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Nachrichten Politik Deutschland / Welt Sawtschenko nun Abgeordnete in Kiew
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16:35 31.05.2016
Nadija Sawtschenko breitet bei ihrer Vereidigung als Abgeordnete eine ukrainische Fahne am Rednerpult aus. Quelle: Sergey Dolzhenko/dpa
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Kiew/Moskau

Die ukrainische Fahne über der Schulter und eine Fahne der 2014 von Russland annektierten Krim in der Hand, schritt Sawtschenko am Dienstag zum Rednerpult und sang die Nationalhymne.

"Ich bin zurückgekommen und werde dafür sorgen dass Ihr, die Ihr in diesen Armstühlen im Parlament sitzt, nie die Jungen vergesst, die ihr Leben für die Ukraine auf dem Maidan-Platz gelassen haben und heute weiterhin im Osten sterben", sagte die 35-Jährige – und befestigte ein Plakat mit der Aufschrift "Freiheit für die Gefangenen des Kremls" mit 31 Porträts im Plenarsaal.

In Abwesenheit ins Parlament gewählt worden

Sie war 2014 in Abwesenheit für die Vaterlandspartei von Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko ins Parlament gewählt worden.

"Nichts ist vergessen, niemand ist vergessen, und niemandem ist vergeben", sagte Sawtschenko vor dem Parlament. "Das Volk der Ukraine wird uns hier nicht sitzen lassen, wenn wir es betrügen", fügte sie hinzu und deutete die Möglichkeit eines weiteren Volksaufstands an. "Die Ukraine ist wichtiger als das Leben von jedem einzelnen von uns", sagte sie den Abgeordneten.

Große politische Ambitionen

Präsident Petro Poroschenko zeichnete sie im März 2015 mit dem höchsten Verdienstorden der Ukraine aus. Sawtschenko könnte ihm Beobachtern zufolge jedoch wegen ihrer politischen Ambitionen noch gefährlich werden. Sie genießt bei Veteranen und Soldaten hohes Ansehen und hat bereits angedeutet, dass sie eines Tages für das Präsidentenamt kandidieren könnte.

Freilassung als Zeichen der Entspannung

Sawtschenko hatte in der Ostukraine gegen Separatisten gekämpft, war gefangen genommen, nach Russland verschleppt und dort zu 22 Jahren Haft wegen Mordes verurteilt worden. Ihr Austausch gegen zwei in der Ukraine inhaftierte Russen gilt als Zeichen einer Entspannung im Konflikt der Nachbarländer.

In Moskau schloss Russlands Außenminister Sergej Lawrow eine Anerkennung der ostukrainischen Separatistengebiete als eigenständige Staaten durch den Kreml vorerst aus. Dies würde den Druck von der Führung in Kiew nehmen, sich stärker für eine friedliche Lösung des Streits einzusetzen, sagte der Chefdiplomat.

Die Forderung der ukrainischen Regierung nach einer bewaffneten Mission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) im Konfliktgebiet wies Lawrow mit Nachdruck zurück.

dpa/afp/RND/abr

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