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Deutschland / Welt Thierse und Schwan regen Kenia-Koalition an
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Thierse und Schwan regen Kenia-Koalition an
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14:15 24.11.2017
Spricht sich für eine Kenia-Koalition aus: Gesine Schwan. Quelle: dpa
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Berlin

Zwei namhafte SPD-Politiker haben sich nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen für die Bildung einer Kenia-Koalition ausgesprochen. Dies sei ein „kreativer Ausweg aus der gegenwärtig schwierigen Lage“ heißt es in einem offenen Brief, den die Sozialdemokraten Wolfgang Thierse und Gesine Schwan an den Parteivorsitzenden Martin Schulz und Fraktionschefin Andrea Nahles geschrieben haben.

In dem Schreiben, das der Berliner Zeitung vorliegt, weisen Thierse und Schwan auf inhaltliche Möglichkeiten eines Bündnisses aus CDU/CSU, SPD und Grünen hin, die eine Große Koalition bisher nicht geboten hätte. „Zusammen mit den Grünen könnten die Chancen dafür besser stehen“, heißt es. Allerdings müsse ein solches Bündnis wie eine Minderheitsregierung als „Übergangslösung verstanden und praktiziert werden“, zitierte die Zeitung.

Grüne reagieren ablehnend

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter erteilte einer solchen Verbindung jedoch bereits am Morgen eine Absage. Er halte eine Kenia-Koalition für wenig sinnvoll, sagte er im ZDF-Morgenmagazin. „Ich finde den Vorteil sehr begrenzt. SPD, CDU und CSU hätten eine dicke Mehrheit“, so Hofreiter. Die beste Lösung wäre aus seiner Sicht nach wie vor eine Jamaika-Koalition. Alle anderen Optionen seien „weit weg von optimal, also ganz weit weg“, sagte der Grünen-Politiker. „So aus dem momentanen Bauchgefühl glaube ich sogar, dass eine Minderheitsregierung das Beste wäre, aber gut sind sie alle nicht.“

Parteichef Cem Özdemir sagte dem SWR: „Dann wären die Grünen ja nur noch mal zusätzlich dabei, aber eigentlich braucht man sie nicht zwingend.“ Auch Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt zeigte sich wenig begeistert. „In eine Koalition zu gehen, in der man nicht gebraucht wird numerisch, das ist natürlich ein absolutes Vabanquespiel“, sagte sie dem Sender Radio Eins.

Von RND/sag

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