Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Fall Cox: Was wir über das Attentat wissen

Tödlicher Angriff auf Labour-Abgeordnete Fall Cox: Was wir über das Attentat wissen

Nach dem Attentat auf die britische Labour-Abgeordnete Jo Cox sind immer noch viele Fragen offen: Was war das Motiv des mutmaßlichen Täters? Welche politischen Konsequenzen hat der tödliche Angriff? Was wir bisher über das Verbrechen wissen, lesen Sie hier.

Voriger Artikel
Tatverdächtiger war wohl psychisch krank
Nächster Artikel
Bundesrat setzt Herkunftsländer-Entscheidung ab

Die britische Labour-Abgeordnete Jo Cox starb am Donnerstag nach einem Angriff.

Quelle: Jon Super/Montage

London. Der Mord an der britischen Parlamentsabgeordneten Jo Cox hat das Königreich und die Welt geschockt. Das Verbrechen fällt mitten in den Endspurt der Brexit-Debatte. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Umfeld der Tat.

Wer ist der Mann, der die Politikerin umbrachte?

Die Polizei hat am Tatort einen 52 Jahre alten Mann festgenommen. Es werde nicht nach weiteren Verdächtigen gesucht, hieß es - die Polizei ist sich sicher, den richtigen zu haben. Nachbarn in der Reihenhaussiedlung beschrieben den Mann als unauffälligen Einzelgänger. Er soll seit Jugendtagen im selben Haus wohnen. Er soll keinen Job haben, hin und wieder aber Gartenarbeiten für Nachbarn erledigt haben. "Ein Mann von wenig Worten", sagte ein Nachbar der BBC. Die Polizei untersucht mögliche Verbindungen zur rechtsradikalen Szene wie auch mögliche psychische Probleme.

Eine Woche vor dem Referendum über die Mitgliedschaft Großbritanniens in der EU ist die britische Labour-Abgeordnete Jo Cox (41) von einem Mann getötet worden. Er schoss mehrmals auf sie und stach anschließend auf sie ein. Sicherheitskräfte nahmen den Angreifer fest. Das Motiv für die Tat sei unklar, erklärte die Polizei.

Zur Bildergalerie

Was war sein Motiv?

Das ist noch unklar. Britische Medien berichteten, der Mann soll bei seiner Festnahme die Worte "Britain First" gerufen haben. Dies ist aber von der Polizei nicht bestätigt. Sollte es sich bewahrheiten, könnte es in Richtung einer politischen Motivation deuten. "Britain First" ist der Name eine rechtsradikalen Partei in Großbritannien. Es könnte aber auch in Bezug auf Cox' Engagement für Flüchtlinge oder sogar in Richtung Brexit-Debatte gemeint gewesen sein. Dies sind bisher alles Spekulationen, die Untersuchungen der Polizei sind erst am Anfang.

Wofür stand Jo Cox?

Die 41-Jährige galt als besonders engagierte und selbstlose Abgeordnete. Sie hat früher für Hilfsorganisationen gearbeitet. Cox setzte sich für die Aufnahme von Flüchtlingen aus Syrien ein. Sie machte Front gegen den Einsatz von Kindersoldaten und für die Landbevölkerung in Afghanistan. Jo Cox war aber auch eine entschiedene Kritikerin der herkunftsorientierten britischen Klassengesellschaft. BBC-Politikchefin Laura Kuenssberg sagte über Cox: "Wenn man sie traf, hat das einem den Tag besser gemacht."

Was bedeutet das Verbrechen für den Wahlkampf vor dem Brexit-Referendum?

Sowohl das "Remain"-Lager, das den Verbleib Großbritanniens in der EU favorisiert, als auch die Brexit-Befürworter haben ihren Wahlkampf vorerst ausgesetzt. Premierminister David Cameron sagte eine Kundgebung in Gibraltar ab. Für wie lange dies gilt, ist unklar. Zunächst wurden keine Stimmen laut, die eine Absetzung oder Verschiebung des Referendums forderten.

Hat der Mord Einfluss auf den Ausgang eines Brexit-Referendums?

Auch das ist noch völlig unklar. Tatsache ist, dass die Debatte zuletzt extrem aufgeheizt war und höchst emotional geführt wurde. Im Angesicht des schrecklichen Verbrechens dürften zumindest Einige wieder mehr Vernunftargumente in den Vordergrund stellen und einsehen, dass Fanatismus im gesellschaflichen Diskurs fehl am Platze ist.

Hat Großbritannien ein Problem beim Schutz seiner Parlamentarier?

Der letzte Mord an einem Unterhaus-Abgeordneten liegt 26 Jahre zurück. Damals wurde der konservative Ian Gow von nordirischen Terroristen getötet. Aber: Das Innenministerium hatte erst im Januar einen Studie veröffentlicht, wonach Parlamentarier häufig Opfer von Angriffen werden. Vier von fünf hätten bereits Erfahrungen mit gewaltätigen oder zumindest belästigenden Angriffen oder Bedrohungen gemacht, jeder fünfte sei bereits tätlich angegriffen worden. 36 Abgeordnete hätten sogar angeben, Angst zu haben, wenn sie sich öffentlich zeigen.

dpa/RND

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Aussage vor Gericht
Foto: Der Blick auf den Westminster Magistrates Court in London.

Er betrat das Gerichtsgebäude in einer Jogginghose und gab Phrasen wie: "Tod den Verrätern, Freiheit für Großbritannien" von sich: Der mutmaßliche Mörder der britischen Abgeordneten Jo Cox sorgte am Sonnabend in London für skurrile Szenen. Möglicherweise ist er geistig verwirrt.

mehr
Mehr aus Deutschland / Welt

Die Wahl ist entschieden: Donald Trump wird der 45. Präsident der USA. Auf unserer Themenseite finden Sie aktuelle Berichte, Analysen und Hintergrundinformationen zur Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. mehr

CDU-Parteitag in Hameln

Zum Landesparteitag der niedersächsischen CDU in Hameln haben sich rund 450 Delegierte versammelt, um über einen Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2018 zu entscheiden. Sie nominierten einstimmig Bernd Althusmann.

Die Karikatur des Tages

So sehen unsere Karikaturisten die Welt.