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Bundeswehrsoldaten sollen Ebola bekämpfen

Von der Leyen sucht Freiwillige Bundeswehrsoldaten sollen Ebola bekämpfen

Freiwillige vor: Im Kampf gegen Ebola will die Bundesregierung Soldaten nach Westafrika schicken. Verteidigungsministerin von der Leyen hat am Montag Ärzte und Pfleger, aber auch Techniker und Logistiker in der Bundeswehr aufgerufen, sich freiwillig an einem Einsatz gegen die Epidemie in Liberia, Guinea und Sierra Leone zu beteiligen.

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Spanische Mediziner in Sierra Leone: Jetzt sollen auch deutsche Soldaten gegen die Ebola-Epidemie kämpfen.

Quelle: afp

Berlin. „Zusehends gefährdet die Epidemie nicht nur die Sicherheit und Stabilität Westafrikas, sondern nimmt eine globale Dimension an“, schrieb Ursula von der Leyen (CDU). „Wir sind jetzt alle gefragt, schnell und wirkungsvoll zu helfen.“ Für einen Einsatz gegen eine Seuche wie Ebola gebe es keine festen Einheiten in der Truppe, sagte von der Leyens Sprecher. „Das gehört nicht zum Aufgabenspektrum der Bundeswehr.“ Deswegen setze die Ministerin auf Freiwilligkeit.

Die Freiwilligen sollen in einem Lehrgang für den Kriseneinsatz ausgebildet werden. Von der Leyen versprach zudem ausreichende medizinische Vorsorge, einen finanziellen Zuschlag und eine klare zeitliche Befristung des Einsatzes. Es soll auch sichergestellt werden, dass für den Fall einer Infektion ein schneller Heimflug gewährleistet ist. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) kündigte im Gespräch mit der HAZ an, ein Trainingsprogramm des Robert-Koch-Instituts zum Umgang mit Ebola-Verdachtsfällen bereitzustellen. Dies solle Helfern Sicherheit geben. „Oft hält die Angst vor der Ansteckung die Hilfspersonen davon ab, zu helfen.“

Bereits beschlossen ist, dass die Bundeswehr mit der französischen Luftwaffe eine Luftbrücke in die am meisten betroffenen Regionen aufbaut. Das Drehkreuz dafür soll in der senegalesischen Hauptstadt Dakar entstehen, wo 100 Bundeswehrsoldaten stationiert werden sollen. Zwei Transall-Transportmaschinen sollen täglich bis zu 100 Tonnen Hilfsgüter liefern. In Kooperation mit dem Roten Kreuz und dem Technischen Hilfswerk will die Bundeswehr zudem ein Feldlazarett mit 300 Betten in der liberianischen Hauptstadt Monrovia aufbauen. Bisher fehlt dafür noch Personal.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen, die zurzeit 2000 Helfer vor Ort stationiert hat, wertet die Ankündigung der Bundesregierung als „erstes positives Signal“. „Immerhin passiert endlich etwas“, sagte gestern Tankred Stöbe, Präsident von Ärzte ohne Grenzen Deutschland. „Aber die in Aussicht gestellte Hilfe reicht überhaupt nicht aus, um die außer Kontrolle geratene Epidemie in absehbarer Zeit einzudämmen. Neben Kranken- und Isolierstationen muss qualifiziertes Personal in die Region entsandt werden – schnell.“

Von Dieter Wonka und Marina Kormbaki

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