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Deutschland / Welt Mehr als 60 Tote bei Explosionen in Kabul
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15:53 23.07.2016
Bei einem Anschlag in Kabul sind viele Menschen ums Leben gekommen. Quelle: dpa
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Kabul

Zwei Selbstmordattentäter haben sich in der afghanischen Hauptstadt Kabul bei einer Demonstration von Schiiten in die Luft gesprengt und dabei mindestens 61 Menschen getötet. Wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Samstag weiter bekanntgab, wurden außerdem mindestens 207 Menschen verletzt.

Nach Angaben des IS-Sprachrohrs Amak bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu der Tat. Nach Angaben der Organisatoren hatten sich mehr als 10 000 Menschen auf einem zentralen Platz versammelt, um gegen die Verlegung einer geplanten Hochspannungsleitung zu demonstrieren. Die beiden Attentäter zündeten nach Angaben der Behörde ihre Sprengstoffgürtel inmitten einer Demonstration. Ein Demonstrant, der sich in der Nähe aufgehalten hatte, sagte: "Erst dachten wir, das sei eine Minen-Explosion, aber als ich das Areal erreichte, wurde mir klar, dass es eine Selbstmordattacke war." Er veröffentlichte ein Video auf Facebook, das den Platz mit zahlreichen blutüberströmten Opfern zeigte.

Der Leiter des Isteqlal-Krankenhauses, Mohammad Sabir Nasib, sagte: "Viele der Verletzten, die zum Krankenhaus gebracht wurden, sind in schlechter Verfassung." Der Anschlag mache ihn "tieftraurig", erklärte Afghanistans Präsident Ashraf Ghani am Samstag. Unter den Opfern seien auch afghanische Sicherheitskräfte, fügte er hinzu. Afghanistans Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah verurteilte den Anschlag auf Twitter: "Es zeigt, dass Terroristen und ihre Verbündeten keinen Respekt vor Menschenleben haben."

Die Demonstration in Kabul richtete sich gegen die Verlegung der Route eines wichtigen Stromprojekts. Urspünglich hatte die Überland-Stromtrasse über die zentralafghanische Provinz Bamian verlaufen sollen. Nach einem späteren Gutachten wurde die Route aus Sicherheits- und technischen Gründen aber verlegt. Die Demonstranten beklagten die wirtschaftliche Benachteiligung und fortgesetzte Diskriminierung der Hasara, der größten ethnischen Minderheit des Landes. Bamian ist eine der ärmsten Provinzen des Landes und

dpa/afp

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