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Umstrittene Präimplantationsdiagnostik wird erlaubt
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Gentests bei Embryonen Umstrittene Präimplantationsdiagnostik wird erlaubt

Nun also doch: In Deutschland soll die umstrittene Präimplantationsdiagnostik eingeführt werden. Gesundheitsminister Bahr erwägt Paaren mit problematischen Gen-Anlagen zu erlauben, ihre Embryonen mit Gentests auf schwere Defekte untersuchen zu lassen.

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Die mikroskopische Aufnahme zeigt eine menschliche Eizelle, die in einem Dresdner Speziallabor zu Demonstrationszwecken injiziert wird.

Quelle: dpa

Berlin. Nach jahrelangen Debatten ist der Weg für die umstrittene Präimplantationsdiagnostik (PID) in Deutschland frei. Paare mit problematischen Gen-Anlagen können ihre Embryonen aus dem Reagenzglas also bald mit Gentests auf schwere Defekte untersuchen lassen. Der Bundesrat stimmte am Freitag in Berlin einer entsprechenden Rechtsverordnung von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) für die PID zu.

Die Länderkammer verlangte zwar mit Mehrheit einige Änderungen, etwa dass die Zentren zur Durchführung der PID erst einzeln genehmigt werden müssen. Von der ursprünglichen Forderung nach bestimmten hohen Hürden für die PID rückte die Mehrheit der Länder aber wieder ab. Gesundheitsminister Bahr kündigte deshalb an, dass die Regierung die Änderungen übernehmen werde. „Jetzt werden wir die Verordnung zügig in Kraft setzen und damit Rechtssicherheit für die Paare und alle Beteiligten herstellen“, sagte er.

Was bedeutet PID?

Bei der Präimplantationsdiagnostik (PID) testen Mediziner Embryonen auf Erbkrankheiten oder Chromosomendefekte. Dem geht eine künstliche Befruchtung außerhalb des Mutterleibs voraus. Zeigt sich dabei eine mögliche Krankheit, wird der Embryo gegebenenfalls nicht in den Mutterleib eingesetzt.

Vor allem Krankheiten, die mit überzähligen oder zu wenigen Chromosomen zusammenhängen, können durch die PID erfasst werden. Dazu gehört das Down-Syndrom. Aufwendiger sind Untersuchungen auf einzelne veränderte Gene, mit denen sich beispielsweise Muskelschwund, Lungen- und Stoffwechselkrankheiten oder Bluterkrankheit feststellen lassen.

Solche genetischen Untersuchungen werden auch bei der pränatalen Diagnostik vorgenommen, also bei Untersuchungen während der Schwangerschaft. Dafür werden etwa aus dem Fruchtwasser Zellen entnommen. Wird dabei ein genetischer Defekt am Embryo festgestellt, ist ein Schwangerschaftsabbruch möglich.

dpa

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