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Waffenruhe wird weitgehend eingehalten

Syrien Waffenruhe wird weitgehend eingehalten

Die von den USA und Russland ausgehandelte Waffenruhe für Syrien ist am Dienstag zunächst weitgehend eingehalten worden. Weder in der Hauptstadt Damaskus noch aus der umkämpften Stadt Aleppo sowie den anderen Provinzen wurden Gefechte gemeldet.

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In Syrien gilt ein Waffenstillstand, der am Dienstag inkraft getreten ist.

Quelle: dpa

Damaskus. US-Außenminister John Kerry sprach von der "vielleicht letzten Chance", Syrien zu retten.

Die neuerliche Waffenruhe trat am Montagabend mit Einbruch der Dunkelheit in Kraft. Im nördlichen Aleppo flogen die Regierungstruppen anschließend keine Luftangriffe mehr auf Rebellenviertel, wie AFP-Korrespondenten berichteten. Auch die Rebellen stellten ihre Angriffe auf die von der Regierung kontrollierten Stadtteile ein.

Die Einwohner Aleppos nutzten die Feuerpause, um das islamische Opferfest Eid al-Adha zu feiern. In der Hauptstadt Damaskus und anderen Landesteilen blieb die Lage ebenfalls ruhig. "Wir werden normalerweise die ganze Nacht von den Flugzeugen wachgehalten, aber letzte Nacht konnten wir Gott sei Dank alle schlafen", sagte der Oppositionsaktivist Hassan Abu Nuh in der von Aufständischen kontrollierte Stadt Talbisseh in der Provinz Homs. Ähnlich äußerten sich Aktivisten in der Provinz Idlib.

Schätzungen gehen von 300.000 Toten bisher aus

"An allen Fronten ist es insgesamt ruhig", meldete die syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montagabend. Syrische Staatsmedien warfen den Rebellen vereinzelte Verstöße gegen die Waffenruhe in Homs und südlich von Aleppo vor, Berichte über Opfer lagen zunächst aber nicht vor.

Kerry und sein russischer Kollege Sergej Lawrow hatten sich am Freitagabend in Genf auf die Waffenruhe verständigt. Ein vorheriger Waffenstillstand, den die Konfliktparteien am 27. Februar ebenfalls unter Vermittlung der USA und Russlands vereinbart hatten, war nie vollständig eingehalten worden und nach mehreren Monaten zerbrochen.

Kerry bezeichnete die jetzige Waffenruhe als "die vielleicht letzte Chance", Syrien zu retten. Nur eine politische Lösung sei ein realistischer Ausweg aus dem Konflikt. Nach jüngsten Angaben der Beobachtungsstelle, deren Informationen kaum zu überprüfen sind, fielen dem Bürgerkrieg inzwischen mehr als 300.000 Menschen zum Opfern, unter ihnen mehr als 86.000 Zivilisten.

Die Waffenruhe soll 48 Stunden halten

Die Vereinbarung sieht vor, dass sich die syrischen Regierungstruppen rund um Aleppo zurückziehen und humanitären Helfern Zugang gewähren. Die UNO erklärte, sie stehe bereit, um Hilfsgüter an die notleidende Bevölkerung auszuliefern. Russland entsandte unterdessen eine militärische Beobachtermission nach Aleppo, um die Waffenruhe zu überwachen. Die Soldaten postierten sich an der Castello Road, einer wichtigen Versorgungsroute für die Stadt, wie russische Nachrichtenagenturen meldeten.

Die Waffenruhe soll zunächst für 48 Stunden gelten und dann, falls sie hält, jeweils um 48 Stunden verlängert werden. Hat die Waffenruhe eine Woche lang Bestand, wollen die USA und Russland ihren Kampf gegen Dschihadisten in Syrien koordinieren. Die syrische Armee kündigte an, ihre Einsätze für sieben Tage auszusetzen; Russland und die Türkei betonten, ihr Vorgehen gegen "Terroristen" fortzusetzen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) mahnte die Konfliktparteien zur Einhaltung der Waffenruhe. Dies sei die Grundlage für die Rückkehr zu politischen Verhandlungen, erklärte er im Onlinedienst Twitter. Während die syrische Regierung und ihre Verbündeten das Abkommen mittragen, steht die offizielle Zustimmung von Opposition und Rebellen allerdings noch aus.

Doch nicht nur die zögerliche bis ablehnende Haltung im Lager der Rebellen ließ Zweifel am Erfolg der Waffenruhe aufkommen: Präsident Baschar al-Assad kündigte wenige Stunden vor dem Beginn der Waffenruhe die Rückeroberung des gesamten Staatsgebiets an. "Der syrische Staat ist entschlossen, jedes Gebiet von den Terroristen zurückzuerobern", sagte Assad laut staatlichen Medien bei einem seiner seltenen öffentlichen Auftritte in der einstigen Rebellenhochburg Daraja.

afp

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