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Trump nominiert nächsten General – und eine Wrestling-Unternehmerin

Kabinett des künftigen US-Präsidenten Trump nominiert nächsten General – und eine Wrestling-Unternehmerin

Das Kabinett des nächsten US-Präsidenten nimmt weiter Formen an. Bei der Besetzung folgt Donald Trump seiner bisherigen Linie: Ein General soll die Grenze sichern, ein Kohlefreund wird für die Umwelt zuständig. Ebenfalls dabei – eine Wrestling-Unternehmerin.

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Hat bereits viele Posten vergeben: Der künftige US-Präsident Donald Trump.

Quelle: dpa

New York. Donald Trump vervollständigt weiter rasch sein Kabinett. Ex-General John Kelly soll in der Regierung des nächsten US-Präsidenten Heimatschutzminister werden. Neben Sicherheitsberater Michael Flynn und Trumps Kandidat als Verteidigungsminister, James Mattis, wäre Kelly dort bereits der dritte General. Gleichzeitig wäre Kelly der erste Nicht-Zivilist an der Spitze des 2001 ins Leben gerufenen Heimatministeriums, das wegen eines breiten Aufgabenzuschnitts von der Grenzsicherung bis zur Terrorabwehr als komplizierte Behörde gilt.

Zum Chef der mächtigen US-Umweltschutzbehörde EPA macht Trump Scott Pruitt (48), einen engen Vertrauten der Kohle- und Ölindustrie. Nach Einschätzung der „New York Times“ unterstreicht die Nominierung von Pruitt Trumps Absicht, die Errungenschaften seines Vorgängers Barack Obama in Sachen Klimaschutz abzubauen.

Am Mittwoch hatte Trump zuletzt die Wrestling-Unternehmerin Linda McMahon in sein Kabinett berufen. Die 68-Jährige soll in der Regierung für den Mittelstand zuständig sein, wie Trump bekanntgab.

Der neue Heimatschutzminister

John Kelly (re,) war 40 Jahre lang bei den Marines

John Kelly (re,) war 40 Jahre lang bei den Marines.

Quelle: dpa

Der 66-jährige Kelly wird oft als „Falke der Grenzsicherung“ beschrieben. Die Situation an der US-Südgrenze zu Mexiko beschrieb er einmal als „existenzielle Bedrohung“. Kelly war 40 Jahre lang bei den Marines und kämpfte im Irak. Bis vor kurzem führte er das Southern Command der US-Streitkräfte. Das Ministerium für Heimatschutz (Homeland Security) gilt wegen eines breiten Aufgabenzuschnitts von der Grenzsicherung bis zur Terrorabwehr als komplizierte Behörde. Es wurde nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ins Leben gerufen. Seine Aufgaben sind am ehesten mit denen der Innenministerien anderer Länder vergleichbar. Kelly wäre der erste Nicht-Zivilist an der Spitze des Ministeriums. Derzeit führt Jeh Johnson das Ministerium.

Der neue EPA-Chef

Scott Pruitt (48) gilt als enger Vertrauten der Kohle- und Ölindustrie

Scott Pruitt (48) gilt als enger Vertrauten der Kohle- und Ölindustrie.

Quelle: AFP

Als Chefankläger des Bundesstaates Oklahoma war Scott Pruitt einer der Architekten des Kampfes gegen Obamas „Clean Power Plan“. Dieses Vorhaben für sauberere Kraftwerke bezeichnete Pruitt als „Krieg gegen die Kohle“.

Im Jahr 2014 führte Pruitt nach Recherchen der „New York Times“ eine Allianz großer Energieversorger gegen klimapolitische Regulierungen Obamas an. Es ist Trump rechtlich nicht möglich, den „Clean Power Plan“ komplett einzureißen. Er kann ihn aber entscheidend aufweichen. Die EPA (Environmental Protection Agency) mit Sitz in Washington DC beschäftigt rund 17 000 Menschen. Zuletzt wurde sie vor allem im Zusammenhang mit dem VW-Dieselskandal einem größeren Publikum bekannt. Die jetzige Chefin ist Gina McCarthy. Im Wahlkampf hatte Trump mehrfach angekündigt, er werde die EPA abschaffen, vor allem weil sie zu teuer sei.

Vom Wrestling zur Politik

Führte 16 Jahre lang das WWE-Unternehmen

Führte 16 Jahre lang das WWE-Unternehmen: Linda McMahon.

Quelle: AFP

Linda McMahon soll in der Regierung für den Mittelstand zuständig sein. Als Leiterin der Behörde für kleine und mittlere Unternehmen unterstützt die 68-Jährige künftig rund 28 Millionen Firmen, die zusammen fast die Hälfte der Arbeitsplätze in den USA ausmachen. Ihr Posten ist dem eines Kabinettsmitglieds gleichgestellt. McMahon hatte von 1994 bis 2010 das auf Wrestling-Showkämpfe spezialisierte Unternehmen World Wrestling Entertainment (WWE) geführt. In die Politik zog es sie schon vor längerem, allerdings verpasste sie zweimal einen Senatssitz.

Das Trump-Kabinett

Der künftige US-Präsident Donald Trump stellt sein Kabinett zusammen. Er tut das schneller als die meisten seiner Vorgänger. Viele wichtige Posten sind vergeben, für die anderen kursieren zahlreiche Namen. Eine Übersicht:

  • AUSSEN: Wer Favorit für den Posten des Chefdiplomaten ist, ist nach wie vor offen. Die Lager in Trumps Team geben sich uneins. Die Besetzung soll nächste Woche bekanntgegeben werden. Gehandelt werden vor allem: Mitt Romney (69, Ex-Gouverneur von Massachusetts), Rudy Giuliani (72, Ex-Bürgermeister von New York), David Petraeus (64, Ex-CIA-Direktor), John Bolton (68, Ex-UN-Botschafter) und Bob Corker (64, Senator von Tennessee).
  • GEHEIMDIENSTDIREKTOR: Rudy Giuliani (72, Ex-Bürgermeister von New York) wird für den Posten am häufigsten genannt. Es könnte ein guter Ausweichposten für ihn sein, wenn es mit dem Außenministerium nichts wird. Vielleicht kommt aber auch Ex-CIA-Chef David Petraeus in Frage.
  • ENERGIE: Genannt werden: James Connaughton (55, ehem. Umweltberater unter George W. Bush), Robert Grady (57, Investor) und Harold Hamm (70, Vorsitzender einer Erdölförderungsgesellschaft)
  • INNEN: Im Gespräch sind: Jan Brewer (72, Ex-Gouverneurin von Arizona), Robert Grady (57, Investor), Harold Hamm (70, Vorsitzender einer Erdölförderungsgesellschaft), Forrest Lucas (74, Unternehmer) und Sarah Palin (52, Ex-Gouverneurin von Alaska)
  • AGRAR: Trump traf Heidi Heitkamp, demokratische Senatorin aus North Dakota. Favoriten sind aber Republikaner wie Sid Miller (Texas) oder Sam Brownback (Kansas).
  • VERTEIDIGUNG: James Mattis (66). Der pensionierter Vier-Sterne-General ist ein harter Kritiker der Nahost-Politik von US-Präsident Barack Obama. Er bezeichnete den politischen Islam als größte Herausforderung eines Pentagon-Chefs.
  • FINANZEN: Steven Mnuchin (53, ehem. Investmentbanker). Er war der Finanzchef Trumps im Wahlkampf, gilt als Wall-Street-Insider und Fan einer lockeren Hand bei Banken und Fonds.
  • HEIMATSCHUTZ: Ex-General John Kelly (66), oft als „Falke der Grenzsicherung“ beschrieben. Kelly war 40 Jahre lang bei den Marines, kämpfte im Irak und führte bis vor Kurzem das Southern Command der US-Streitkräfte.
  • HANDEL: Das Wirtschaftsressort führt künftig der schwerreiche Wilbur Ross (78, Investor). Er ist wie Mnuchin ein Wall-Street-Insider.
  • VERKEHR: Elaine Chao (63), unter George W. Bush Arbeitsministerin. Ehefrau von Mitch McConnell, republikanischer Mehrheitsführer im Kongress. Geboren in Taipeh.
  • GESUNDHEIT: Tom Price (62), republikanischer Abgeordneter und scharfer Kritiker des Affordable Care Act, besser bekannt als „Obamacare“.
  • WOHNUNGSBAU UND STADTENTWICKLUNG: Ben Carson (65, ehem. Neurochirurg)
  • ERZIEHUNG: Betsy DeVos (58), frühere Vorsitzende der Republikaner in Michigan und Bildungsaktivistin.
  • EPA (ENVIRONMENTAL PROTECTION AGENCY EPA): Scott Pruitt wird Chef der mächtigen US-Umweltschutzbehörde, enger Vertrauten der Kohle- und Ölindustrie
  • UN-BOTSCHAFTERIN: Nikki Haley (44), vergleichsweise moderate Gouverneurin aus South Carolina, Tochter indischer Einwanderer.
  • CIA-DIREKTOR: Mike Pompeo (52), Abgeordneter aus Kansas, Mitglied des Geheimdienstausschusses, stramm konservativ.
  • CHEFANKLÄGER UND JUSTIZMINISTER: Jeff Sessions (69), Alabamas Senator und ultrakonservativer Einwanderungsgegner.
  • NATIONALER SICHERHEITSBERATER: Michael Flynn (geb. 1958), ehemaliger General, im Wahlkampf durch islamfeindliche Äußerungen, irritierende Einschätzungen zur Sicherheitspolitik und Anti-Clinton-Sprechchöre aufgefallen.
  • STABSCHEF IM WEISSEN HAUS: Reince Priebus (44), aktuell Chef der Republikaner, Trump-Loyalist an künftiger Schaltstelle.
  • CHEFSTRATEGE IM WEISSEN HAUS: Stephen Bannon (63), Ex-Chef der Webseite Breitbart News, stramm konservativ, hat mit Rassismus-Vorwürfen zu tun.
  • SMALL BUSINESS ADMINSITRATION: Dieser Behörde zur Unterstützung des Mittelstands soll Linda McMahon (68) vorstehen, Ex-CEO von World Wrestling Entertainment: Sie baute die Firma zu einem internationalen Unternehmen aus. Verlor zweimal ein Rennen um einen Senatssitz.

Von dpa/afp/RND/zys

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