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Trump fordert Einreisestopp für Muslime

Wahlkampf in USA Trump fordert Einreisestopp für Muslime

Donald Trump ist für ungewöhnliche Vorschläge gut, doch dieses Mal dürfte er zu weit gegangen sein: Nach dem Anschlag im kalifornischen San Bernardino mit 14 Toten hat der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber einen Einreisestopp für Muslime in die USA gefordert.

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Fordert ein Einreiseverbot für Muslime in die USA: Donald Trump.

Quelle: dpa

In einer Presseerklärung verlangte der in Umfragen führende Trump am Montag die "vollständige und komplette Schließung" der Grenzen für Muslime, "bis die Vertreter unseres Landes herausfinden können, was vor sich geht".

Der Geschäftsmann verwies dabei auf Umfragen, die "in breiten Teilen der muslimischen Bevölkerung" einen "großen Hass auf Amerikaner" feststellten. "Woher dieser Hass kommt und warum, das werden wir herausfinden müssen", erklärte Trump. Solange diese "gefährliche Bedrohung" bestehe, "darf unser Land nicht das Opfer von schrecklichen Attacken von Leuten sein, die nur an den Dschihad glauben."

Aus der Erklärung geht nicht hervor, ob nur Einwanderer oder auch Touristen gemeint sind. Auch ist unklar, ob der Einreisestopp für Muslime mit US-Staatsbürgerschaft gelten solle. Das Weiße Haus verurteilte den Vorschlag umgehend: Die Äußerungen Trumps stünden "vollkommen im Gegensatz zu unseren Werten".

Der pakistanischstämmige US-Bürger Syed Farook hatte am vergangenen Mittwoch zusammen mit seiner pakistanischen Ehefrau Tashfeen Malik die Weihnachtsfeier seines städtischen Arbeitgebers in San Bernardino gestürmt. Das Paar tötete 14 Menschen und verletzte 21 weitere, bevor es von der Polizei erschossen wurde.

Nicht die erste islamfeindliche Aussage

Das FBI erklärte am Montag, dass Farook und Malik bereits "seit einiger Zeit" einer radikalen Auslegung des Islam gefolgt seien. Die genauen Umstände der Radikalisierung seien unklar. Malik soll der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im Onlinenetzwerk Facebook die Treue geschworen haben.

Trump hatte in den vergangenen Wochen wiederholt mit islamfeindlichen Äußerungen für Empörung gesorgt. Ende November antwortete er bei einem Wahlkampfauftritt im Bundesstaat Iowa auf die Frage, ob er eine zentrale Erfassung von Muslimen in den USA unterstütze: "Ich würde das sicherlich umsetzen, absolut." Muslime könnten an verschiedenen Orten registriert werden, "nicht nur in Moscheen". Später sagte er, dass "tausende Muslime" in den USA am 11. September 2001 den Anschlag auf das New Yorker World Trade Center bejubelt hätten.

In den USA leben nach Schätzungen des Rats für Amerikanisch-Islamische Beziehungen (CAIR) bis zu sieben Millionen Muslime. Demnach gibt es fast 2000 Moscheen, islamische Zentren und Schulen.

US-Präsident Barack Obama hatte seine Landsleute in einer Fernsehansprache am Sonntag ermahnt, Muslime nicht unter Generalverdacht zu stellen und den Kampf gegen Extremisten zu einem "Krieg zwischen Amerika und dem Islam" zu machen. Obama erklärte, die IS-Miliz spreche "nicht im Namen des Islams". Ihre Anhänger seien "Gauner und Mörder".

afp

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