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Taliban bekennen sich zu Selbstmordattentat

Bombenexplosion in Pakistan Taliban bekennen sich zu Selbstmordattentat

Ein warmer Ostersonntag, der Park in der Millionenmetropole Lahore ist voll mit Familien. Ganz in der Nähe der Kinderschaukeln sprengt sich ein Attentäter in die Luft, Dutzende sterben. Trotz der Militäreinsätze gegen Extremisten scheint deren Kraft ungebrochen.

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Pakistanische Sicherheitskräfte inspizieren den Tatort.

Quelle: epa/Rahat Dar/dpa

Islamabad. Die Bombe explodierte in der Nähe des Kinderspielplatzes: In einem Park der pakistanischen Millionenstadt Lahore hat ein Selbstmordattentäter am Sonntag mindestens 63 Menschen getötet, die meisten von ihnen Frauen und Kinder. Mehr als 315 Menschen wurden teils schwer verletzt, wie am Abend ein Minister der Provinz Punjab, Rana Mashood, Medienvertretern sagte. Der Einsatzleiter Arshad Zia sprach zunächst von 59 Toten und mindestens 250 Verletzten.

Nach Medienberichten steckt die pakistanische Talibangruppe Jamaat ul-Ahrar hinter dem schwersten Anschlag in Pakistan seit Monaten. Journalisten meldeten, sie seien vom Sprecher der Gruppe, Ehsanullah Ehsan, angerufen worden. Der Radiosender Voice of America Deewa twitterte, der Islamist habe gesagt, man reagiere auf Militäroperationen der Regierung. Einem Reporter der "Express Tribune" sagte der Taliban, die Aktion sei gegen Christen gerichtet.

Der Park war an einem der ersten warmen Abende des Jahres besonders gut besucht. Auch viele christliche Familien waren dort, um Ostern zu feiern, wie der hohe Verwaltungsbeamte Mohammed Usman sagte.

Augenzeugen berichteten nach Medienberichten, blutende und verstümmelte Opfer seien teils mit Rikschas und Taxis in umliegende Krankenhäuser gebracht worden. Dort wurde der Notstand ausgerufen. Laut Rettungsleiter Zia wurden Armeeärzte herbeigerufen, um zu helfen. Im Fernsehen wurde um Blutspenden gebeten. Laut der Zeitung "Dawn" fanden Sicherheitskräfte den Kopf des Attentäters.

Der Sprecher der Armee, General Asim Bajwa meldete per Kurznachrichtendienst Twitter, dass die Regierung die Armee zur Sicherung des Geländes anforderte. Soldaten errichteten eine "Rote Zone". Der Ministerpräsident der Provinz Punjab, Shehbaz Sharif, rief eine dreitägige Trauerzeit aus.

Die Bundesregierung und die USA verurteilten den Terroranschlag scharf. "Dieser abscheuliche Anschlag gegen Familien in einem belebten Park zeigt, dass sich Terrorismus in seinem mörderischen Wahn gegen alle Menschen gleichermaßen richtet – gleich ob Mann oder Frau, jung oder alt, gleich welchen Glaubens und welcher Hautfarbe", erklärte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin. Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der USA, Ned Price, sprach von einer "feigen" und "entsetzlichen" Tat. Die USA stünden an der Seite des pakistanischen Volkes und der Regierung.

Punjab hat seit mehr als einem Jahr keinen größeren Anschlag erlebt. In der Provinz Khyber Pakhtunkhwa gab es aber jüngst einen Anschlag auf einen Bus voller Regierungsangestellter; 16 Menschen starben.

Ende Februar hatten dort pakistanische Taliban auch eine Universität angegriffen und mehr als 20 Menschen getötet, darunter 17 Studenten. Kurz darauf hatten sie weitere Anschläge angekündigt.

Seitdem im Dezember 2014 pakistanische Taliban in einer von der Armee betriebenen Schule in Peshawar 136 Kinder getötet hatten, hat die Armee ihre Operationen gegen Extremisten massiv erweitert. Dem Terrorismus werde das Rückgrat gebrochen, wiederholen Armeechef und -sprecher. Die Zahl der Anschläge und ihrer Opfer ging 2015 auch stark zurück. Aber Anschläge wie in Lahore und Peshawar zeigen, dass Extremisten weiter über Ressourcen und Rekruten verfügen.

dpa

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