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Deutlich mehr Geld für Erzieherinnen

Einigung im Kita-Streit Deutlich mehr Geld für Erzieherinnen

Eltern können aufatmen: Gewerkschaften und Kommunen haben sich am Mittwoch in Hannover auf einen Tarifvertrag für Erzieher und Sozialarbeiter geeinigt. Weitere Streiks in städtischen Kindertagesstätten sind damit höchst wahrscheinlich vom Tisch. Allerdings muss die Gewerkschaftsbasis noch bis Ende Oktober zustimmen.

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Sieht gute Chancen für eine Einigung im Kita-Tarifstreit: Verdi-Chef Frank Bsirske vor der Verhandlungsrunde am Mittwoch.

Quelle: dpa

Hannover. Wenn es so kommt, geht ein harter Tarifstreit zu Ende. Im Frühjahr hatten die Erzieher rund vier Wochen lang kommunale Kitas bestreikt. Vertreter der Gewerkschaften Verdi, GEW und dbb empfahlen ihren Mitgliedern, die Vereinbarung anzunehmen. Sie sieht im Vergleich zu dem im August abgelehnten Schlichterspruch zum Teil deutliche Verbesserungen beim Gehalt der rund 240.000 bei den Kommunen angestellten Erzieher vor. Die Sozialarbeiter müssen – vergleichen mit den Erziehern – mit geringeren Gehaltserhöhungen leben.

Das nach zehn Verhandlungsrunden erreichte Ergebnis sehe „Verbesserungen für das Gros der Beschäftigen vor“, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske. Unklar war am Mittwoch noch, wie hoch das Plus genau ausfällt. Bsirske bezifferte die Lohnsteigerungen im Schnitt auf 3,7 Prozent. Der Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände, Thomas Böhle, sprach dagegen von nur 3,3 Prozent. Nach seinen Angaben betragen die die Kosten der Kommunen durch die Tarifeinigung auf 315 Millionen Euro – dies sind 9 Millionen Euro mehr, als der frühere hannoversche Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg (SPD) und der ehemalige sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) als Schlichter vorgeschlagen hatten.

Mehr Geld rückwirkend zum 1. Juli

Laut Bsirske sollen Erzieher rückwirkend zum 1. Juli zwischen 4 und 4,5 Prozent mehr Geld erhalten. Dabei sei es gelungen, eine „deutlich gleichmäßigere Erhöhung“ der Gehälter zu erreichen. Die Erzieher bekommen im Monat zwischen 93 und 138 Euro mehr. Vor allem hier haben die Tarifparteien den abgelehnten Schlichterspruch korrigiert, der eine Spreizung bei den Lohnzuwächsen zwischen 33 und 160 Euro vorgesehen hatte. In den ersten Beschäftigungsjahren würden die Gehälter deutlich angehoben, betonte Bsirske. „Für Berufsanfängerinnen ist das Berufsfeld attraktiver geworden.“

Bei Leitern von Kindertagesstätten und Einrichtungen der Behindertenhilfe liegt der Gehaltssprung – je nach Größe der Einrichtung – zwischen 5 und 14 Prozent. Das Einkommen der Sozialarbeiter steigt um 2 Prozent. Bsirske bedauerte, dass es nicht gelungen sei, für die Sozialarbeiter „mehr zu erreichen, als in der Schlichtungsempfehlung vorgesehen war“. Bei ihnen sei „für künftige Aufwertungen noch viel Luft nach oben“.

Eine weitere Kröte mussten die Gewerkschaften schlucken: Sie scheiterten mit dem Ziel, dass bisherige Beschäftigungszeiten bei einem Arbeitgeberwechsel anerkannt werden. Der Tarifabschluss soll rückwirkend zum 1. Juli greifen und eine Laufzeit bis 2020 haben. Ursprünglich hatten die Gewerkschaften im Schnitt rund 10 Prozent mehr Gehalt gefordert.

In Hannover wird die Einigung im Tarifstreit begrüßt. „Damit bleiben den Eltern und Kindern weitere Streiks erspart“, sagte Personaldezernent Harald Härke. Die Mehrkosten, die durch den neuen Tarifkompromiss entstehen, belasten den Haushalt, sie dürften insgesamt bei etwa 3 bis 4 Millionen Euro jährlich liegen. Der Betrag könnte noch steigen. Verdi-Vertreter verhandeln derzeit mit Härke über bessere Konditionen innerhalb des bestehenden Tarifs.

Von Karl Doeleke 
und Andreas Schinkel

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