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Umweltschützer enttäuscht von Merkel

UN-Klimagipfel in Paris Umweltschützer enttäuscht von Merkel

Beim UN-Klimagipfel in Paris suchen 195 Länder einen Weg, um die Erderwärmung zu stoppen. Zum Auftakt legten sich viele Spitzenpolitiker rhetorisch ins Zeug. Nur Angela Merkel hielt eine nüchterne Rede. Umweltschützer reagierten enttäuscht.

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Frankreichs Präsident Francois Hollande (L) and Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Quelle: EPA/GUILLAUME HORCAJUELO

Paris. Zum Auftakt des UN-Klimagipfels bei Paris hat Gastgeber François Hollande die Konferenz eindringlich zu ehrgeizigen Beschlüssen gedrängt. "Auf Ihren Schultern ruht die Hoffnung der gesamten Menschheit", appellierte Frankreichs Präsident am Montag an die mehr als 150 versammelten Staats- und Regierungschefs.

Obama mahnt

Rückendeckung bekam er von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. "Ein politischer Moment wie dieser kommt vielleicht nicht wieder", sagte Ban zu Beginn der Gespräche im Pariser Vorort Le Bourget. US-Präsident Barack Obama mahnte, die nächste Generation habe ein Recht auf eine lebenswerte Welt.

Bis zum 11. Dezember sprechen die Vertreter von 195 Ländern und der EU über ein Klimaabkommen, das den Ausstoß von Treibhausgasen begrenzen soll. Ziel ist es, die Erderwärmung unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu halten.

Merkel enttäuscht

Die Bundesregierung kündigte mehr Geld für den internationalen Waldschutz an. Außerdem forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Fortschritte in den Verhandlungen: "Wir wissen, wir müssen heute handeln. Das muss der Anspruch dieser Konferenz sein", sagte Merkel.

Umweltschützer reagierten enttäuscht auf ihre nüchterne Rede. Martin Kaiser von Greenpeace kritisierte: "Kein Wort zum nötigen Kohleausstieg, der die hehren Worte der Kanzlerin von der Dekarbonisierung (dem Abschied von fossilen Brennstoffen) erst konkret machen würde." Der WWF und Germanwatch äußerten sich ähnlich.

Der Papst fordert

Papst Franziskus forderte ebenfalls eine Einigung auf verbindliche Ziele. Die Lage spitze sich von Jahr zu Jahr weiter zu, sagte der 78-Jährige nach Abschluss seiner Afrika-Reise während des Rückflugs nach Rom. "Jetzt oder nie"

Bei aller betonten Entschlossenheit wurde bereits am ersten Tag Konfliktpotenzial deutlich: Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi forderte im Namen der afrikanischen Staaten eine Verdopplung der bisher zugesagten längerfristigen Finanzhilfen für Entwicklungsländer. Bis 2020 müssten die Entwicklungsländer 100 Milliarden Dollar jährlich zur Verfügung haben, "was nach 2020 zu verdoppeln wäre", sagte al-Sisi.

Bis Sonnabend ein Entwurf

Die französischen Gastgeber hatten sich vom Auftritt der höchsten Repräsentanten gleich zu Beginn einen Schub für die komplizierten Gespräche erhofft. Bis Sonnabend sollen die Delegationen einen neuen Textentwurf für ein neues Klimaabkommen vorlegen. Über die dann noch strittigen Punkte wird kommende Woche auf Ministerebene verhandelt.

dpa

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