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Westerwelle zu Überraschungsbesuch in Afghanistan eingetroffen

Treffen mit Karsai Westerwelle zu Überraschungsbesuch in Afghanistan eingetroffen

Außenminister Westerwelle ist zu einem Überraschungsbesuch in Afghanistan eingetroffen. Gleich zu Beginn seiner Reise hat er sich gegen einen konkreten Zeitplan für den Afghanistan-Abzug der Bundeswehr ausgesprochen.

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Außenminister Guido Westerwelle besucht Afghanistan.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Kabul. Außenminister Guido Westerwelle ist zu einem Überraschungsbesuch in Afghanistan eingetroffen. In der Hauptstadt Kabul will er am Donnerstag unter anderen Präsident Hamid Karsai und den neuen Kommandeur der internationalen Schutztruppe Isaf, US-General John Allen, treffen.

Westerwelle hat einen konkreten Zeitplan für den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan abgelehnt. „Es wäre nicht wirklich klug zu sagen, wo und in welchem Monat welche Truppenteile reduziert werden“, sagte er am Donnerstag zu Beginn eines Afghanistan-Besuchs in Kabul. Ein solches Vorgehen wäre „geradezu eine Einladung“ an die Aufständischen, „besonders dort mit ihren Gewalttaten aktiv zu werden“.

Die Bundesregierung will Ende des Jahres mit dem Abzug der mehr als 5000 deutschen Soldaten aus Afghanistan beginnen. Bis Ende 2014 sollen alle Kampftruppen zu Hause sein. Aus der Opposition war die Forderung laut geworden, konkrete Abzugsschritte für die nächsten Jahre festzulegen.

Schrittweise Verkleinerung der Isaf beginnt

Der Besuch des deutschen Außenministers findet in vielerlei Hinsicht zu einem wichtigen Zeitpunkt statt. Allen hat Montag das Isaf-Kommando von US-General David Petraeus übernommen, der CIA-Chef wird. Allens Aufgabe wird es sein, die Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die Afghanen weiter voran zu treiben. In diesen Tagen übernehmen die einheimischen Behörden die ersten sieben Gebiete, darunter die Stadt Masar-i-Scharif im Zuständigkeitsbereich der Bundeswehr im Norden des Landes.

Gleichzeitig beginnt die schrittweise Verkleinerung der zurzeit noch 140.000 Soldaten starken Isaf. Die USA schreiten dabei als größter Truppensteller voran und wollen bis Sommer 2012 ein Drittel ihrer rund 100.000 Soldaten aus Afghanistan abziehen. Die Bundesregierung will erst Ende des Jahres über den ersten Abzugsschritt entscheiden. Derzeit sind mehr als 5000 deutsche Soldaten am Hindukusch stationiert.

Zu der Afghanistan-Konferenz im ehemaligen Bundestagsgebäude in Bonn werden im Dezember rund 90 Außenminister erwartet. Den Vorsitz wird der afghanische Außenminister haben, obwohl Deutschland Gastgeber ist. Bei der Konferenz wird es auch schon um die Vorbereitung der Zeit nach 2014 gehen, wenn die Isaf-Kampftruppen das Land verlassen haben.

jhe/dpa

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