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Deutschland / Welt „Terroristen“ – Höcke denkt an Rache
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20:45 25.11.2017
Björn Höcke, AfD-Fraktionsvorsitzender im Thüringer Landtag Quelle: imago stock&people
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Leipzig

Der AfD-Politiker Björn Höcke hat sich erstmals persönlich über die gegen ihn gerichtete Kunstaktion des „Zentrums für politische Schönheit“ (ZPS) geäußert. Bei einer Rede in Leipzig bezeichnete er das ZPS als „terroristische Vereinigung“ und als „Nazis“. Die Aktionskünstler hatten in Höckes Wohnort Bornhagen das Nachbargrundstück angemietet und ihn dort monatelang observiert. Seit Mittwoch stehen 24 Stelen in Höckes Nachbargarten, die dem Berliner Holocaust-Mahnmal nachempfunden sind.

Höcke erging sich in seiner Rede vor gut 250 Anhängern bei der Konferenz des verschwörungstheoretischen „Compact“-Magazins auch in Rachephantasien gegen den Leiter des ZPS, Philipp Ruch. „Natürlich könnten wir Gleiches mit Gleichem vergelten. Wir haben die Mittel, auch ihn und seine Familie zu observieren. Wir könnten sofort damit beginnen“, sagte er unter Beifall. „Aber das ist etwas, was wir nicht tun dürfen“, ergänzte er dann.

„Wer hat Informationen, die zur Ergreifung von Landolf Ladig führen?“

Das ZPS hat unterdessen angekündigt, nicht mehr auf einem Kniefall Höckes vor dem Mahnmal-Nachbau zu bestehen und statt dessen bald belastendes Material zu veröffentlichen. „Unverbesserliche können wir auch nicht ändern.“ Gegen die Bezeichnung des ZPS als „Terroristen“ will Ruch nicht juristisch vorgehen. „Wir werden damit werben. Wenn Höcke uns für eine terroristische Vereinigung hält, haben wir alles richtig gemacht. Das ist ein Gütesiegel“, teilte Ruch dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) mit.

Mittlerweile sind in Höckes Heimatort Flyer aufgetaucht, die für neuen Zündstoff sorgen könnten. Auf den Flyern groß das Gesicht vom AfD-Mann abgedruckt steht daneben geschrieben: „Wer kennt diesen Mann?“ „Wer hat Informationen, die zur Ergreifung von Landolf Ladig führen?“. Vermutlich eine weitere Aktion des ZPS. Sie wollen aufdecken, dass Björn Höcke unter dem Alias Landolf Ladig Texte für die NPD verfasst. Auf dem Schreiben soll auch eine Belohnung für „journalistisch verwertbare“ Hinweise ausgeschrieben sein. Die Aktivisten haben mittlerweile die Kündigung zum 31. Dezember für das Grundstück neben dem Höcke-Wohnhaus bekommen. Der Vermieter habe nicht gewusst, was die Aktivisten planen.

Von Jan Sternberg/fw/RND

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