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Obama bittet um Geduld im Kampf gegen IS

USA Obama bittet um Geduld im Kampf gegen IS

Während die Schlacht um Kobane weiter tobt, hat US-Präsident Barack Obama eingestanden, dass der Kampf gegen IS weiterhin schwierig sei. Der Konflikt sei "nicht über Nacht" lösbar.

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Quelle: dpa

US-Präsident Barack Obama hat im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) um Geduld gebeten. "Es bleibt eine schwierige Mission", sagte Obama am Mittwoch nach Beratungen mit ranghohen Militärvertretern im Pentagon. Die US-Armee bestätigte Angaben der Kurden im Norden Syriens, nach denen die umkämpfte Stadt Kobane weiterhin zum "größten Teil" in der Kontrolle der kurdischen Einheiten ist. "Ich habe von Beginn an gesagt, dass dies nicht etwas ist, was über Nacht gelöst wird", sagte Obama zu dem Konflikt. An dem Treffen nahmen unter anderem Verteidigungsminister Chuck Hagel und Generalstabschef Martin Dempsey teil.

Der Präsident begrüßte, dass die internationale Gemeinschaft sich der Gefahr der Dschihadisten vereint entgegenstelle. Die USA führen eine Allianz mehrerer Staaten an, die in Syrien und im Irak Luftangriffe auf IS-Stellungen fliegen. Das US-Verteidigungsministerium hatte vor Obamas Besuch die Einschätzung abgegeben, dass Luftangriffe wohl nicht ausreichen werden, um die drohende Eroberung der nordsyrischen Stadt Kobane zu verhindern. "Luftangriffe alleine werden (...) die Stadt Kobane nicht retten", sagte Pentagon-Sprecher John Kirby.

Auch andere Städte würden wahrscheinlich noch unter die Kontrolle der Dschihadisten fallen. Im syrischen Bürgerkrieg fehle derzeit ein "williger, fähiger, effektiver Partner", um es mit der IS-Miliz am Boden aufzunehmen.

Ausgangssperren in türkischen Provinzen

Die USA wollen innerhalb eines Jahres rund 5000 moderate syrische Rebellen für den Kampf gegen die Dschihadisten ausbilden und ausrüsten. Generalstabschef Dempsey räumte Ende September aber ein, dass eher bis zu 15.000 vom Westen unterstützte Rebellen benötigt würden, um die von der IS-Miliz kontrollierten Gebiete im Osten Syriens zurückzuerobern. Im Irak setzen die USA auf die dortigen Regierungstruppen und kurdische Kämpfer. Den Einsatz von US-Bodenkampftruppen hat Obama ausgeschlossen.

Das Auswärtige Amt in Berlin weist in seinen aktuellen Sicherheitshinweisen darauf hin, dass in mehreren türkischen Provinzen seit Dienstag Ausgangssperren gelten. Zugleich empfiehlt das Außenministerium Reisenden, sich nicht in der Nähe der türkisch-syrischen Grenze und in grenznahen Ortschaften aufzuhalten. Die kurdischen Kampfgruppen kontrollierten "den größten Teil" von Kobane und leisteten gegen die Extremistengruppe IS weiterhin Widerstand, teilte das US-Militärkommando Centcom in der Nacht zum Donnerstag mit. Das US-Militär habe gemeinsam mit Jordanien am Mittwoch acht Luftangriffe auf mutmaßliche IS-Stellungen nahe der Grenze zur Türkei geflogen.

Das australische Verteidigungsministerium teilte mit, dass erstmals auch ein australisches Kampfflugzeug einen Luftangriff auf eine IS-Stellung geflogen habe. Der Angriff eines Kampfjets vom Typ F/A-18 habe einem Ziel im Irak gegolten, erklärte das Ministerium. Der Bürgermeister von Erbil, der Hauptstadt der autonomen Kurdenregion im Nordirak, forderte entschlossenere internationale Hilfe für Kobane: Nihat Latif Kodscha rief die türkische Regierung im Gespräch mit der Tageszeitung "Die Welt" (Donnerstagsausgabe) auf, sie solle den internen Streit mit den Kurden "jetzt beilegen", um den IS gemeinsam zu "besiegen". In Erbil demonstrierten tausende Kurden für eine stärkere internationale Unterstützung in Kobane. Die Demonstranten versammelten sich vor der UN-Vertretung, sie trugen Flaggen der in der Türkei verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und des in der Türkei inhaftierten PKK-Anführers Abdullah Öcalan.

afp

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