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Gibt Trump illegalen Migranten doch eine Chance?

Verwirrung bei Anhängern Gibt Trump illegalen Migranten doch eine Chance?

Erhalten illegale Zuwanderer nun doch eine Chance? Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump mildert seine Tonlage ab – und verunsichert damit seine Anhänger im streng konservativen Lager. 

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Welche Haltung nimmt US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump denn nun gegenüber illegalen Einwanderern ein? Seine Anhänger sind verwirrt ob seiner plötzlich deutlich milderen Töne. 

Quelle: dpa

Purcellville. Mike Pence soll es richten. Der Kandidat für das Amt des US-Vizepräsidenten wird am heutigen Sonnabend in dem kleinen Städtchen Purcellville im Norden Virginias erwartet. Von dem "running mate" erhoffen sich die Anhänger der Republikaner eine eindeutige Aussage: Sollen die Behörden unter einer Präsidentschaft von Donald Trump eine klare Kante gegenüber illegalen Zuwanderern zeigen, oder waren all die harschen Worte in den vergangenen Monaten nicht so ernst gemeint?

 Es rumort in der stramm-konservativen Klientel Amerikas. Ausgerechnet ihr Spitzenmann schlägt in den vergangenen Tagen beim Thema Immigration sanftere Töne an. Es sei wirklich sehr, sehr hart, sämtliche Illegalen zurück in ihre Heimat zu deportieren, so Trump. All die fleißigen Latinos, die ohne gültige Papiere in den Vereinigten Staaten leben, aber sich ansonsten nichts zu Schulden kommen lassen, sollten zwar zurück über die Grenze gehen, dürften aber wiederkommen, wenn sie die Steuern begleichen.

Welche Botschaft gilt denn nun?

Gegenüber dem CNN-Moderator Anderson Cooper stellte Trump am Donnerstag zwar klar, dass es mit ihm keine massenhafte Amnestie geben werde: "Es gibt keine Legalisierung, wenn sie nicht das Land verlassen." So recht wissen einige Anhänger allerdings nicht mehr, welche Botschaft nun gilt.

Vor wenigen Monaten, mitten im Vorwahlkampf, zählte das unnachgiebige Durchgreifen gegenüber den etwa elf Millionen Menschen noch zum Trump'schen Markenzeichen, das ihm den entscheidenden Vorsprung vor Mitbewerbern wie Marco Rubio und Jeb Bush sicherte. Mit demonstrativer Verachtung warf er den gestandenen Politikern vor, sich mit Kompromisspapieren der wachsenden Bevölkerungsgruppe aus Süd- und Mittelamerika anbiedern zu wollen. Nur er, Donald Trump, besitze die nötige Härte, um sich bei diesem Punkt durchzusetzen.

Und nun eine Kehrtwende?

Bisher sind die Signale eher widersprüchlich. Parteipolitische Hardliner wie die frühere Gouverneurin von Alaska, Sarah Palin, und die konservative Autorin Ann Coulter forderten den Kandidaten am Freitag auf, nicht so nachgiebig aufzutreten wie so viele Abgeordnete und Senatoren in der eigenen Partei. "Ich bin erleichtert, dass Trump zumindest an seinem Plan festhalten will, an der Grenze zu Mexiko eine Mauer zu bauen", lässt Palin wissen. Und Coulter, die gerade mit ihrem neuen Buch ("Wir vertrauen auf Trump") auf Vortragsreise unterwegs ist, versichert, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um ihr Idol auf Linie zu halten.

Mäßigung im Endspurt hat Tradition

 Nun gehört es durchaus zu den üblichen Strategien in US-Wahlkämpfen, im Vorwahlkampf mit radikalen Positionen die eigenen Basis zu umwerben - und im eigentlichen Endspurt im Rennen um das Weiße Haus deutlich gemäßigter aufzutreten. Die Kandidaten folgen damit der alten Faustregel, wonach die Wahlen letztlich in der Mitte der Gesellschaft gewonnen werden.

Ob sich diese Erfahrungswerte so ohne weiteres auf Trump übertragen lassen, erscheint jedoch zweifelhaft: Der New Yorker Geschäftsmann hatte die Wähler am rechten Rand vor allem durch seine Protesthaltung gegenüber dem Washingtoner Politikbetrieb für sich gewonnen - und durch seine umstrittenen Thesen gegenüber illegalen Zuwanderern. Eine Kurskorrektur bei diesem Kernthema, so heißt es unter Politikbeobachtern in Washington, könnte Trump unter seinen treuesten Anhängern eine Menge Sympathien kosten.

Doch wer will schon Prognosen abgeben in einem Wahlkampf, der so voller Überraschungen steckt?

Trump wird immer beliebter

Verblüffend sind wieder einmal die Umfragen: Obwohl sich Trump gegenüber seiner Mitbewerberin Hillary Clinton während der Sommerpause eine Menge Fehltritte leistete, steigt seine Beliebtheit wieder. Laut einer Reuters/Ipsos-Umfrage, die die Meinungsforscher am gestrigen Freitag veröffentlichten, führt Clinton nur noch mit einem Vorsprung von 39 zu 36 Prozent. Die Erhebung ist durchaus ernst zu nehmen, da sie auch die Wähler der kleineren Parteien berücksichtigt, die oftmals bei der Stimmverteilung außer Acht gelassen werden. 

Stefan Koch

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