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Verletzte bei Feuer in Flüchtlingsheim

Defekt ausgeschlossen Verletzte bei Feuer in Flüchtlingsheim

Ein Feuer in einer Flüchtlingsunterkunft hat das südhessische Heppenheim in Aufregung versetzt. Ein Mann rettet sich mit einem Sprung und wird schwer verletzt, andere erleiden Rauchvergiftungen. Die Ermittler suchen nun nach der genauen Ursache.

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Bewohner stehen in Heppenheim am frühen Morgen vor einer Unterkunft für Asylbewerber, nachdem in der Nacht hier ein Brand im Treppenhaus gelöscht worden war.

Quelle: dpa

Heppenheim.  Ein Feuer hat mitten in der Nacht Flüchtlinge in einer Unterkunft im südhessischen Heppenheim aus dem Schlaf gerissen und mehrere Menschen verletzt. Ein Mann sprang aus einem Fenster im zweiten Stock des Gebäudes und zog sich dabei Knochenbrüche zu. Drei Menschen erlitten nach Angaben der kommunalen Behörden Rauchvergiftungen und wurden vorsorglich im Krankenhaus behandelt. Einen technischen Defekt schließen die Ermittler als Ursache aus. Ob das Feuer absichtlich gelegt wurde oder versehentlich entstand, sei noch unklar, erklärte die Staatsanwaltschaft Darmstadt.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei brach das Feuer mitten in der Nacht zum Freitag hinter der Eingangstür im Erdgeschoss aus. Dort stand mindestens ein Kinderwagen, der völlig ausbrannte. Experten des Landeskriminalamtes nahmen am Freitagmorgen Proben, die auf Brandbeschleuniger untersucht werden sollen. Wann mit einem Ergebnis zu rechnen ist, war unklar. Die Polizei richtete eine Sonderkommission ein.

Wie der Kreis Bergstraße mitteilte, waren in dem seit 1993 als Unterkunft genutzten dreigeschossigen Gebäude 51 Menschen untergebracht, von denen 46 zum Zeitpunkt des Feuers zu Hause waren. Die Flüchtlinge stammten aus Äthiopien, Algerien, Irak, Libanon, Kongo, Nigeria, Türkei, Somalia und Syrien.

Die Einrichtung war vorerst unbewohnbar, die Bewohner kamen beim Roten Kreuz unter und wurden dort betreut. Nach einer Grundreinigung des vom Brand betroffenen Gebäudes war eine zeitnahe Rückkehr in die Wohnungen geplant. Die Stadt Heppenheim ging davon aus, dass die Menschen noch am Freitagabend wieder ihre Wohnungen beziehen können.

Zeugen hatten nach Angaben des Kreises Bergstraße in dem in einem Wohngebiet gelegenen Gebäude Rauch im Eingangsbereich bemerkt, der erste Notruf sei um 01.17 Uhr erfolgt. Die Feuerwehr traf wenige Minuten später ein und konnte den Brand zügig löschen. Die Freiwillige Feuerwehr und die Polizei waren nach Angaben der Stadt Heppenheim mit 50 Kräften im Einsatz, außerdem seien rund 30 Helfer der Rettungsdienste zur Unglücksstelle geeilt.

Ein Bewohner stand am Freitagmorgen noch vor dem Gebäude, an der Tür sowie an den Fenstern zum Treppenhaus waren deutliche Spuren des Feuers zu sehen. Vor dem Eingang lagen die Reste des völlig verbrannten Kinderwagens. Der Mann, der nach eigenen Angaben seit vier Jahren in der Unterkunft wohnt, befürchtete, dass das Feuer durch Brandstiftung entstand.

Eine Nachbarin erzählte, sie habe beobachtet, wie die Feuerwehr zwei Bewohner rettete. "Die Leute tun einem leid", sagte sie. Ihren Namen wollte sie nicht nennen, sie hoffe aber, dass es keine Brandstiftung war. Zwei andere Frauen schilderten, die Bewohner des Hauses hätten laut um Hilfe geschrien. Die Nachbarn seien zusammengelaufen. Die Rettungskräfte habe niemand behindert.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hofft auf eine schnelle Klärung der Ursache. Die Behörden täten alles, um den Sachverhalt aufzuklären, sagte er nach Angaben eines Sprechers während einer Reise in Warschau. Bouffier wurde von Innenminister Peter Beuth (CDU) informiert. Dieser hatte sich am Morgen in Heppenheim ein Bild von den Geschehnissen gemacht und ließ sich über die Ereignisse informieren. Als amtierender Präsident des Bundesrates hatte Bouffier zwei Tage Gespräche in Polen geführt, dabei war es auch um Flüchtlinge in Europa gegangen.

In den vergangenen Monaten hatte es mehrfach in Unterkünften für Asylbewerber gebrannt, meist bevor diese von Flüchtlingen bezogen wurden. Dabei handelte es sich in einigen Fällen um gezielte Anschläge. Ob auch das Feuer in Heppenheim dazuzählt, werden die Ermittlungen zeigen.

dpa

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