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Von Storch legt mit Islam-Kritik nach

Trotz Kritik Von Storch legt mit Islam-Kritik nach

Unbeeindruckt von der massiven Kritik bleibt die AfD-Vizechefin Beatrix von Storch bei ihren Thesen: Vom Islam gehe die größte Gefahr für die Demokratie aus, sagte sie jetzt in einem Interview.

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Beatrix von Storch hält am islamfeindlichen Kurs ihrer Partei fest.

Quelle: dpa

Berlin. Die AfD legt ungeachtet der vehementen Kritik an ihrem strikten Anti-Islam-Kurs weiter nach. "Die größte Bedrohung für Demokratie und Freiheit geht heute vom politischen Islam aus", sagte die AfD-Vizevorsitzende Beatrix von Storch der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Auch antisemitische Übergriffe hätten heutzutage überwiegend einen islamistischen Hintergrund.

Von Storch weist Hitlerdeutschland-Vergleich zurück

Von Storch wies zudem den Hitlerdeutschland-Vergleich des Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, scharf zurück. Mazyek hatte die AfD mit Hitlers NSDAP verglichen und gesagt, erstmals seit Hitler-Deutschland gebe es wieder eine Partei, die erneut eine ganze Religionsgemeinschaft existenziell bedrohe. Die stellvertretende AfD-Vorsitzende stritt diesen Vorwurf ab und bezeichnete die AfD als harmlos. Zu dem Vergleich sagte von Storch: "Die Aussage ist eine Verharmlosung der Verbrechen des Dritten Reiches."

Am Wochenenende hatte von Storch den Islam in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung als "politische Ideologie, die mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist" bezeichnet. Auch der zweite Vizevorsitzende der rechtspopulistischen Partei, Alexander Gauland, äußerte sich entsprechend. Der Islam sei ein "Fremdkörper" in Deutschland, der hier "keine Heimat finden" könne.

Massive Kritik an der AfD

Für diese Thesen ernteten sie scharfe Kritik und entschiedenen Widerspruch. So stellte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) klar: "Die Praxis hat gezeigt, dass die übergroße Mehrzahl der Muslime hier im Rahmen des Grundgesetzes ihre Religion ausübt." Merkel verwies zudem auf die grundgesetzlich garantierte Freiheit der Religionsausübung, "und das gilt natürlich auch für Muslime in unserem Land".

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann warf der AfD eine "pauschale Verunglimpfung aller friedlichen Muslime" vor. "Das ist ein weiterer Versuch der AfD, die deutsche Gesellschaft zu spalten", sagte er der "Rheinischen Post" (Dienstag).

"Erneut wirft die AfD verbale Stinkbomben und verpestet den politischen Diskurs", sagte der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir der "Huffington Post". "In Deutschland gilt die Religionsfreiheit, selbstverständlich auch für Muslime. Es ist eine wichtige Aufgabe, den Islam in Deutschland einzubürgern."

"AfD hat jedes Maß verloren"

Die Integrationsbeauftragte der Unionsfraktion im Bundestag, Cemile Giousouf, sagte der "Huffington Post": "Auf ihrem Marsch nach Rechtsaußen hat die AfD jedes Maß verloren." Giousouf bzeichnete AfD-Politiker als "in der Wolle gefärbte Rassisten auf der Suche nach dem nächsten Aufregerthema".

Auch der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler sprach in der "Rhein-Neckar-Zeitung" (Dienstag) von Rassismus: "Was die AfD hier macht, ist religiöser Rassismus. Der Nachwuchs der AfD kommt aus rechtsradikalen Zirkeln und Seminaren." Der Verfassungsschutz sollte die Entwicklung der AfD genau beobachten.

dpa/mat

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