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US-Militär beginnt mit Luftangriffen im Irak

Kampf gegen IS-Milizen US-Militär beginnt mit Luftangriffen im Irak

Gut zweieinhalb Jahre nach dem erklärten Ende des Irak-Kriegs haben die USA mit Luftangriffen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat im Norden des Landes begonnen. Flugzeuge hätten Artilleriegeschütze von IS-Extremisten angegriffen, teilte Pentagonsprecher John Kirby am Freitag mit.

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Ziel Nordirak: Die US-Marine gab Bilder heraus, die zeigen, wie F-18-Kampfjets vom Flugzeugträger „USS George H.W. Bush“ im Persischen Golf starten.

Quelle: dpa

Washington. Die Geschütze seien verwendet worden, um kurdische Kräfte nahe der Stadt Erbil anzugreifen. Auch US-Soldaten hätten sich in der Nähe befunden. Zugleich verstärkten kurdische und irakische Einheiten ihre Angriffe auf die Dschihadisten. Auch Frankreichs Präsident François Holland erklärte am Abend, sein Land sei „bereit, seinen vollen Beitrag zu leisten“. Er ließ allerdings offen, ob er auch Militäraktionen unterstützen werde.

F-18-Kampfjets hätten 220 Kilogramm schwere, lasergelenkte Bomben auf eine mobile Artillerieeinheit abgeworfen, erklärte das Pentagon. Laut CNN wurden die Angriffe mit Kampfjets vom Flugzeugträger „George H.W. Bush“ geflogen, der bereits im Juni in den Persischen Golf verlegt worden war. Zugleich kündigte Obama einen Hilfseinsatz für die Flüchtlinge im Nordirak an. Drei US-Frachtflugzeuge und zwei Kampfjets warfen noch in der Nacht zu Freitag 8000 Fertigmahlzeiten und 20 000 Liter Wasser über dem Sindschar-Gebirge im Nordirak ab. Damit sollte den Tausenden Jesiden und Christen, die sich aus Angst vor Verfolgung und Gewalt vor den sunnitischen Extremisten verstecken, geholfen werden.

Ob Luftangriffe aber der richtige Weg sind, um die Terrormiliz zu stoppen, ist umstritten. „Die Luftangriffe der USA sind in der jetzigen Situation nicht der richtige Weg. Dabei drohen unschuldige Zivilisten zu sterben“, sagte die Bundestagsabgeordnete der Fraktion die Linke, Ulla Jelpke. „Es ist zu befürchten, dass sich die IS-Terroristen in bewohnten Gebieten unter die Bevölkerung mischen werden. Deshalb sollten erst einmal alle anderen Mittel ausgeschöpft werden“, sagte Maria Haarmann, die Nahost-Referentin des katholischen Hilfswerks Misereor. Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) äußerte Verständnis für ein militärisches Eingreifen der USA. Die Lage für die bedrohten Menschen sei „fürchterlich“, sagte Gabriel. Er könne US-Präsident Barack Obama verstehen, „dass er sagt, er will nicht zuschauen“.

Die Bundesregierung stellte 2,9 Millionen Euro für die Bewältigung des Flüchtlingsdramas zur Verfügung. Weitere Hilfen seien möglich, hieß es. Die Ermordung, Vertreibung oder Zwangskonversion von Christen, Jesiden und anderen religiösen Minderheiten durch die Terroristen bedeute eine „neue Dimension des Schreckens“, sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD).

Aus Angst vor einem neuen Irak-Krieg verkauften Anleger am Freitag Aktien in großem Stil. Der Dax fiel zeitweise um 1,5 Prozent auf 8903,49 Punkte – den niedrigsten Stand seit Oktober.

Von Kadhem al-Attabi

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