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Umweltgutachter warnen Bundesregierung vor Fracking

Große Risiken Umweltgutachter warnen Bundesregierung vor Fracking

Die Bundesregierung soll Abstand von der umstrittenen Gasfördermethode Fracking nehmen. Das empfiehlt ein neues Gutachten des Sachverständigenrates für Umweltfragen, ein Beratungsgremium des Bundes.

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„Finger weg vom Fracking“ - fordern nicht nur Umweltaktivisten, sondern auch ein Beratungsgremiun des Bundes.

Quelle: dpa

Berlin. Fracking sei energiepolitisch nicht notwendig und könne keinen maßgeblichen Beitrag zur Energiewende leisten, heißt es in der knapp 100 Seiten umfassenden Stellungnahme, die der HAZ vorliegt.

Die Wissenschaftler warnen außerdem vor nicht absehbaren Folgen für die Umwelt, sollte Fracking ohne weitere Forschung kommerziell betrieben werden: Wegen „gravierender Wissenslücken“ dürfe die Ausbeutung von Schiefergas in unkonventionellen Lagerstätten derzeit nicht zugelassen werden. Erst auf Basis noch zu gewinnender Erkenntnisse sei Fracking in der Zukunft verantwortbar.

Der Umweltrat besteht aus sieben Wissenschaftlern mit besonderer Umweltexpertise, die von der Bundesregierung für vier Jahre ernannt werden. Ihm gehören Techniker, Ökonomen, Juristen und Politikwissenschaftler aus ganz Deutschland an.

Beim Fracking wird unter hohem Druck mit Chemikalien angereichertes Wasser in erdgashaltige Gesteinsschichten gepresst. So entstehen Risse, durch die mit herkömmlichen Methoden nicht förderbares Erdgas entweichen kann. Die Vorkommen in tiefen Gesteinsschichten befinden sich überwiegend in Niedersachsen und in Nordrhein-Westfalen, aber auch in anderen Teilen Deutschlands. Darüber, unter welchen Rahmenbedingungen Schiefergas gefördert werden darf, wird derzeit heftig zwischen Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) gestritten.

Der Gesetzentwurf ist mehrfach kurzfristig von der Tagesordnung des Kabinetts gestrichen worden. Möglicherweise hat das Gutachten dazu beigetragen. Gemessen am Gasbedarf in Deutschland seien die förderbaren Schiefergasmengen als gering einzuschätzen, schreiben die Autoren. Angesichts der hohen Kosten sei eine kommerzielle Nutzung aus wirtschaftlichen Gründen in den nächsten Jahren eher unwahrscheinlich. Fracking werde kurzfristig nicht zu sinkenden Erdgaspreisen führen, und auch langfristig sei das innerhalb der EU fraglich. Auch werde die Versorgungs-sicherheit nicht erhöht. Die Technologie sei daher nicht förderungswürdig.

Die Forscher schließen daraus, dass die Risiken des Frackings für die Umwelt derzeit zu groß sind. Es verblieben „wesentliche offene Fragen“. Dazu gehöre die Frage, ob und wie sichergestellt werden kann, dass die zur Gewinnung von Trinkwasser genutzten Grundwasserschichten nicht verunreinigt werden. Langfristige hydrogeologische Folgen seien unbekannt.

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