Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Würzburg: Keine Hinweise auf Anordnung des IS
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Würzburg: Keine Hinweise auf Anordnung des IS
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:46 20.07.2016
Ein 17-jähriger Flüchtling verletzte mehrere Menschen in einem Regionalzug bei Würzburg schwer. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand
Anzeige
Berlin

Bei dem Attentäter von Würzburg handelt es sich nach Angaben von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) um einen Einzeltäter, der sich durch die Propaganda der Terrormiliz Islamischer Staat "angestachelt" gefühlt hat. 

"Es ist vielleicht auch ein Fall der im Grenzgebiet zwischen Amoklauf und Terror liegt", sagte de Maizière. Er sprach von einem "brutalen Akt wahlloser Gewalt". Nicht bei allen Opfern stehe fest, ob sie überleben würden.

Zur Galerie
Ein Jugendlicher hat am Abend in einem Regionalzug in Bayern mehrere Reisende mit einer Axt und einem Messer schwer verletzt, ehe er von der Polizei erschossen wurde

"Hintergründe müssen aufgeklärt werden"

"Die Hintergründe der Tat müssen weiterhin aufgeklärt werden", sagte der Minister. Er sprach sich für mehr Videoüberwachung, mehr Polizei, und besseren Schutz der Polizeibeamten aus. Er betonte, der Staat tue alles, um Anschläge zu verhindern. "Aber eine Garantie gibt es trotzdem leider nicht."

Der Täter hatte in einem Regionalzug bei Würzburg-Heidingsfeld vier Mitglieder einer Familie aus Hongkong verletzt. Auch eine Fußgängerin, der der Jugendliche auf seiner Flucht begegnete, kam schwer verletzt ins Krankenhaus. Kurze Zeit später wurde der junge Mann von Polizisten erschossen. Zwei seiner Opfer waren am Mittwoch weiterhin in Lebensgefahr.

Zweifel an der Herkunft des Flüchtlings

Nach bisherigen Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden handelte es sich bei dem Attentäter um einen 17-Jährigen aus Afghanistan. Das ZDF berichtete allerdings unter Berufung auf Sicherheitskreise, es gebe Zweifel an der Herkunft des Flüchtlings. In seinem Zimmer habe die Polizei auch ein pakistanisches Dokument gefunden.

De Maizière und das bayerische Innenministerium bestätigten die Echtheit eines Videos, in dem der 17-Jährige sich selbst als Kämpfer des IS bezeichnet. Wann sich der junge Mann radikalisierte und inwieweit er tatsächlich mit dem IS vernetzt war, ist bislang unklar. Den Sicherheitsbehörden war er nie aufgefallen.

Attentäter bekennt sich zum IS

Das Bekennervideo war am Dienstag vom IS-Sprachrohr Amak im Internet veröffentlicht worden. "Im Namen Gottes, ich bin ein Soldat des IS und beginne eine heilige Operation in Deutschland", bekennt der junge Mann darin.

Die Klärung der Identität des Attentäters stützt sich nach Angaben des Innenministeriums auf Gesichtsvergleiche des Bundeskriminalamtes (BKA). Außerdem hätten Zeugen auf dem Video klar erkannt, dass dieses in Würzburg aufgenommen wurde, sagte der Sprecher des Innenministeriums.

dpa/RND

Großbritannien wird die EU-Ratspräsidentschaft nicht wie geplant in der zweiten Jahreshälfte 2017 übernehmen. Das habe Premierministerin Theresa May EU-Ratspräsident Donald Tusk in einem Telefongespräch gesagt, teilte ein Regierungssprecher am Mittwoch in London mit.

20.07.2016

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Petra Hinz hat ihr Mandat niedergelegt. Zuvor war herausgekommen, dass sie ihren Lebenslauf gefälscht hatte. Erst Abitur, dann Jura-Studium – alles erfunden. Zehn Jahre saß sie für die Sozialdemokraten im Bundestag.

20.07.2016

Immer wieder wird Frankreich Opfer politisch motivierter Anschläge – zuletzt starben 84 Menschen bei einem Attentat in Nizza. Jetzt will die französische Nationalversammlung den Ausnahmezustand um ein halbes Jahr verlängern.

20.07.2016
Anzeige