabei 27 Menschen gestorben.

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Sicherheitskräfte nahe dem Anschlagsort.

Quelle: dpa

Ouagadougou. Sicherheitskräfte in Burkina Faso haben das von mutmaßlich islamistischen Terroristen attackierte Luxushotel unter ihre Kontrolle gebracht und 126 Geiseln befreit. Drei Angreifer seien tot und 33 der Geiseln verletzt, sagte Innenminister Simon Compaoré am Samstag. Einige aus dem "Hotel Splendid" in der Hauptstadt Ouagadougou befreite Personen würden noch verhört.

Ein Krankenhausmitarbeiter hatte der Deutschen Presse-Agentur zuvor gesagt, bei dem Angriff der Terroristen am Freitagabend seien rund 20 Menschen getötet und mehrere schwer verletzt worden. Der französische Botschafter gab die Zahl der Toten mit 27 an.

Burkino Faso: Das Land der "Unbestechlichen"

Das westafrikanische Burkina Faso ist eines der ärmsten Länder der Welt. Zuschüsse und Auslandskredite machen rund 70 Prozent des Staatshaushaltes aus. In dem rohstoffarmen Binnenland am Rand der Sahel-Zone leben knapp 19 Millionen Menschen meist von der Landwirtschaft. Die Fläche entspricht etwa der von Großbritannien. Die vorherrschende Religion ist der Islam; es gibt eine starke christliche Minderheit.

Das Land war bis 1960 als Obervolta Teil Französisch Westafrikas. 1984 erfolgte die Umbenennung in Burkina Faso, was mit "Vaterland der Ehrenwerten" oder "Land der Unbestechlichen" übersetzt wird. Nach 27 Amtsjahren trat Präsident Blaise Compaoré nach Unruhen 2014 ab. Die Übergangsregierung musste 2015 einen Putsch überstehen; am 30. November 2015 kehrte das Land mit der Wahl Roch Marc Karborés zum Präsidenten zur Demokratie zurück.

Die vermummten Attentäter hatten ihren Angriff im Geschäftszentrum Ouagadougous am Freitagabend gegen 19.30 Uhr Ortszeit (20.30 Uhr MEZ) begonnen. Nach bisherigen Erkenntnissen eröffneten sie zunächst das Feuer im Restaurant "Cappuccino" und griffen dann das gegenüberliegende Hotel an, das mit 147 Zimmern zu den größten der Stadt gehört.

Soldaten durchkämmten am Samstagmorgen systematisch andere Gebäude, die ebenfalls an der Avenue Kwamé Nkrumah liegen, darunter auch das nahe "Hotel Ybi". An der Erstürmung des "Hotel Splendid" sollen Berichten zufolge auch herbeigeeilte Soldaten der früheren Kolonialmacht Frankreich beteiligt gewesen sein. 

Laut der US-Organisation Site, die Dschihadisten-Propaganda analysiert, bekannte sich die Terrorgruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI) zu der Attacke. Die islamistischen Angreifer hätten sich nach eigenen Angaben verschanzt und würden gegen "Feinde der Religion" kämpfen, hieß es. AQIM sprach demnach von 30 getöteten "Kreuzzüglern". Besonders viele Opfer gab es nach ersten Erkenntnissen in dem Restaurant.

Internationale Unterstützung

Frankreichs Präsident François Hollande sprach von einem feigen Terrorakt und sagte seinem burkinischen Kollegen Marc Christian Kaboré nach Elysée-Angaben "volle Unterstützung" und die Hilfe französischer Einsatzkräfte zu. 

Das westafrikanische Burkina Faso galt bislang als relativ sicheres Land. Der arme Binnenstaat grenzt allerdings an Mali, wo vor allem im nördlichen Sahara-Gebiet radikale Islamisten aktiv sind. Der Angriff vom Freitag erinnerte auch stark an eine ähnliche Attacke vor knapp zwei Monaten in Malis Hauptstadt Bamako. Dort hatten sunnitische Fundamentalisten viele Menschen in einem bei Ausländern beliebten Hotel, dem "Radisson Blu", als Geiseln genommen. Rund 20 Menschen wurden getötet. Auch für diese Tat wurden mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Islamistengruppen verantwortlich gemacht.

Burkina Fasos Langzeitpräsident Blaise Compaoré floh nach anhaltenden Massenprotesten im Oktober 2014 außer Landes. Auf ihn folgte eine von Michel Kafando geführte Übergangsregierung, die im September mit Mühe und Not einen Militärputsch durchstand. Im November fanden erstmals wieder freie Wahlen statt, aus denen der siegreiche Oppositionspolitiker und frühere Regierungschef Kaboré als neuer Präsident hervorging.

Das Land ist der größte Baumwollproduzent Afrikas und hat auch reiche Goldvorkommen. Dennoch gehört der Binnenstaat, der unter anderem an Mali, Ghana, den Niger und die Elfenbeinküste grenzt, einem umfassenden UN-Index zufolge unter den fünf ärmsten Ländern der Welt.

dpa

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