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Kopf-an-Kopf-Rennen in Österreich

Bundespräsidentenwahl Kopf-an-Kopf-Rennen in Österreich

6,4 Millionen stimmberechtigte Österreicher haben am Sonntag in der Stichwahl über einen neuen Bundespräsidenten entschieden, ein Endergebnis wird aber erst Montag feststehen. Sowohl Norbert Hofer von der rechtspopulistischen FPÖ als auch der Grünen-Politiker Alexander Van der Bellen tänzeln um die 50 Prozent.

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Norbert Hofer (FPÖ) bei der Stimmabgabe.

Quelle: afp

Wien. Auch nach Auszählung praktisch aller Stimmen aus den Urnen am Sonntagabend müssen die Österreicher weiter auf das Ergebnis der zweiten Runde der Präsidentenwahl warten: Denn das Rennen zwischen dem FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer und dem Grünen-Politiker Alexander Van der Bellen war so knapp, dass erst die Stimmen der Briefwähler den Ausschlag geben würden. Diese sollten jedoch erst am Montag ausgezählt werden.

Der Rechtspopulist Hofer lag nach Auszählung von 99,5 Prozent der Stimmen aus den Urnen bei 51,9 Prozent, während der langjährige Grünen-Vorsitzende Van der Bellen auf 48,1 Prozent kam. Unter Berücksichtigung der Briefwahlstimmen lagen die beiden Kandidaten laut Hochrechnungen exakt gleichauf. Traditionell neigen die Briefwähler eher nicht zur FPÖ, weshalb sie den Ausschlag für Van der Bellen geben könnten.

Bei der europaweit mit großer Aufmerksamkeit verfolgten Stichwahl machten rund 14 Prozent der 6,4 Millionen Wahlberechtigten von der Möglichkeit der Briefwahl Gebrauch. Da ihre Stimmen zum Großteil erst am Montag ausgezählt werden, mussten sich die Österreicher noch einen Tag gedulden, um das endgültige Wahlergebnis zu erfahren. Die Wahlbeteiligung lag mit 72 Prozent deutlich höher als bei der vorherigen Präsidentenwahl 2010.

"Wir werden warten müssen", sagte Hofer dem Sender ORF. "Das hat sich niemand von uns gewünscht, wir wollten beide ruhig schlafen." Er versicherte, im Fall eines Siegs der Präsident aller Österreicher zu sein. "Die Person, die gewinnt, wird die Aufgabe haben, Österreich zu vereinen", sagte der FPÖ-Politiker, dem Kritiker vorwerfen, ungeachtet seines freundlichen Auftretens rechtsradikale Positionen zu vertreten.

Van der Bellen zeigte sich zufrieden mit seinem Abschneiden. "Die Wenigsten haben geglaubt, dass das aufholbar ist", sagte er im ORF. Er habe Unterstützung aus allen Generationen und Schichten erhalten. "Das trägt einen schon." Der 72-jährige Ökonomieprofessor war in der ersten Runde am 24. April mit 21,3 Prozent klar hinter Hofer mit 35 Prozent der Stimmen gelandet, doch erhielt er seitdem die Unterstützung der Linken und des Zentrums.

Im Fall eines Siegs will Van der Bellen auf die FPÖ-Wähler zugehen. Ein Wahlkampf sei "polarisierend", doch setze man sich nach einer Wahl wieder zusammen, wie es in Österreich gute Tradition sei.

Bei der Wahl tendierten die ländlichen Gebiete eher zu Hofer, während die Städte eher dem Grünen-Kandidaten zugeneigt waren. So siegte Van der Bellen in acht der neun Landeshauptstädte.

Sollte Hofer gewinnen, wäre er der erste Rechtspopulist, dem der Einzug in die Wiener Hofburg gelingt. Im Wahlkampf kündigte er an, ein "aktiver Präsident" zu sein und im Fall seines Wahlsiegs die Befugnisse des Amtes stärker zu nutzen. Van der Bellen warnte daraufhin, der FPÖ-Politiker würde die Regierung aus ÖVP und SPÖ absetzen und das Parlament auflösen, um einer "blauen Republik" den Weg zu ebnen.

Der Vize-Parlamentspräsident Hofer bemühte sich daraufhin, die Ängste zu zerstreuen. "Ich bin keine gefährliche Person", versicherte Hofer ausländischen Journalisten bei der Stimmabgabe am Sonntag. Hofer ist ein enger Vertrauter des FPÖ-Vorsitzenden Heinz-Christian Strache, der seit dem Tod des langjährigen Parteichefs Jörg Haider 2005 bemüht ist, das Image der Partei aufzupolieren.

Grundsätzlich hat der auf sechs Jahre gewählte Bundespräsident in Österreich eine vorwiegend repräsentative Funktion. Er hat aber das Recht, den Bundeskanzler zu entlassen und das Parlament aufzulösen. Der scheidende Amtsinhaber Heinz Fischer durfte nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten. Es ist das erste Mal, dass der Bundespräsident nicht aus einer der beiden Volksparteien ÖVP und SPÖ kommt.

afp

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