Die Talfahrt der schwarz-gelben Koalition geht weiter: Nur noch gut ein Drittel der Wähler (35 Prozent) bekennt sich zu CDU, CSU und FDP, ergab der am Mittwoch veröffentlichte Forsa-Wahltrend von „Stern“ und RTL.
Demnach fiel die Union im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt auf ihr Jahrestief von 30 Prozent. Die FDP kann die unzufriedenen Unionswähler derzeit nicht auffangen und sinkt selbst um einen Punkt auf ein Jahrestief von 5 Prozent. Gemeinsam erreicht Schwarz-Gelb den schlechtesten Wert seit zehn Jahren. Seit der Bundestagswahl vor neun Monaten, als Union und FDP zusammen gut 48 Prozent erzielten, hat die Koalition damit rund 13 Punkte eingebüßt.
Von der Schwäche der Regierungsparteien profitiert die Opposition: Die SPD klettert um einen Punkt auf 27 Prozent, auch die Linke holt einen Punkt mehr und steigert sich auf 12 Prozent. Die Grünen erreichen zum dritten Mal in Folge ihr Rekordhoch von 18 Prozent. Für „sonstige Parteien“ würden sich 8 Prozent der Wähler entscheiden. Mit zusammen 57 Prozent liegen die Oppositionsparteien SPD, Grüne und Linke nun 22 Punkte vor dem Regierungslager aus Union und FDP.
dpa
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Kommentare
@ Wolfhart Rubber Duck – 24.06.10
Mit dem Umgang mit Altnazis hast Du natürlich recht.Das darf aber doch kein Grund sein denselben Fehler ein zweites Mal zu machen.
"Ein Hang von wilhelminischer Großspurigkeit" Bürger – 24.06.10
Auch Altkanzler Schmidt rechnet ab. Das Geltungsbedürfnis von Politikern erschwere den Weg aus Europas Krise. „Die normale Charakterschwäche aller Politiker“: übertriebenes Geltungsbedürfnis. Guido Westerwelle ist für ihn „ein Meister der Wichtigtuerei", Wirtschaftsminister Brüderle „eine Fußnote der Geschichte".@ Rubber Duck Wolfhart – 24.06.10
Wer 20 Jahre nach der sog. Wende sich immer noch an den vermeintlichen "SED-Kadern" reibt, der sollte auch die Überläufer und Wendehälse aus der Ost-CDU und der LDPD (Ost-FDP) nicht vergessen zu erwähnen!!!Abgesehen davon, begründen sich die Umfragewerte der LINKEn sicherlich auch aus der persönlichen Betroffenheit vieler - von der Parteien-Demokratie - enttäuschter Ex-DDR-ler ohne Parteizugehörigkeit. Wer den inneren Zustand und die Mentalität dieser Menschen nicht schon vor der Wende kennengelernt hat, wird als notorischer Wessi dafür auch kein Verständnis aufbringen.
Aber als Wessis sollten wir uns daran erinnern, dass 20 Jahre nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches niemand mehr auf eine NSDAP-Parteimitgliedschaft oder -gesinnung geachtet hat, als das damalige CDU-Westdeutschland seine Juristen, Ärzte, Beamten und Soldaten einstellte.
Selbst von den Alliierten in den Nürnberger Ärzte-Prozessen verurteilte und erst in den 50er-Jahren verurteilte Personen konnten in den 60er Jahren schon wieder praktizieren und sich gegen vermeintliche Verleumdungsklagen erfolgreich zur Wehr setzen (siehe Wikipedia - Prof. Rose).
Wählerwille Wolfhart – 24.06.10
Umfragewerte hin - Umfragewerte her: die christlich-miserable Koalition ist damit noch gut bedient.Aber gesellschaftliche Wandlungen werden nicht durch Umfragewerte erzielt.
Erst wenn - insbesondere die überzeugten Nichtwähler - mit der Stimmabgabe sich nicht nur für, sondern auch gegen eine/n Partei/Kandidaten entscheiden können, würden sich die Parteien bewegen.
Ich wäre gespannt auf den Wahlabend und die Ausflüchte des jeweiligen Parteivorsitzenden, wenn er nicht wie bisher nur einen Stimmenverlust schön reden dürfte, sondern zu einem "Minus-Ergebnis von 3,8 %" Stellung nehmen müsste.
Umfragewerte Rubber Duck – 23.06.10
Diese sogenannte Sonntagsfrage "wen würden Sie wählen wenn am kommenden Sonntag Wahlen wären?" geht im Ergebnis zwangsläufig an der Wirklichkeit vorbei.Denn wenn dann tatsächlich Wahlen sind wird etwa die Hälfte der Wahlberechtigten gar nicht erst hin gehen. Und dadurch ändert das Ergebnis sich gewaltig.
Wo sollte der verzweifelte Wähler denn auch sein Kreuzchen machen?
Kleines dickes Siggi ist ein Dampfplauderer, aber keine politische Alternative, die alten SED-Kader sind selbst für die meisten Hartz-IV-Empfänger nicht wählbar und 18% für die Grünen halte ich für völlig unrealistisch. Obwohl man nie wissen kann wie kurz das Gedächtnis des Wählers ist. Gestern hat er noch über die Umweltzone und Tempo 40 auf Hauptverkehrsstraßen gemäkelt und morgen wählt er die, denen er diesen Unfug zu verdanken hat.
Dennoch denke ich, das Merkels Chaotentruppe uns noch ein paar Jahre erhalten bleiben wird. Denn deren Wählerschaft ist der CDU/CSU in fester Treue verbunden. Und sollte doch mal ein Schäfchen aus der Herde ausscheren wollen so wird es am Sonntagmorgen schon von der Kanzel herab daran erinnert was ein guter Christ zu wählen hat. Während die meisten anderen, die jetzt bei der Umfrage SPD, Grüne oder SED-Nachfolgeorganisation benannt haben, zur Wahl gar nicht erst hingehen werden.
Akzeptanzverlust Bürger – 23.06.10
Die gegenwärtige Gesellschaft kann angesichts der gigantischen Krise gegenüber ihren politischen Klassen im Augenblick wirklich verzweifeln. Das allgemeine Kopfschütteln über die Unzulänglichkeiten des politischen Personals ist berechtigt, es erzeugt auch ein Unbehagen, dass viele auch auf dieser Plattform hier mit mir teilen. Denn was so vielen Zeitgenossen an so vielen Politikern ins Auge springt, dass sie so selten auf der Höhe der Herausforderungen der Zeit sind. Die Überforderung auf offener Bühne, die Ratlosigkeit im öffentlichen Dienst, die Desorientierung in Führungspositionen. Man sieht zwar immer häufiger das politische Personal durch die Medien ziehen, aber sie lassen uns mit mehr Fragen zurück, als sie uns glaubhaft die neuen Herausforderungen erklären könnten. Von daher werden sich immer mehr Menschen abwenden.@ Benno: Junge, Junge... Talby – 23.06.10
Ob meine Argumentation flach ist, kannst du in keinster Weise beurteilen. Wie auch? Man merkt es, wenn man deine Beiträge liest.Schon vergessen, wer noch bis vor fünf Jahren regiert hat? Schröder mußte sich 2002 alles mögliche wegen gebrochener Wahlversprechungen anhören. Zahlreiche als "soziale Grausamkeiten" empfundene Reformen gehen auf seine Regierungszeit zurück. Auch Rot-Grün hat fleißig Schulden gemacht. Schon alles wieder vergessen? Weshalb sollte sich das ausgerechnet mit Gabriel ändern? Aber schön, wenn man ein einfach strukturiertes Weltbild hat, nicht wahr? Besonders, wenn man ein paar unliebsame Teile einfach so ausblenden kann.
Wenn du nicht in der Lage bist, das simpel gestrickte Schema CDU/FDP=böse zu verlassen: meinetwegen. Wenn du nicht in der Lage bist, deine selektive Wahrnehmung auszuschalten: meinetwegen. Im Zweifelsfalle ist das nicht mein Problem, wenn jemand sich die Dinge zu einfach macht.
Immer noch zuviel ... audio001 – 23.06.10
und nicht gespiegelt an der Leistungsfähigkeit und dem tatsächlichen politischen Versagen dieser Regierung!@Talby Benno – 23.06.10
Das könnte dir so passen. Immer wenn die konservativen Parteien und Politiker/innen Bockmist bauen, dann sind es "die Parteien". Bei den anderen sind es die Unfähigen von SPD und Grüne, die schnellstens abgewählt gehören.Merkst du eigentlich nicht, wie flach deine Argumentation ist? Ich vertraue da übrigens nicht Forsa oder wem auch immer, sondern auf die nächsten Wahlen - auf welcher politischen Ebene auch immer. Merken und Co´stecken so tief im selbst angerichteten Sumpf dass selbst Journalisten und nörgelnde Demokratiegegner ihr nicht mehr helfen können.
So what,Talby ? zum Löschen voremerkelt – 23.06.10
Als die Zahlen adersrum wahren, hat die Schwarz/Geld Regierung noch als Zustimmung und Legitimation verkaufen wollen.Sie legen eine scheinheilige Doppelmoral an den Tag.
Problemlösungskompetenz und Glaubwürdigkeit Bürger – 23.06.10
Wir leben in Zeiten wo Geld auf verheerende Art und Weise im Mittelpunkt steht. Die Bürgerinnen und Bürger sehen durch die Finanzmarktkrise, die zu einer Wirtschaftskrise und zu einer Staatskrise geführt hat, dass der Abgrund groß genug ist für alle. Die Fixierung an die Sicherheits- und Besitzvorstellungen der vergangenen Jahrzehnte sind in Frage gestellt. Das „Monster“ wirft seinen Schatten über die EU-Völker und bedroht jedes einzelne Haus. Mit dieser Bedrohung machen die Menschen keinen Frieden, sie halten ihre Sinne wach für jede Demütigung. Europa ist ja eine Weltgegend, wo auf eigentümliche Weise nach Wahrheit und Gerechtigkeit gefragt wird. Daher ist die Zeit für kleine Politik vorbei, es besteht der Zwang zur großen Politik. Sollte aufgrund des bisherigen Versagens der gesamten politischen Klasse der „kleine Mann“, der eben nicht über die Verhältnisse gelebt hat, die Zeche zahlen müssen, wird diese Politik den Sturm der Geschichte nicht überstehen.Zahl der Personen mit investierbaren Vermögen von einer Millionen Dollar und mehr.
USA: 2 460 000
Japan: 1 366 000
Deutschland: 810 000
China: 364 000
GB: 362 000
Frankreich: 346 000
Schweiz: 185 000
Wasserstandsmeldungen Talby – 23.06.10
Die Oppositionsparteien brauchen sich keiner Illusion hinzugeben, denn eins ist sicher: deren günstige Umfragewerte haben absolut nichts damit zu tun, daß die Menschen ihnen ihr Vertrauen aussprechen. Die Opposition profitiert einzig von der eklatanten Schwäche der Regierung, nichts weiter. In der Gesellschaft breitet sich vielmehr ein hohes Maß an Resignation aus; berechtigte Zweifel der Bürger an der Fähigkeit der Politikergilde zur effektiven Problemlösung, egal welcher Partei sie denn nun angehören. Unter diesen Umständen verkommen Umfragewerte immer mehr zu Zufallszahlen und drücken immer weniger echte Überzeugungen aus.