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Deutschland / Welt Trump: „Konzentrieren Sie sich nicht auf mich“
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Trump: „Konzentrieren Sie sich nicht auf mich“
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11:16 30.11.2017
US-Präsident Donald Trump Quelle: AP
Washington

US-Präsident Donald Trump hat die britische Premierministerin Theresa May wegen Kommentaren über zuvor von Trump verbreiteten islamfeindlichen Videos kritisiert. May solle sich lieber auf Terrorismus in Großbritannien konzentrieren und nicht auf ihn, schrieb Trump am Mittwoch (Ortszeit) auf Twitter. „Uns geht es gut!“, schrieb Trump.

Der US-Präsident setzte seinen Tweet zudem erst an das falsche Konto gerichtet ab. Statt @theresa_may schrieb Trump an @theresamay, der Account gehört jedoch einer anderen Nutzerin als der britischen Premierministerin. Nachdem der Fehler aufgefallen war, wiederholte Trump die Nachricht mit dem richtigen Account-Namen.

Trump hatte zuvor auf seinem Twitter-Konto Aufnahmen verbreitet, die von der rechtsgerichteten britischen Politikerin Jayda Fransen gepostet wurden. Kommentare gab er dazu nicht. Ein Sprecher von Premierministerin Theresa May nannte Trumps Aktion einen Fehler.

Fransen ist stellvertretende Vorsitzende der Organisation Britain First, die nach eigenen Angaben eine Islamisierung Großbritanniens ausgemacht hat und christliche Werte verteidigen will. Die Gruppe agitiert unter anderem mit Aktionen gegen Moscheen und Videos angeblicher Gewalt von Muslimen, die aber nicht belegt werden.

„Egal, ob es ein echtes Video ist, die Bedrohung ist echt“

Die drei Videos tragen die Titel „Islamistischer Mob stößt Jugendlichen vom Dach und erschlägt ihn“, „Muslim zerstört Statue der Jungfrau Maria“ und „Muslimischer Migrant schlägt niederländischen Jungen mit Krücken“. Recherchen ergaben, dass das erste Video 2013 in Ägypten bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen rund um die Absetzung des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi aufgenommen wurde. Die Täter wurden zum Tode verurteilt.

Die zweite Aufnahme stammt nach Angaben des Memri-Instituts in den USA ebenfalls von 2013, wurde in Syrien gemacht und vom Al-Kaida-Ableger Nusra-Front verbreitet. Das dritte Video kursierte im Mai dieses Jahres in den Niederlanden, wie die Zeitung „De Telegraaf“ berichtete.

Mays Sprecher James Slack sagte, Britain First verbreite hasserfüllte Erzählungen, hausiere mit Lügen und schüre Spannungen. Es sei falsch, so etwas weiter zu verbreiten. Trumps Staatsbesuch werde jedoch nicht abgesagt. Großbritannien gilt als ein enger Verbündeter der USA. May und Trump verstanden sich bisher relativ gut.

Trumps Sprecherin Sarah Huckabee Sanders sagte, der Präsident habe mit den Retweets sagen wollen, dass er für starke Grenzen und eine starke Nationale Sicherheit sei. Auf die Frage, ob Trump den Inhalt von Videos nicht besser prüfen sollte, bevor er sie weiter verbreite, sagte Huckabee Sanders: „Egal, ob es ein echtes Video ist, die Bedrohung ist echt“. May und andere Politiker wüssten das. Trump wolle über die Bedrohung sprechen.

Von RND/dpa