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Wildes Flüchtlingslager in Idomeni leert sich

Räumung vor Abschluss Wildes Flüchtlingslager in Idomeni leert sich

Zwei Tage nach Beginn schreitet die Räumung des wilden Flüchtlingslagers von Idomeni voran. Nur noch etwa 1000 Menschen halten sich in dem abgesperrten Bereich aus. Allerdings wird immer wahrscheinlicher, dass mehrere Tausend Migranten sich vor Räumungsbeginn abgesetzt haben.

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Etwa 3000 Flüchtlinge haben Idomeni per Bus verlassen.

Quelle: dpa

Athen . Das wilde Flüchtlingslager von Idomeni an der mazedonisch-griechischen Grenze soll bald ganz geräumt sein. Wie griechische Medien übereinstimmend berichteten, befanden sich am Donnerstag nur noch rund 1000 Menschen dort. Auch diese sollten bald in andere Lager gebracht werden, berichtete das Staatsfernsehen (ERT).

Die griechischen Behörden hatten am frühen Dienstagmorgen mit der angekündigten Räumung des wilden Lagers von Idomeni begonnen. Einheiten der Bereitschaftspolizei sperrten das Lager weiträumig ab. 

Das wilde Flüchtlingslager in Idomeni gilt als trauriges Sinnbild der Flüchtlingskrise: Seit der Schließung der Balkanroute Ende Februar 2016 harren vor der Grenze zu Mazedonien tausende Menschen aus. Nun lassen die griechischen Behörden das Lager räumen.

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Rund 3000 Migranten waren nach Behördenangaben am Dienstag und Mittwoch in organisierten Flüchtlingslagern untergebracht worden. Vor Beginn der Räumung schätzten die Behörden die Zahl der Migranten aber auf 8000.

Es wird vermutet, dass ein Teil der Migranten in der Region südlich von Idomeni bis hin zu Hafenstadt Thessaloniki untergetaucht sind, um anschließend wieder zu versuchen, über die Grenze nach Mazedonien zu kommen. Ein anderer Teil soll auf eigene Faust zu Verwandten gegangen sein, die sich in Lagern in Südgriechenland befinden, schätzten griechische Medien.

Das Lager von Idomeni

  • Noch vor gut einem Jahr war der kleine griechische Grenzort Idomeni bestenfalls unter Eisenbahnromantikern, Rucksacktouristen und ehemaligen Gastarbeitern bekannt. Kaum 200 Bewohner leben dort in unmittelbarer Nachbarschaft zur mazedonischen Grenze. Es gibt einen kleinen Bahnhof, der Güterverkehr von und nach Griechenland rattert über die Strecke.
  • Im Jahr 2015 jedoch wurde der Grenzübergang im Zuge der Flüchtlingskrise zum Startpunkt der sogenannten "Balkanroute": Wer es von Syrien und anderen Ländern zu den griechischen Inseln schaffte, reiste früher oder später über Idomeni entlang der Eisenbahnschienen weiter gen Norden.
  • Als Mazedonien seine Grenze im Februar dieses Jahres schloss, um den Flüchtlingszustrom zu stoppen, erlangte Idomeni schließlich traurige Berühmtheit. Quasi über Nacht sammelten sich fast 15.000 Flüchtlinge und Migranten an der Grenze an. Mitten im Nirgendwo entstand ein provisorisches, wildes Lager, ohne Toiletten, ohne medizinische Versorgung.
  • Bis heute harrt ein harter Kern aus Flüchtlingen und Migranten in der Zeltstadt von Idomeni unter schlechten Bedingungen aus. Die Menschen hoffen immer noch, die Grenze könne sich öffnen, und wollen deshalb nicht in staatliche Auffanglager umsiedeln. Obwohl mittlerweile viele Hilfsorganisationen vor Ort sind, verschlimmert sich die Situation. Unter anderem kursieren Berichte über Prostitution und Drogenhandel im Lager.

dpa/RND/zys

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