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Putin billigte "wahrscheinlich" Mord an Litwinenko

Britischer Untersuchungsbericht Putin billigte "wahrscheinlich" Mord an Litwinenko

Der britische Premierminister David Cameron hat die Ermordung des früheren russischen Agenten Alexander Litwinenko als "vom Staat unterstütztes" Verbrechen verurteilt. Einem Untersuchungsbericht zufolge wurde der Kreml-Kritiker wahrscheinlich mit Zustimmung des russischen Präsidenten Wladimir Putin getötet.

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Der frühere Geheimdienstmitarbeiter Alexander Litwinenko (rechts).

Quelle: dpa (Archiv)

London. Der Vorwurf schlägt hohe Wellen in London und Moskau: Russlands Präsident Wladimir Putin soll den Mord an Kreml-Gegner Alexander Litwinenko "wahrscheinlich" gebilligt haben. Das erklärte der britische Richter Robert Owen am Donnerstag. Er hatte die gerichtliche Untersuchung des Falls in London geleitet.

Cameron: Ein vom Staat unterstütztes Verbrechen

Litwinenko hatte im Londoner gelebt und war 2006 mit radioaktivem Polonium 210 vergiftet worden. Den Mord habe "sehr wahrscheinlich" der russische Geheimdienst FSB in Auftrag gegeben, Putin habe "wahrscheinlich" zugestimmt, heißt es in dem Abschlussbericht der öffentlichen gerichtlichen Untersuchung.

Der britische Premierminister David Cameron verurteilte die Litwinenkos Ermordung als "vom Staat unterstütztes" Verbrechen. Der Untersuchungsbericht belege, wovon er schon immer überzeugt gewesen sei: dass "dieser entsetzliche Mord eine vom einem Staat unterstützte Tat war", sagte Cameron.

Russland: Ein Pseudogerichtsverfahren

Innenministerin Theresa May gab bekannt, dass Guthaben der beiden tatverdächtigen Russen Andrej Lugowoi und Dmitri Kowtun eingefroren würden. Russland lehnt ihre Auslieferung strikt ab. Premierminister David Cameron werde mit Putin über den Fall sprechen, kündigte May an. Der russische Botschafter Alexander Jakowenko wurde einbestellt.

Russland wies den Bericht vehement zurück. Das Ergebnis des "Pseudogerichtsverfahrens" sei "widersprüchlich und verbrecherisch", erklärte das Außenministerium in Moskau. "Das Spiel hinter den Kulissen hatte nur ein Ziel: Russland und seine Führung anzuschwärzen", sagte Sprecherin Maria Sacharowa der Agentur Interfax zufolge.

Litwinenko war einer der schärfsten Kritiker

Beweise für das Mitwissen oder die Zustimmung Putins legte Richter Owen nicht vor. Für seine Schlussfolgerung spräche aber die Kommandostruktur des Geheimdienstes, über die Zeugen in den Anhörungen gesprochen hatten. Für erwiesen hält er, dass Lugowoi und Kowtun ihren Landsmann Litwinenko absichtlich töteten, indem sie seinen Tee mit dem radioaktiven Gift verseuchten.

Litwinenko gehörte zu den schärfsten Kritikern des Kremls. Unter anderem hatte er den Geheimdienst beschuldigt, für Bombenanschläge auf Wohnhäuser in Russland verantwortlich zu sein, die 1999 einen Vorwand für den zweiten Tschetschenien-Krieg liefern sollten. Seine Frau Marina hatte die gerichtliche Untersuchung gegen den Willen der britischen Regierung durchgesetzt. Auf dem Sterbebett hatte Litwinenko Putin beschuldigt, den Mord in Auftrag gegeben zu haben. Sie sei froh, dass dies nun bestätigt worden sei, sagte die Witwe.

dpa/afp

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