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Deutschland / Welt Weniger Straftaten von Zuwanderern
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23:17 30.12.2016
Eine neue Auswertung zeigt: Viele Straftaten von Flüchtlingen entfallen auf das Fahren ohne Fahrschein. Quelle: dpa
Berlin

Die Zahl der Straftaten, bei denen Zuwanderer Täter oder Tatverdächtige sind, ist im Laufe dieses Jahres deutlich gesunken. Das berichten der NDR und die Süddeutsche Zeitung. Sie berufen sich auf einen vertraulichen Lagebericht des Bundeskriminalamts (BKA) für die ersten drei Quartale 2016.

Demnach sind die erfassten Straftaten im dritten Quartal 2016 im Vergleich zum ersten Quartal zum 23 Prozent gesunken. Im gesamten Betrachtungszeitraum zählte das BKA zwar 214.600 Delikte durch Zuwanderer und damit einige Tausend mehr als 2015, schrieb die Nachrichtenagentur dpa. Aber in den ersten drei Monaten des Jahres 2016 sei auch die Zahl der Asylbewerber um 213.000 auf 1,1 Millionen gestiegen.

Eine BKA-Sprecherin bestätigte am Freitagabend lediglich die Existenz des Berichts, wollte sich zu den Inhalten aber nicht äußeren. Das Bundesinnenministerium will sie in der kommenden Woche vorstellen, wie eine Sprecherin sagte.

Wie NDR und SZ weiter berichteten, erfasste das BKA für seinen Bericht diejenigen Taten der allgemeinen Kriminalität, die Asylbewerbern, Asylberechtigten oder sich in Deutschland unerlaubt aufhaltenden Personen zugeordnet wurden. Verstöße gegen das Asylrecht seien nicht eingeflossen.

Wenige Sexualdelikte

Nach Angaben des NDR und der SZ zeigt der BKA-Bericht, dass sehr viele Straftaten Bagatelldelikte seien.

  • Allein 17 Prozent der Straftaten resultierten aus sogenannter Beförderungserschleichung, also Schwarzfahren.
  • Etwa ein Viertel der Fälle waren Diebstähle.
  • Ein weiteres Viertel waren sogenannte Rohheitsdelikte, also zum Beispiel Körperverletzungen.
  • Den überwiegenden Teil der Körperverletzungen fügten sich Zuwanderer gegenseitig zu. Nur in sechs Prozent der erfassten Straftaten wurden deutsche Staatsangehörige verletzt.
  • 1,3 Prozent der Taten waren nach Angaben der SZ und des NDR versuchte oder vollendete Sexualdelikte.

Syrer selten unter Verdächtigen

Wie schon in früheren BKA-Erhebungen ergibt wieder ein deutlicher Unterschied zwischen einzelnen Nationalitäten.

  • Menschen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan würden relativ selten in Deutschland auffällig, berichteten SZ und NDR. Diese Herkunftsländer stellten rund zwei Drittel der Zuwanderer. Ihr Anteil an den Tätern und Verdächtigen liege aber nur bei einem Drittel.
  • Zuwanderer vom Balkan, aus den Maghreb-Staaten, aus Gambia, Nigeria, Somalia und Georgien würden deutlich häufiger verdächtigt, schreibt die SZ. Aus diesen Ländern kämen dagegen weniger Zuwanderer:
  • Balkan: 11 Prozent der Einwanderer, 19 Prozent der Taten;
  • Maghreb-Staaten: 2 Prozent der Einwanderer, 22 Prozent der Taten;
  • Gambia, Nigeria und Somalia: zusammen 3 Prozent der Einwanderer, 8 Prozent der Taten;
  • Georgien; 0,6 der Einwanderer, 5 Prozent der Taten.

Von dpa/RND

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