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„Wir haben einige Leute gefoltert“

Obama räumt Fehler ein „Wir haben einige Leute gefoltert“

„We tortured some folks“ – „Wir haben einige Leute gefoltert“: Trotz etwas läppischer Wortwahl macht US-Präsident Obama noch einmal deutlich, was er von den „erweiterten Verhörmethoden“ seines Vorgängers George W. Bush für Terrorverdächtige hält: gar nichts.

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Barack Obama hat die Folter von Terrorverdächtigen durch den CIA als Fehler bezeichnet.

Quelle: Jim Lo Scalzo

Washington. US-Präsident Barack Obama hat die Folter von Terrorverdächtigen durch den Geheimdienst CIA nach den Angriffen vom 11. September 2001 nochmals ausdrücklich als Fehler bezeichnet. „Wir haben einige Dinge gemacht, die falsch waren“, sagte Obama am Freitag in Washington. „Wir haben einige Leute gefoltert.“

Zugleich räumte er ein, dass die Nervösität und der Druck bei den US-Sicherheitsbehörden damals nach den Anschlägen in New York und Washington sehr groß gewesen seien. „Es ist wichtig, im Nachhinein nicht zu scheinheilig zu sein“, meinte er.  Die CIA selbst spricht stets von „erweiterten Verhörmethoden“. Dazu gehören das berüchtigte „Waterboarding“ (simuliertes Ertränken), Dunkelhaft und der Zwang, in Dauerbeschallung mit Musik oder schmerzhafter Körperstellung auszuharren. Auch Obamas Vorgänger George W. Bush und dessen engen Berater nehmen das Wort Folter bis heute nicht in den Mund. Ein 6300 Seiten langer Geheimbericht des Senats kommt offenbar zu einem anderen Schluss und verurteilt die zwischen 2002 und 2009 eingesetzten und vom US-Justizministerium abgesegneten Methoden anscheinend als übermäßig brutal. Obama kündigte an, das Papier in Teilen zur baldigen Veröffentlichung freigegeben zu haben. Über diesen Schritt war zuvor jahrelang gestritten worden.

Der Präsident hatte schon zuvor mehrfach von Folter gesprochen. „Ich meine, jeder vernünftiger Mensch findet, dass es Folter war, dass wir eine Linie überschritten haben“, sagte er. „Wir müssen als Nation dafür die Verantwortung tragen, damit wir es in der Zukunft hoffentlich nicht wieder tun.“ Kritikern zufolge machte Obama mit der Formulierung aber auch klar, einzelne Verantwortliche nicht bestrafen zu wollen. Auch störten manche sich daran, dass er die Opfer als „folks“ bezeichnete. Mit der Wahl dieses umgangssprachlichen Wortes für „Leute“ lasse er das Eingeständnis der Folter zu lapidar klingen. Allerdings benutzt Obama den Begriff häufig, auch wenn er mit Respekt über Menschen spricht.  Die jahrelange Arbeit des Senats an dem Geheimbericht hatte auch einen neuerlichen Skandal um die CIA ausgelöst. Die Behörde entschuldigte sich am Mittwoch dafür, vor einigen Jahren Computer von Mitarbeitern des verantwortlichen Ausschusses ausgespäht zu haben. Geheimdienst-Direktor John Brennan bat persönlich um Verzeihung, auch wenn er zu der Zeit noch nicht CIA-Chef war. Obama stärkte ihm am Freitag den Rücken: „Ich habe volles Vertrauen in John Brennan.“ Dieser habe die Aufklärung des Falles schließlich selbst gefordert.

dpa

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