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Polizei geht mit Elektroschocker auf Streife

Probelauf in Berlin Polizei geht mit Elektroschocker auf Streife

Stromschlag statt Kugel: In Berlin werden Polizisten bald mit Elektroschockern auf Streife gehen – damit sie im Ernstfall nicht mehr unbedingt zur Schusswaffe greifen müssen.

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In Berlin werden Polizisten am Alexanderplatz und auf der Friedrichstraße bald mit Tasern auf Streife gehen (Symbolbild).

Quelle: Rainer Jensen/dpa

Berlin. Berliner Polizisten werden bald mit Elektroschock-Waffen auf Streife gehen, vorerst aber nur am Alexanderplatz und in der Friedrichstraße. Sie sollen dadurch die Möglichkeit haben, in kritischen Situationen sich zu wehren, ohne dass sie direkt zur Pistole greifen müssen.

Zunächst werden die Beamten im Oktober und November an den Tasern ausgebildet, wie ein Sprecher der Berliner Polizei am Donnerstag auf Anfrage erklärte. Voraussichtlich ab Ende des Jahres werden die Polizisten dann mit Taser auf Streife gehen.

Henkel: Taser können Leben retten

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) hatte am Mittwoch einen dreijährigen Probelauf angekündigt. Taser erweiterten die Möglichkeiten, kritische Situationen aufzulösen, und sie könnten Leben retten, sagte der Politiker zur Begründung.

Politiker anderer Parteien kritisierten den Schritt als Wahlkampf und beklagten eine Instrumentalisierung der Polizei. Henkel ist CDU-Spitzenkandidat bei der Abgeordnetenhauswahl am 18. September und setzt im Wahlkampf stark auf das Thema Sicherheit.

SEK berichtet von positiven Erfahrungen

Er argumentiert etwa mit dem Angriff eines Verwirrten im Neptunbrunnen am Alexanderplatz 2013, als ein Polizist einen tödlichen Schuss abfeuerte. In solchen Situationen könne ein Taser helfen: Menschen können für Sekunden außer Gefecht gesetzt und überwältigt werden.

In Deutschland ist das Thema umstritten. Die Spezialeinsatzkommandos (SEK) in vielen Bundesländern verwenden die Taser schon länger, Streifenpolizisten bisher nicht.

Polizei-Gewerkschaft reagiert skeptisch

Berliner SEKs verfügen seit 2001 über Taser. Seitdem kamen sie nach Polizeieingaben 23 Mal zum Einsatz, davon in 18 Fällen bei Menschen mit Suizidabsicht. Die Erfahrungen seien positiv, hieß es. Vertreter der Gewerkschaft der Polizei (GdP) und des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) äußerten sich dennoch zurückhaltend. Elektroschocker seien kein Alheilmittel, sagten sie der "Berliner Zeitung".

Henkel erhält aber auch Zustimmung. Wenn den Polizisten im Fall einer Bedrohung "nur die Wahl zwischen laschem Pfefferspray, unhandlichem Knüppel und Schusswaffe bleibt, wird im schlimmsten Fall Blut fließen", kommentierte der "Tagesspiegel". "Wer also kopflos gegen Taser polemisiert, sollte sich fragen, ob das die bessere Altersative ist."

dpa/RND/wer

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