Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Wikileaks: NSA forschte nicht nur Merkel aus
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Wikileaks: NSA forschte nicht nur Merkel aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:31 01.07.2015
Nach Informationen der Enthüllungsplattform Wikileaks hat die NSA nicht nur Angela Merkel ausgespäht. Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

Aus den Unterlagen, die der "Süddeutschen Zeitung" sowie NDR und WDR zugänglich gemacht wurden, gehe hervor, das sich die NSA vor allem für die deutsche Währungs- und Handelspolitik interessierte. Zu den Spionagezielen der National Security Agency (NSA) gehörten demnach nicht nur das Wirtschafts-, sondern auch das Finanz- sowie das Landwirtschaftsministerium.

Ein Sprecher der Bundesregierung erklärte laut "Süddeutscher Zeitung": "Ohne nähere Kenntnis des zugrunde liegenden Sachverhalts ist der Bundesregierung eine Bewertung derzeit nicht möglich." In den Unterlagen von Wikileaks findet sich den Berichten zufolge eine Überwachungsliste mit insgesamt 69 Telefonnummern. Dabei soll es sich um in der Vergangenheit überwachte Anschlüsse wie auch um aktuelle Anschlüsse handeln. Die Überwachung reiche mindestens bis in die 90er-Jahre zurück.

Aus den Unterlagen gehe hervor, dass sowohl der Berliner Telefonanschluss des Bundeswirtschaftsministers als auch seine Fax-Nummer auf der NSA-Überwachungsliste stehen, zudem der Anschluss seines Büroleiters. Diese Liste stamme offenbar aus der Zeit von 2010 bis 2012. Der heutige Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) war damals noch in der Opposition. Es sei aber anzunehmen, dass auch Gabriel abgehört wurde oder wird. Die Überwachung durch die NSA ist den Berichten zufolge in der Regel an Funktionen und nicht an Personen gebunden.

Vorige Woche hatte Wikileaks Unterlagen über NSA-Lauschangriffe auf drei französische Staatspräsidenten veröffentlicht. Diese Dokumente stammen, wie auch die Deutschland betreffenden Unterlagen, offenkundig nicht von Edward Snowden, sondern von einer anderen, bislang nicht identifizierten NSA-Quelle, heißt es in den Berichten.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Deutschland / Welt Terrormiliz Islamischer Staat bekennt sich - Mehr als 70 Tote bei Anschlagsserie in Ägypten

Bei der Anschlagsserie auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel sind nach ägyptischen Behördenangaben mehr als 70 Menschen getötet worden. Mindestens 36 Soldaten und Zivilisten sowie 38 Angreifer seien getötet worden, teilten Vertreter von Sicherheits- und Gesundheitsbehörden mit.

01.07.2015

Das Referendum in Griechenland ist legitim, sagt die Kanzlerin. Aber auch die Partner Athens hätten das Recht, die Wünsche der Griechen abzulehnen. Europa müsse stärker und nicht schwächer aus der Schuldenkrise herauskommen.

01.07.2015

Welche Sorgen und Hoffnungen haben die Rentner, Lehrer und Studenten in Griechenland, während die Mächtigen Europas über die Zukunft ihres Landes entscheiden? Unsere Reporterin Marina Kormbaki ist eine Woche vor Ort und berichtet jeden Tag aus dem Alltagskrimi. Heute: Hoffnung auf das Ende des Dramas – oder ein Zeichen des Herrn.

04.07.2015
Anzeige