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USA fordern sofortigen Zugang für Rotes Kreuz in Nordsyrien

Unruhen USA fordern sofortigen Zugang für Rotes Kreuz in Nordsyrien

Die USA kritisieren erneut das brutale Vorgehen der syrischen Regierung gegen die Zivilbevölkerung. Das Assad-Regime setzt unbeeindruckt seine Offensive fort. Die Flüchtlingszahlen wachsen.

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Quelle: dpa

Washington/Damaskus/Istanbul. Die USA haben erneut das brutale Vorgehen gegen Regimegegner in Syrien angeprangert. Zugleich forderten sie am Samstagabend Präsident Baschar al-Assad auf, dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) „sofortigen und ungehinderten Zugang“ zu Kampfgebieten in Nordsyrien zu gewähren, um Verletzten, Gefangenen und Flüchtlingen helfen zu können.

Das Vorgehen der syrischen Regierung habe eine humanitäre Krise verursacht, hieß es in einer Erklärung des Weißen Hauses. Die Gewalt müsse eingestellt werden. Es gebe keine Entschuldigung für eine Verweigerung humanitärer Hilfe für die Opfer durch eine neutrale Einrichtung wie das IKRK. „Wenn die syrischen Führer diesen Zugang nicht gewähren, werden sie dadurch einmal mehr ihre Verachtung für die Würde des syrischen Volkes zeigen“, hieß es abschließend in der Erklärung.

Assad ging auch auf Konfrontationskurs mit der internationalen Gemeinschaft - er ließ sogar den UN-Generalsekretär Ban Ki Moon abblitzen, als dieser mit ihm telefonieren wollte. Nach Angaben einer UN-Sprecherin wurde dem Chefdiplomaten der Weltorganisation mitgeteilt, Assad sei „für ihn nicht verfügbar“. Ban hatte Assad zum Halt der brutalen Militäreinsätze auffordern wollen, hieß es am Samstag von Seiten der Vereinten Nationen.

Der UN-Chef kritisierte den Einsatz militärischer Gewalt gegen Zivilisten in der Nacht zum Samstag erneut „nicht akzeptierbar“. Er sei tief besorgt über das Vorgehen, hieß es in einer UN-Erklärung an Damaskus, und erwarte wirkliche Reformen von dem al-Assads Regime.

Augenzeugen berichten von brutalem Vorgehen der Regierungstruppen

Vor der Gewalt flohen weitere Bewohner der Gegend über die nahe Grenze in die Türkei. Ihre Zahl stieg am Samstag auf 4300, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf einen ranghohen Diplomaten.

Flüchtlinge, die die Türkei erreicht hatten, berichteten von schrecklichen Erlebnissen. Ein Augenzeuge aus einer Siedlung auf einer Anhöhe über Dschisr al-Schogur schilderte in der BBC, wie am Vortag rund 40 Panzer das darunter gelegene Dorf angegriffen hatten. Dabei hätten sie mitten in die Häuser geschossen. Wie viele Tote es gegeben habe, konnte er nicht sagen. Jedoch vermochte er zu beobachten, wie die Soldaten Felder niederbrannten und Olivenbäume ausrissen, um den Überlebenden jede Lebensgrundlage zu nehmen.

Von unabhängiger Seite können diese Berichte nicht überprüft werden, weil das Regime keine unabhängigen Medien im Land zulässt. Das brutale Vorgehen gegen den Ort an der türkischen Grenze dürfte aber eine Vergeltungsmaßnahme wegen der regime-feindlichen Haltung der meisten Bewohner darstellen.

Nach Behauptung der Staatsmedien sollen in Dschisr al-Schogur Anfang der Woche 120 Soldaten und Polizisten von „Extremisten“ aus den Reihen der örtlichen Bevölkerung getötet worden seien. Oppositionelle hatten dagegen berichtet, die Soldaten und Polizisten seien von Angehörigen der Sicherheitskräfte erschossen worden, weil sie den Befehl verweigert hätten, auf unbewaffnete Demonstranten zu schießen.

dpa

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