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Bahlsen: „Wir brauchen eine Agenda 2025“

CDU-Wirtschaftsrat Bahlsen: „Wir brauchen eine Agenda 2025“

Der CDU-Wirtschaftsrat fordert von Kanzlerin Angela Merkel mehr Reformbereitschaft. „Wir brauchen heute eine Agenda 2025, mit der wir das Land in eine neue Zeit bringen“, sagte der Vorsitzende des Wirtschaftsrates, Werner Michael Bahlsen, den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland.

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Werner Michael Bahlsen, geboren am 13. April 1949 in Göttingen, ist geschäftsführender Gesellschafter der Firma Bahlsen mit Sitz in Hannover. Der CDU-Politiker und Manager ist seit dem 9. Juni 2015 Präsident des Wirtschaftsrates der CDU. Bahlsen lernte Konditor und studierte Betriebswirtschaft.

Quelle: Jochen Lübke

Hannover. Herr Bahlsen, ist Angela Merkel die beste denkbare Bundeskanzlerin?
Angela Merkel ist eine sehr erfolgreiche Bundeskanzlerin, die das Land in den letzten zehn Jahren sehr gut und ausgewogen auch durch die momentane schwierige Lage führt.

Ist es auf Dauer selbstzerstörerisch, wenn die CDU zu wenig den konservativen Markenkern pflegt?
Ich sehe bei der CDU schon die Notwendigkeit, sich auch mehr um den Markenkern und damit um marktwirtschaftlich orientierte und bürgerlich-konservative Wähler zu kümmern. Die CDU ist eine Volkspartei und eine Volkspartei muss auch die Fähigkeit haben, ein breites Spektrum von Wählern anzusprechen.

Ist das Aufkommen der AfD auch mit der Vernachlässigung einer bestimmten Klientel durch die CDU zu erklären?
Der AfD hat sicher die Flüchtlingskrise geholfen, die sie populistisch ausnutzt. Die CDU täte gut dran, sich auch den bürgerlichen Teil der eher christlich konservativen unter deren Wählern genau anzugucken, für die etwa die innere und äußere Sicherheit sehr wichtig ist.

Schadete es Deutschland, wenn 2017 die Union mit den Grünen regierte?
Die Grünen sind eine sehr heterogene Truppe. Herr Kretschmann steht nicht für die Grünen insgesamt. Wenn er seine Partei auf seinen eher konservativen moderaten und wirtschaftsfreundlichen Kurs bringt, könnte ich mir eine schwarz-grüne Regierung durchaus vorstellen.

Ist die Selbstzufriedenheit aufzubrechen, in die die Regierungen seit Schröders Agenda 2010 gekommen ist?
Diese Selbstzufriedenheit ist eine große Gefahr, weil wir uns zu sehr auf dem Erreichten ausruhen. Wir brauchen heute eine Agenda 2025, mit der wir das Land in eine neue Zeit bringen. Stichwort: Digitalisierung. Stichwort: Europa neu denken. Stichwort: internationale Wettbewerbsfähigkeit. Da gibt es viele Dinge, die wir heute anschieben müssen, damit wir in fünf oder zehn Jahren gut dastehen.

Nach Ansicht des Wirtschaftsrats verteilt die Politik zu viel an sozialen Wohltaten. Ist die Botschaft Rente ab 70 eine richtige, weil auch provokante Antwort auf die bisherige Politik der Wohltaten?
Wir müssen uns den Tatsachen stellen. Wir werden älter, bleiben länger gesund und viele wollen auch länger arbeiten. Das muss ermöglicht werden. Ob das Rente mit 70 ist oder eine flexible Rente, ist mir relativ egal. Tatsache ist, eine Politik mit der Rente mit 63 fährt die Wirtschaft gegen die Wand, weil Hunderttausende Fachkräfte zu früh ausscheiden und die Renten auf die Dauer nicht zu finanzieren sind.

Interview: Dieter Wonka

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