Frank-Walter Steinmeier
Jeder dritte Wähler wisse noch nicht, welche Partei er wählen solle.
Unter ihnen macht Güllner große Potenziale für die SPD aus: „Unter den Unentschlossenen sind derzeit mehr Menschen, die 2005 SPD gewählt haben, als Wähler anderer Parteien. Deswegen hat die SPD gewisse Wählerreserven wie schon 2002 und 2005.“ So gesehen habe die SPD von allen Parteien im Wahlkampf das größte Entwicklungspotenzial.
Den Ausgangspunkt, von dem aus die SPD am Wochenende ihre Aufholjagd starten will, findet Forsa allerdings weit unten. In der jüngsten Umfrage für „stern“ und RTL liegen die Sozialdemokraten bei 24 Prozent. Die SPD nimmt das schulterzuckend zur Kenntnis. Als „güllnersche Standardabweichung“ werden in der Partei diese Umfrageergebnisse bespöttelt, die für die Sozialdemokraten immer wieder um ein paar Prozentpunkte schlechter ausfallen als die anderer Institute. In der Parteiführung erklärt man sich die ständige Abweichung nach unten mit dem angeblichen Groll darüber, dass Forsa von der SPD keine Aufträge mehr erhalte. Güllner wiederum hat einmal erklärt, er habe in 20 Jahren „ganze zwei Aufträge bekommen“.
Es gibt für die SPD also die vage Hoffnung auf die Schwankenden im Wahlvolk. Doch darüber hinaus hat Forsa wieder keine gute Nachrichten für die Partei und ihren Spitzenkandidaten. Obwohl er in den vergangenen Tagen hier und da in die Offensive gegangen ist und zu verstehen gegeben hat, er könne „Kanzler“ besser als die Amtsinhaberin, ist Außenminister Frank-Walter Steinmeier auf den niedrigsten Wert in der Gunst der Deutschen seit seiner Berufung zum SPD-Kanzlerkandidaten im September gefallen. Der Vizekanzler sank um zwei Punkte auf 22 Prozent. Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU) konnte dagegen um einen Punkt auf 51 Prozent zulegen.
Die Unionsparteien können allerdings weiterhin von den positiven Werten der Kanzlerin nicht profitieren. CDU und CSU sanken gar erneut um einen Punkt auf 35 Prozent. Die FDP kam auf unverändert 16 Prozent. Immerhin wäre eine schwarz-gelbe Koalition weiterhin möglich. Die Linkspartei legte um einen Punkt auf elf Prozent zu. Die Grünen lagen unverändert bei zehn Prozent.
Sie verdienen Millionen - oft sogar dann, wenn das Geschäft nicht gut läuft: Deutschlands Konzernchefs kassierten auch im Krisenjahr 2009 kräftig. Boni fließen zwar nicht mehr so üppig wie früher, doch Kritiker vermissen Bescheidenheit. mehr
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