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Türkei lässt Dogan Akhanli festnehmen

Kölner Schriftsteller Türkei lässt Dogan Akhanli festnehmen

Bereits 2010 gab es in Deutschland eine Solidaritätskampagne für die Freilassung des türkischstämmigen Schriftstellers Akhanli. Nun wurde der Kölner erneut festgenommen - im Urlaub in Spanien. Die türkische Regierung wünschte es so. Beobachter werten das als erneuten Affront Erdogans.

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Dogan Akhanli lebte seit 1991 in Deutschland.

Quelle: dpa

Köln/Berlin . Der türkischstämmige Kölner Schriftsteller Dogan Akhanli ist auf Betreiben der Türkei in Spanien festgenommen worden. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es am Samstag zunächst nur, man kenne den Fall und bemühe sich um konsularische Betreuung. Akhanli lebt seit seiner Flucht aus der Türkei 1991 in Deutschland und hat ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft.

Was ihm vorgeworfen wird, war zunächst unklar. Sein Anwalt Ilias Uyar sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Festnahmeantrag sei aus der Türkei gekommen. Dies bestätigte auch die spanische Polizei. Der Schriftsteller werde in Kürze den Justizbehörden überstellt, sagte ein Sprecher spanischen Medien.

Politiker fordern die Freilassung

Anwalt Uyar sagte dem Kölner „Stadt-Anzeiger“, bei der spanischen Polizei habe ein Dringlichkeitsvermerk der internationalen Polizeibehörde Interpol vorgelegen. Akhanli wurde demnach am Samstagmorgen im Urlaub in Granada in seinem dortigen Domizil festgenommen. In seinen Werken befasst sich der 1957 geborene Schriftsteller auch mit der Verfolgung der Armenier in der Türkei. Dem „Spiegel“ zufolge werteten Sicherheitskreise die Festnahme als erneuten Affront der Türkei gegen Deutschland.

Der Grünen-Abgeordnete Volker Beck teilte mit, das türkische Vorgehen sei „eindeutig rechtsmissbräuchlich“. Er forderte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel auf, sich unverzüglich für Akhanlis Freilassung einzusetzen. Gabriel war am Vortag als Reaktion auf den Terroranschlag in Barcelona nach Spanien gereist. „Wie weit wollen wir Erdogan in Europa noch kommen lassen?“, fragte Linke-Chefin Katja Kipping auf Twitter.

Die Schriftstellervereinigung PEN teilte mit, das Verfahren gegen Akhanli sei „eindeutig politisch motiviert“. Vizepräsident Sascha Feuchert forderte die spanischen Behörden auf, den Autoren keinesfalls an die Türkei auszuliefern.

Dem Autor droht in der Türkei der Prozess

Akhanli war im Oktober 2011 in Abwesenheit von einem Gericht in der Türkei vom Vorwurf des Raubes und Totschlags freigesprochen worden, der Freispruch wurde aber wieder aufgehoben. Ihm wurde vorgeworfen, 1989 an einem Raubmord auf eine Wechselstube in Istanbul beteiligt gewesen zu sein. Er lebt seit seiner Flucht aus der Türkei im Jahr 1991 in Deutschland und ist deutscher Staatsbürger.

Von RND/dpa

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