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Wikinger – ein neuer Lehrberuf in Norwegen

An staatlicher Schule Wikinger – ein neuer Lehrberuf in Norwegen

Waffenhandwerk, alte Zeremonien und Techniken – an einer weiterführenden Schule 150 Kilometer westlich von Oslo lassen sich 14 Norweger zum Wikinger ausbilden. Allerdings läuft das weitaus gesitteter und weniger blutrünstig ab als bei den historischen Vorbildern.

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„Opferrituale sind nicht geplant“: Leben wie die Wikinger - das kann man jetzt lernen.

Sie waren groß, stark - und ziemlich grausam: Die Wikinger-Krieger in ihren schnellen Booten, die von 800 bis 1050 nach Christus Küstenstädte gleich reihenweise plünderten, waren berüchtigt bis nach Vorderasien. Manche sollen es sogar lange vor Kolumbus nach Amerika geschafft haben. Den kältegestählten Männern aus Europas höchstem Norden eilte ein Ruf wie Donnerhall voraus. Denn oft ermordeten sie bei ihren Raubzügen Männer, entführten Frauen und Kinder.

Jetzt wollen die Norweger offenbar an alte Zeiten anknüpfen, wenn auch weniger brutal. Wer das Leben der Nordkrieger und ihre unbestritten großen Fähigkeiten in Boots-, Waffen- und Hausbau nachempfinden will, kann seit dieser Woche eine staatliche Schulausbildung zum Wikinger absolvieren. An der weiterführenden Schule von Seljord, 150 Kilometer westlich von Oslo, lernen 14 Eleven das Waffenhandwerk, alte Zeremonien und Techniken. Ganz wikingeruntypisch fließt dabei kein Blut: „Opferrituale etwa mit Tieren sind nicht geplant“, versichert Schuldirektor Arve Husby.

Trotz mancher Missverständnisse im Vorfeld war der Ansturm auf das ein Schuljahr lang laufende Studienprogramm groß. Rektor Husby denkt deshalb bereits darüber nach, für das kommende Herbstsemester die Zahl der Studienplätze zu erhöhen. Die Interessenlage der Anwärter sei ganz unterschiedlich, sagt der Schulleiter. „Einige bewerben sich, weil sie durch in Mode gekommene Fernsehserien wie ,Game of Thrones’ fasziniert sind, andere, weil sie vor allem die handwerklichen Techniken der Wikinger erlernen wollen.“ In der Ausbildung gehe es darum zu lernen, wie die Wikinger damals ihre Kleidung und Schuhe herstellten, ihre Häuser und Boote bauten und ihre Waffen und ihren Schmuck schmiedeten.

Das Studienjahr geht bis in den Mai und kostet 100.000 Kronen (etwa 10.700 Euro). Allerdings wohnen die angehenden Wikinger in der Schule und werden dort auch verpflegt - im teuren Norwegen ist das viel wert. Für die Ausbildung, die eher Berufsschul- als akademischen Charakter hat, können sich übrigens auch Interessierte aus dem deutschsprachigen Raum bewerben, betont Husby,

Und wozu nun das Ganze? Tatsächlich gibt es einen Arbeitsmarkt für die Absolventen. Mittelalterfestivals boomen derzeit ebenso wie besondere Events an historischen Orten und in Museen. Die Vergangenheit dabei mit „richtigen“ Wikingern aufleben zu lassen ist gerade sehr in Mode.

Zumindest ein kleiner Raubzug findet sich auch im Stundenplan. Die britische Hafenstadt York, die die nordischen Krieger im Jahr 866 eroberten und in „Jordvik“ umtauften, wird von den angehenden Neuzeit-Wikingern besucht. Allerdings wird die Anreise weit weniger beschwerlich als damals, sagt Rektor Husby: „Die fahren nicht im Schiff, sondern sie fliegen.“

Von André Anwar

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