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Wer war der Angreifer von Nizza?

Gewaltätig und in der Krise Wer war der Angreifer von Nizza?

Der tunesische Attentäter von Nizza gibt den französischen Terrorermittlern Rätsel auf. Handelte er wirklich im Auftrag der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) - oder war er psychisch gestört? Menschen, die ihn kannten, beschreiben ihn als gewaltbereit, depressiv oder einfach still, aber nicht als religiös.

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Fahnen auf Halbmast in Nizza.

Quelle: dpa

Nizza. Mohamed Lahouaiej-Bouhlel wurde 1985 in Msaken bei Sousse in Tunesien geboren, lebte aber die letzten Jahre legal als Lieferant in Südfrankreich. In Nizza war er mit einer Franko-Tunesierin verheiratet und hatte drei Kinder. Er ging zum Bodybuilding und mochte Salsa. Doch am Ende ging seine Ehe in die Brüche und er hatte Probleme mit der Justiz. Dazu kamen wohl Finanzprobleme. "Ihm wurde ein Kredit verweigert und er wurde immer aggressiver", sagte ein Bekannter der Zeitung "Nice Matin".

"Soldat" oder "Vollkommen unbekannt"?

War Lahouaiej-Bouhlel ein Islamist? Der IS vereinnahmt ihn als "Soldaten". Doch dem französischen Geheimdienst war er laut Pariser Staatsanwaltschaft "vollkommen unbekannt"; er stand auf keiner Gefährderliste. Seine Nachbarn erklärten französischen Medien, er sei zwar Muslim, aber nicht sonderlich religiös gewesen und in kurzen Hosen herumgelaufen. Allerdings war auch der Terrorist Mohammed Merah, der 2012 in Toulouse und Montauban im Namen des Islams gemordet hatte, ähnlich beschrieben worden. Sicher ist: Lahouaiej-Bouhlel neigte zur Gewalt und war vorbestraft. Erst im März wurde er zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, weil er nach einem Verkehrsunfall eine Holzpalette auf seinen Unfallgegner geworfen hatte.

Schon seit 2010 war er mit Drohungen, Diebstählen und Sachbeschädigungen aufgefallen. Gewalttätig soll er auch zu seiner Frau gewesen sein. Er kam aber nicht ins Gefängnis und zum Zeitpunkt der Tat hatte die Justiz ihn nach Angaben des Justizministeriums nicht mehr auf dem Radar. Was brachte Lahouaiej-Bouhlel dazu, am 11. Juli einen 19-Tonner zu mieten und damit am Nationalfeiertag in eine fröhliche Menschenmenge zu fahren, die am Mittelmeer ein Feuerwerk anschauen wollte? Seinen Lkw-Führerschein soll der Tunesier erst kurz zuvor gemacht haben. Und er hatte sich laut Staatsanwaltschaft eine automatische Pistole besorgt, mit der er bei seinem Anschlag auf Menschen schoss. Was ihn dazu trieb, darüber erhoffen die Ermittler Aufschluss aus der Auswertung der Daten der elektronischen Geräte, die bei der Durchsuchung der Wohnungen beschlagnahmten worden waren, in denen der Tunesier sich zuletzt aufgehalten hatte.

dpa

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