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Trumps Steuerreform – Paradies für Superreiche

Kommentar Trumps Steuerreform – Paradies für Superreiche

Donald Trumps Plan, die Körperschaftsteuer um 15 Punkte auf nur 20 Prozent zu senken und gleichzeitig zu behaupten, dieser Maßnahme käme den kleinen Leuten zugute, ist dreist. So dreist wie so manches seiner früheren Immobiliengeschäfte, meint Stefan Koch.

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Selbstgewiss: Donald Trump bei der Erläuterung seiner Steuerpläne in Indianapolis.
 

Quelle: dpa

Washington.  Wer die eigentliche Agenda von Donald Trump erkennen will, sollte in diesen Tagen einen verschärften Blick auf die amerikanische Innenpolitik werfen. Nach all dem Getöse um Einreiseverbote für Muslime und um den Mauerbau entlang der Grenze zu Mexiko fällt die Fassade: Geht es nach dem Willen des Milliardärs sinken die Unternehmensteuern auf ein Rekordtief von 20 Prozent. Mit diesem radikalen Schnitt sollen die Abgaben um fast die Hälfte gekürzt werden. Wer für die Einnahmeverluste des Staates aufkommen soll, ist Nebensache.

Erwartungsgemäß weiß der Immobilienmogul seinen Coup gut zu verkaufen: Er wolle nur den einfachen Arbeitnehmern helfen und das Steuersystem vereinfachen, lässt er gebetsmühlenartig seine Anhänger wissen. Eine Bemerkung zum wachsenden Schuldenberg der öffentlichen Hand gibt es erwartungsgemäß nicht. Bei seiner ersten öffentlichen Präsentation in Indianapolis setzte Trump sogar noch eins drauf und behauptete ohne mit der Wimper zu zucken, dass er persönlich von der Reform nicht profitieren werde.

Angesichts der desolaten Infrastruktur, der Bildungskatastrophe im öffentlichen Schulwesen und der erschütternden Zustände im Gesundheitswesen ist der Deal, den Trump seinen Landsleuten andrehen will, ebenso so dreist wie so manches seiner früheren Immobiliengeschäfte.

Trump weiß ebenso wie seine Freunde aus der „upper class“, dass es für diese Kehrtwende zu Lasten der Allgemeinheit keinen zwingenden Grund gibt. Im Gegenteil: Wie gut die Bedingungen für Unternehmen in Amerika bereits heute sind, lässt sich seit Jahren am Investitionsverhalten deutscher Firmen ablesen. Neben den großen Autobauern und Chemiegiganten erkennen auch zunehmend die Mittelständler ihre Chancen in den USA. Sollten Trumps Träume wahr werden, erwartet sie sogar ein Steuerparadies.

Von Stefan Koch/RND

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