Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will mit einem neuen Gesetz gegen den Missbrauch von Leiharbeit vorgehen. Außerdem soll mit einem branchenweiten Mindestlohn verhindert werden, dass im nächsten Jahr osteuropäische Zeitarbeitsunternehmen mit Dumpinglöhnen auf den Markt drängen.
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) plant einen Mindestlohn für Leiharbeiter. „Heute schon werben polnische Firmen sehr aktiv in Berlin mit Stundenlöhnen von drei bis vier Euro“, sagte die Ministerin im Gespräch mit der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.
Ende April 2011 laufen die Übergangsfristen für die Begrenzung der Arbeitnehmerfreizügigkeit für Arbeitnehmer aus den osteuropäischen EU-Beitrittsländern aus. Die neue Freizügigkeit berge nicht nur Chancen für die deutsche Wirtschaft, sondern auch Risiken für die Arbeitsplätze, warnte die Ministerin. „Wir wollen diese Dumpinglöhne nicht, und wir wollen nicht den Import dieser Tarifverträge, weil wir in Deutschland keine Lohnspirale nach unten in Gang setzen wollen“, sagte von der Leyen.
Bislang lehnt die FDP allerdings weitere Branchen-Mindestlöhne ab. Das Bewusstsein für die Besonderheit der Zeitarbeitsbranche, die in alle anderen Bereiche hineinwirke, wachse, sagte von der Leyen. „Wir sind noch im Gespräch, aber bereits auf der Ziellinie.“ Von der Leyens Amtsvorgänger Olaf Scholz (SPD) hatte bereits mehrere Anläufe gemacht, um einen Mindestlohn für Leiharbeitnehmer einzuführen. Er war jedoch am Widerstand der Union gescheitert.
Zusätzlich zur Einführung einer allgemeinverbindlichen Lohnuntergrenze ist eine Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes geplant. Hintergrund ist die mittlerweile korrigierte Geschäftspolitik der Drogeriekette Schlecker, die Stammmitarbeiter entlassen hatte, um sie anschließend zu schlechteren Konditionen wieder als Leiharbeiter zu beschäftigen. Dieser Missbrauch soll nun gesetzlich verhindert werden. So soll künftig eine Wiedereinstellung als Leiharbeiter untersagt sein, wenn der Betreffende innerhalb der letzten sechs Monate bereits in der Firma gearbeitet hat. Die Ministerin bestätigte die Pläne.
Die Forderung von SPD und Grünen, Leiharbeitnehmern nach einer gewissen Einarbeitungsfrist den gleichen Lohn für gleiche Arbeit zu garantieren, lehnt die Arbeitsministerin dagegen ab. Da diese gesetzliche Vorgabe zu höheren Kosten für die Entleiher führen würde, sei damit zu rechnen, dass viele Leiharbeiter kurz vor Ablauf der Frist entlassen würden, sagte von der Leyen. Zudem habe man die Ausnahme vom Prinzip „Gleicher Lohn“ in Deutschland bewusst zugelassen, „weil hier im Unterschied zu Frankreich die Leiharbeiter auch in beschäftigungsloser Zeit weiter beim Verleiher angestellt sind“.
Gabi Stief
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU)
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dpa
Sie haben sich für Familien und Alleinerziehende stark gemacht. Jetzt wird das Elterngeld gekürzt, für einige sogar gestrichen. Wie kommt man damit klar?
Die Verrechnung des Elterngelds bei Langzeitarbeitslosen ist uns schwergefallen. Aber ich halte diesen Schritt dennoch für vertretbar, weil der Lebensunterhalt von Langzeitarbeitslosen und ihren Kindern vollständig vom Staat finanziert wird. Zudem werden wir an anderer Stelle das Geld gezielter in bessere Bildungschancen für diese Kinder investieren.
FDP-Politiker schlagen vor, den Spitzensatz beim Elterngeld zu kürzen. Was halten Sie davon?
Ich halte das für grundfalsch, weil es die Idee des Elterngeldes aushöhlt. Elterngeld ist kein Almosen, sondern eine Lohnersatzleistung für junge Familien, die zumeist kleine Einkommen haben. Der Spitzensatz von monatlich 1800 Euro ist vor allem für die Väter ein Anreiz, ihre Elternzeit zu nehmen und dennoch ein Einkommen für die Familie zu haben. Ich habe nichts dagegen, wenn man von Steuerzahlern in späteren Lebensphasen, wenn die Gehälter höher und die Kinder aus dem Haus sind, einen stärkeren Beitrag verlangt. Aber junge Familien brauchen die volle Unterstützung.
Ist dies jetzt ein Plädoyer für eine Erhöhung der Spitzensteuer?
Es wäre der falsche Zeitpunkt, eine neue Steuerdebatte zu eröffnen. Ich will sie aber auch nicht für die nächsten Jahre ausschließen. Ein einfacheres und gerechteres Steuersystem steht weiter auf der Agenda.
Die Menschen haben Sie bislang nicht für den Sparkurs gewinnen können. Was macht die Regierung falsch?
Ich glaube, dass viele Menschen verstehen, dass wir unseren Haushalt in Ordnung bringen und dass dabei auch der enorme Sozialetat nicht außen vor bleiben kann. Meine Erfahrungen der letzten sieben Jahre ist, dass Politik die Probleme schonungslos benennen muss. Das Entscheidende ist dann, dass man handelt und sich nicht in langen Diskussionen verheddert. Am Ende ist ein Gesetz so zerredet, dass es keine positive Wirkung mehr hat. Die internen Abstimmungsprozesse müssen zügiger und zielorientierter sein. Es darf nicht darum gehen, wer sich am besten durchsetzt. Meine Erfahrung der letzten Wochen ist auch, dass wir klarer sagen müssen, welchen Weg wir gehen wollen, um die Probleme zu lösen. Das gilt für jeden Minister und jede Ministerin.
Auch für die Kanzlerin?
Das gesamte Kabinett muss eine gemeinsame Grundmelodie finden, die auch das Handeln bestimmt.
Wird zu wenig erklärt?
Ja. Ich glaube nicht, dass Menschen Angst haben, Neuland zu betreten. Aber sie müssen eine Vorstellung davon bekommen, wohin der Weg geht. Und um aufzubrechen, braucht man Vertrauen. Die Menschen erwarten zu Recht Verlässlichkeit und Orientierung.
Glauben Sie, dass Sie selbst dieses Anforderungsprofil erfüllen?
Ich sehe es als meine Hauptaufgabe an, neben einer guten handwerklichen Gesetzesarbeit auch zu vermitteln, wohin wir gehen. Ich habe aus tiefer Überzeugung versucht, den Blick auf junge Familien zu verändern. Heute schimpft keiner mehr über den Ausbau der Krippen oder über die Notwendigkeit einer Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Es ist noch viel zu tun. Aber die Grundeinstellung hat sich geändert. Die Diskussionen um Elterngeld und Kita-Ausbau haben Schleusen geöffnet für ein Grundgefühl, das in der Bevölkerung vorhanden war.
Haben sich Politik und Volk entfremdet?
Nein. Manchmal fehlt die gemeinsame Sprache. Die parlamentarische Demokratie ist relativ schwerfällig und langsam. Das bewahrt aber auch vor Extremen. Ich kann die Ungeduld vieler Menschen verstehen, die sagen: Nun macht doch endlich was! Aufgabe der Politik muss es sein, Grundgefühle aus der Mitte der Gesellschaft früh zu erspüren. Und sie muss hinschauen und darf nicht ausweichen. Mir war es etwa in der Sozialstaatsdebatte im Frühjahr wichtig, darauf hinzuweisen, dass die allermeisten Arbeitslosen nicht den verbreiteten Negativklischees entsprechen, sondern Alleinerziehende, Ältere und Jugendliche mit ganz unterschiedlichen Problemen sind. Diese Übersetzungsaufgabe halte ich für wichtig.
Ist dies nicht auch die Hauptaufgabe eines Bundespräsidenten?
Nicht in der Tagespolitik, aber zweifelsohne in den großen Linien. Er muss wissen, wie Parteiendemokratie funktioniert. Er muss ein Gespür für die Sorgen der Menschen haben. Er muss versuchen, die scheinbaren Widersprüche zwischen diesen Sorgen und der Funktionsweise der Politik aufzulösen.
Wäre die parteiübergreifende Nominierung eines gemeinsamen Kandidaten nicht ein gutes Signal gewesen, dass die Parteien nicht nur an sich selbst denken?
Für mich ist nachvollziehbar, dass Parteien unterschiedlichen Persönlichkeiten vertrauen. Ich verneige mich vor der Lebensleistung von Joachim Gauck. Aber ich schätze auch die enorme Lebenserfahrung und die Vermittlerfähigkeiten von Christian Wulff. Es steht uns gut an, zwei herausragende Persönlichkeiten als Kandidaten zu haben.
Wenige Tage lang schien es, als könnten Sie eine parteiübergreifende Kandidatin sein. Sind Sie enttäuscht?
Nein. Ich habe mich gefreut über die Zustimmung. Dass dann alles anders kam, hat mir aber auch noch einmal vor Augen geführt, dass jeder sich einsetzen muss an seinem Platz. Meine Zeit als Arbeitsministerin kann ich nutzen, um eigene, unverwechselbare Akzente zu setzen.
War Ihr Vater als Politiker Ihr Vorbild?
Ich habe ihn weniger als Politiker, sondern als Gestalter erlebt. Er hatte Spaß daran, zu Hause zu erzählen, was er verändern wolle. Ich erinnere mich auch, dass er immer einen breiten Konsens mit allen Parteien gesucht hat. Es war eine spannende Politikergeneration ...
Wird man das später auch über Ihre Generation sagen können?
Sie ist anders. Die Generation meines Vaters wurde noch durch den Krieg geprägt. Die Politik war beherrscht von dem Wunsch, dies dürfe nie wieder geschehen. Es kann sein, dass die derzeitige Krise dazu beiträgt, kleinliche Parteiinteressen abzulegen und das große Ganze zu sehen. Ich möchte die Kultur einer parteiübergreifenden Lösungssuche pflegen. Es ist einfacher, richtige Wege zu finden, indem man sich zuhört und aufeinander zugeht.
Interview: Gabi Stief
Kommentare
Kommentar von Herrn Volker Rockel JR – 05.08.10
Herr Volker Rockel,wie alle Beteiligten an der Diskussion über Dampinglöhnen beschäftigen Sie sich mehr oder weniger nur mit einer Seite der Medallie, die Arbeitsmarkt heißt. Der Preis der Ware "Arbeit" ist und wird immer deutlicher über das Verhältnis Angebot zu Nachfrage bestimmt. Das Angebot an dieser Ware wird nämlich in Deutschland, aber auch früher oder später in ganzem EU-Raum, immer und kontinuierlich knapper. Diese andere Seite der Medallie heißt eben demografischer Wandel, der mindestens alle EU-Länder erfasst. Laut der letzen Prognose des Bundesamt für Statistik wird sich die Anzahl der Erwerbstätigen in Deutschland im Laufe der nächsten 50 Jahren dramatisch verringern (wohl gemerkt bei schrumfpender Bevölkerungszahl, obwohl hier die Anzahl der Rentner zu Erwerbstätigen zählt, und diese wird dramatisch von heute 34 auf 100 bis auf 63 auf 100 in 50 Jahren steigen). Selbst in stationärer und ambulanter Altenpflege (ohne häusliche Pflege)werden in 40 Jahren mehr als 1 Mio NEUE Arbeitsplätze entstehen müßen, möchte man den zukünftigen Senioren die Pflegeleistung anbieten, die sie heute geniessen. Also bei steigender Nachfrage nach Arbeitskräften, wird von Dumpinglöhnen schon in kürzem keine Rede sein dürfen. Deswegen erübrig sich quasi von allein die Frage nach Mindestlöhnen und das Thema Dumpinglöhne ist genauso vom Tisch. Bezahlt wird sowieso übertariflich, um überhaupt einen neuen, freien und freiwilligen (Fach-)Arbeitnehmer zu kriegen. Die Rente mit 67 wird man sich übrigens auch abschmincken können, ich glaube schon vor ihrer Eintritt. Gearbeitet wird bis zum Schluß, bzw. bis zum freiwilligen Abgang (im Sinne des Arbeitsverzichts), was schon heute das Beispiel der USA zeigt.
gerechte Löhne in der Zeitarbeit Link von der HAZ.de-Redaktion gelöscht – 28.06.10
Dieser Kommentar wurde von der HAZ.de-Redaktion gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen unter: www.haz.de/nutzungsbedingungenLeiharbeiter müssen Teuer sein! D... – 28.06.10
Also meiner Mainung nach wäre der Schlüssel genau der, dass die Leiharbeiter teurer als die Festangestellten sind, daher!GLEICHER LOHN FÜR ALLE!
Den im Grundgedanken war doch einmal die Leiharbeit als übergangsfrist für Spitzenlastgänge gedacht und nicht als einfache "Umgehung" der Kündigungsgesetze. Das haben aber meiner Meinung nach viele schon lange vergessen. Sollte man sich nicht irgendwan dazu entscheiden können einen "Übernahmepflicht" oder "gleichen Lohn für alle" einzuführen werden wir alle mal als Zeitarbeiter enden. Vielen Dank dann auch für einen Mindestlohn von 5 Euro ;-))))
re: Opa Harry unknown – 25.06.10
Können sie ihren Hinweis auf § 11 Arbeitnehmerüberlassungsgesetz noch einmal präzisieren!?- Kann es sein, dass sie hier "etwas durcheinander gebracht haben"?Abwarten - die Trickser kommen noch Opa Harry – 24.06.10
Im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG). das die Tätigkeit der Zeitarbeitsunternehmen regelt, gibt es in § 11 AÜG eine Tariföffnungsklauses. Danach muss der branchenübliche Tariflohn nicht gezahlt, wenn für die Zeitarbeitsbranche kein Tarifvertrag abgeschlosen worden ist (trifft in Deutschland aber nicht zu) oder der neue Arbeitnehmer zuvor mehr als 6 Wochen arbeitslos ist.Spannend ist aber die Höhe des Mindestlohnes, zugleich bleibt abzuwarten, ob die FDP sich querlegt. Lt. FDP ist die Tarifautonomie ausreichend. Selbst mit der zuvor genannten Tariföffnungsklauses wurde bereits Schindluder getrieben durch die christlichen Gewerkschaften (CGZP). Der chritlichen Metallgewerkschaft wurde bereits das Tätigkeitsfeld gewerbliche Industrie geschlossen durch das BAG. Auch der CGZP wurde bereits zweimal die Tariffähigkeit abgesprochen durch Arbeitsgerichte, siehe auch Bundestagsdrucksache 17 / 464. Das Verfahren ist letztinstanzlich beim BAG anhängig.
Zu korrigieren ist auch das, was bei Schlecker an Schweinereien mit Leiharbeit getrieben wurde und wo anders noch getrieben wird (Edeka/Marktkauf) usw.
@ Volker Rockel Wolfhart – 24.06.10
Inhaltlich und in der Analyse absolut zutreffende Darstellung!Aber vielleicht wünscht sich Frau von der Leyen für sich und ihresgleichen die preiswerten Haushaltshilfen, die sie nach dem 30.April 2011 aus den genannten Oststaaten rekrutieren kann.
Ansonsten gibt es keinen Grund, die Diskussion über die sich abzeichnenden Probleme für Leiharbeiter und alle (!!!) Arbeitnehmer in Deutschland nicht zu führen.
Und spätestens bis zum 30.4.11 werden aller Voraussicht nach die etablierten Leiharbeitsfirmen Firmenneugründungen in den Oststaaten vornehmen.
Offensichtlich hat von der Leyen das eigentliche Problem immer noch nicht richtig verstanden? Volker Rockel – 24.06.10
Das Problem ist wesentlich defiziler und nicht nur ein Problem der Leih- und Zeitarbeitsbranche!Am 1. Mai 2004 traten Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, die Slowakei, Slowenien, die Tschechische Republik, Ungarn und Zypern der EU bei.
In acht der zehn Beitrittsverträge wurde eine Übergangsregelung zur Arbeitnehmerfreizügigkeit festgeschrieben.- Betroffen davon sind alle mittel- und osteuropäischen Länder, also alle Neumitglieder außer Malta und Zypern. Mit dem 1. Mai 2009 endete eigentlich diese Übergangsperiode.
Lediglich Deutschland und Österreich haben beschlossen, die Übergangsfrist - über eine Verlängerungsoption - bis zum 30. April 2011 auszudehnen. D.h. :
1. Dass ab diesem Datum u.a. nunmehr auch Leih- und Zeitarbeitsunternehmen aus ost- u.d mitteleuropäischen EU Mitgliedsstaaten der EU, ArbeitnehmerInnen aus diesen Ländern in Deutschland tätig werden lassen können.
Da hilft dann weder der mit den Christlichen Gewerkschaften abgeschlossene Tarifvertrag weiter, noch die Haustarifverträge in der Leih- und Zeitarbeitsbranche in Deutschland!- Denn es gelten die Tarifverträge des entsendenden Unternehmens in dem jeweiligen Mitgliedstaat.
Es sei denn, dass die Zeit- u. Leiharbeitsbranche über das Arbeitnehmer-Entsendegesetz (Gesetz über zwingende Arbeitsbedingungen für grenzüberschreitend entsandte und für regelmäßig im Inland beschäftigte Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen) Branchen-Mindestlohn festlegt oder ein (alternativ) ein gesetzlicher flächendeckender Mindestlohn besteht!
Nur dürfte ein Mindestlohn im Maßstab der bislang diskutierten Höhe der deutschen Zeit- u. Leiharbeitsbranche aber nicht mehr weiterhelfen!
Denn das Entsendegesetz würde zwar die Mindest- Arbeitsbedingungen regeln unter denen diese Zeit- u. Leiharbeit aus den neuen ost- und mitteleuropäischen EU Mitgliedsstaaten tätig würden und ggf. würde ein Mindestlohnniveau für die Branche festgelegt sein, "aber es gelten die Sozialabgaben am Sitz des entsendenden Unternehmens"!
D.h., die deutsche Zeit- u. Leiharbeitsbranche müßte einen Mindestlohn definieren, der auch eine Wettbewerbsfähigkeit über die Höhe der Sozialabgaben sicherstellt!- Hierbei ist es kaum vorstellbar, dass dieser Mindestlohn unter 9,00 brutto/Std. liegt;- wahrscheinlich würde er die 10 Euro Grenze überschreiten müssen!
2. Die Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der EU, hat aber Auswirkungen auf den gesamtem deutschen Arbeitsmarkt!
Denn in erheblichen Teilen des deutschen Arbeitsmarktes bestehen weder tarifliche Regelungen noch Branchenmindestlöhne über das Entsendegesetz!
D.h., gemessen am Lohnniveau für Beschäftigte in einigen der neuen ost- und mitteleuropäischen EU Mitgliedsstaaten, sind selbst die Einkommen der sogenannten Niedriglöhner in Deutschland _ ein kommentar hat ja bereits darauf aufmerksam gemacht - auf einem hohen Niveau und wird daher viele dieser Arbeitnehmerinnen motivieren, in Deutschland eine Arbeit aufzunehmen!
Dadurch entsteht ein zusätzlicher Druck von „billigen“ Arbeitskräften aus den mittel- und osteuropäischen EU-Mitgliedsländern, auf den deutschen Arbeitsmarkt! Da davon auszugehen ist, dass deutsche Unternehmen sich der "billigen" Arbeitskräfte bedienen werden, erhöht sich damit zwangsläufig auch das Risiko der Arbeitslosigkeit für deutsche ArbeitnehmerInnnen bzw. die Lohndumpingspirale wird weiter beschleunigt!
Was in der Konsequenz auch bedeutet, dass eine weitere Belastung der Sozialsysteme entsteht, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber - über die jeweiligen Beiträge - anteilig partizipieren läßt! Das kann politisch nicht gewollt sein!
Und nun zeigt sich auf, dass die Diskussion über eine Verhinderung des Mindestlohns politisch völlig unsinnig war! (und es gute Gründe gegeben hat, dass 20 Mitgliedsländer einen gesetzlichen Mindestlohn bereits eingeführt haben!)
D.h., es gibt gute Gründe nunmehr nachdrücklich für einen gesetzlichen flächendeckender Mindestlohn aus allen Parteien zu votieren!
Interessanterweise hat sich dieser Aspekt einer öffentlichen Diskussion bislang völlig entzogen und offenbar genießt dieses Thema, im Hinblick auf die umfänglichen Konsequenzen, unverständlicherweise immer noch nicht die gebührende Aufmerksamkeit der Medien!
Leiharbeit ist Ausbeutung ich – 24.06.10
Sehr guter Ansatz, nur müsste schneller gehandelt werden, denn die Spirale nach unten dreht sich schon mit hoher Geschwindigkeit.Leider ist das eine Lüge:
"Zudem habe man die Ausnahme vom Prinzip „Gleicher Lohn“ in Deutschland bewusst zugelassen, „weil hier im Unterschied zu Frankreich die Leiharbeiter auch in beschäftigungsloser Zeit weiter beim Verleiher angestellt sind“."
Denn viele Zeitarbeiter bekommen inzwischen nur noch Koppelverträge die sie an einen "Ausleiher" bindet.
Werden sie vom "Ausleiher" abgemeldet fliegen sie auch bei der Leihfirma raus.