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Tote und Verletzte bei Anschlag in Oslo

Norwegen Tote und Verletzte bei Anschlag in Oslo

Eine Bombenexplosion hat am Freitag das Regierungsviertel von Oslo erschüttert. Es gab mehrere Tote und Verletzte, Bilder vom Anschlagsort zeigten verwüstete Gebäude und Straßen. Wenig später wurde auch ein Jugendlager der Arbeiterpartei von Norwegens Ministerpräsident Stoltenberg angegriffen – die Polizei bestätigte einen Zusammenhang zu dem Bombenanschlag in Oslo.

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Auf den Straßen im Osloer Stadtzentrum lagen nach Zeugenangaben zahlreiche blutüberströmte Menschen.

Quelle: rtr

Oslo. Bei einem Terroranschlag in der norwegischen Hauptstadt Oslo sind am Freitag nach Polizeiangaben mindestens sieben Menschen getötet und mindesten 15 Menschen verletzt worden. Die Explosion einer Bombe verwüstete im Regierungsviertel mehrere Gebäude, darunter eines, in dem sich das Büro von Ministerpräsident Jens Stoltenberg befindet. Der Regierungschef sei jedoch nicht verletzt worden, berichteten örtliche Medien. Augenzeugen sprachen von einer Autobombe, die Polizei bestätigte jedoch lediglich, dass es sich um einen Sprengsatz gehandelt habe, berichtete die Nachrichtenagentur NTB.

Auch die Zentrale der Boulevardzeitung "VG" wurde teilweise zerstört und evakuiert. Der Hintergrund des Anschlags war zunächst unklar. Auch Hinweise auf die Täter gab es anfangs nicht. Die Zeitung "Dagbladet" berichtete online, die Ermittler gingen davon aus, dass das Öl- und Energieministerium (OED) das Ziel des Attentats war. "Es sieht aus, als ob es direkt vor unseren Büros passierte", sagt Håkon Smith-Isaksen vom OED.

Die Polizei befürchte zunächst, es könnte noch weitere Bomben gegeben haben. Teile der Innenstadt wurden gesperrt. Die Menschen wurden im Rundfunk aufgefordert, der Gegend fernzubleiben. Nach dem Bombenanschlag im Regierungsviertel ordnete die Polizei auch eine Räumung des Hauptbahnhofs an. Dies berichtete der staatliche Rundfunksender NRK am späten Freitagnachmittag. Auch der Fernsehsender TV2 wurde evakuiert, schrieb die Zeitung "Dagbladet". Es sei eine verdächtige Tasche gefunden worden.

Eine schwere Explosion hat am 22. Juli 2011 das Regierungsviertel der norwegischen Hauptstadt Oslo erschüttert, es gab Tote und Verletzte.

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"Die Leute stehen unter Schock, viele wurden ins Krankenhaus gebracht", sagte der Organist des Osloer Doms, Magne Draagen, der Nachrichtenagentur dpa. Gegen 15.30 Uhr schreckte ein großer Knall die Bürger Oslos auf. "Das ganze Gebäude wurde erschüttert, wir glaubten es sei ein Erdbeben", sagte ein Reporter des staatlichen Rundfunks NRK, der sich neben dem beschädigten Regierungsgebäude befand.

Das Fernsehen zeigte Bilder von einer völlig zerstörten Hausfassade, aus der Rauch aufstieg. Der Boden war mit Glassplittern zerstörter Fensterscheiben und Trümmerteilen übersät. Mitarbeiter der Tageszeitung "Aftenposten" berichteten von Opfern, die blutend auf der Straße lagen. Bilder der NRK-Homepage zeigten, wie sich Sanitäter um Verletzte auf dem Bürgersteig kümmerten. Rettungskräfte brachten eine Frau in Sicherheit, deren blondes Haar blutverschmiert war. Passanten beugten sich über Verletzte und leisteten ebenfalls Erste Hilfe. Polizei und Rettungskräfte versuchten am Abend noch, sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen.

Zweiter Anschlag nahe Oslo

Kurz nach dem verheerenden Bombenanschlag ist auch ein Jugendlager der Arbeiterpartei von Ministerpräsident Jens Stoltenberg angegriffen worden. Ein als Polizist getarnter Mann habe das Feuer eröffnet und mehrere Menschen getötet und zahlreiche verletzt, berichtete der TV-Sender NRK. Die Polizei habe eine Person festgenommen. Es besteht laut Polizei ein direkter Zusammenhang zum Bombenanschlag in Oslo.

Der Regierungschef hält seinen Aufenthaltsort derzeit geheim. "Das ist sehr ernst", beschrieb Stoltenberg in einem Telefonat mit dem Fernsehsender TV2 die Lage. Zugleich nannte er es zu früh, um zu sagen, ob es sich um einen Terroranschlag gehandelt habe. Auf Anraten der Polizei wollte der Regierungschef nicht mitteilen, wo er sich aufhält. Er versicherte, alle Minister seines Kabinetts seien nach dem Anschlag auf einen Gebäudekomplex mit Regierungsbüros unversehrt.

Das Nato-Mitglied Norwegen war in der Vergangenheit öfters Ziel von Drohungen des Islamisten-Netzwerks Al Kaida wegen seiner Beteiligung am internationalen Afghanistan-Einsatz. Zudem nimmt Norwegen an dem Einsatz gegen Libyens Machthaber Muammar Gaddafi teil, der mit Anschlägen in Europa gedroht hatte. Ein Mitarbeiter von Control Risks, einer Fachagentur für Sicherheitsrisiken, sagte in einer ersten Einschätzung: "Es ist sehr schwer zu sagen, was passiert ist. Es gibt sicherlich keine norwegischen Terroristengruppen, auch wenn es einige Festnahmen mit Al-Kaida-Bezug in der vergangenen Zeit gegeben hat." Es sei zu früh, um irgendwelche Rückschlüsse aus der Explosion zu ziehen.

dpa/rtr/frs

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