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Entführte Schülerin nach zwei Jahren gefunden

Boko Haram in Nigeria Entführte Schülerin nach zwei Jahren gefunden

Die Entführung von über 200 Schülerinnen durch Boko Haram in Nigeria sorgte weltweit für Entsetzen. Nun ist erstmals eines der Mädchen wieder aufgetaucht. Ihr gelang die gefährliche Flucht – zusammen mit ihrem Baby. Das Schicksal ihrer meisten Leidensgenossinnen bleibt dagegen weiterhin ungeklärt.

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Schülerinnen gedenken an die entführten Chibok-Mädchen aus Nigeria.

Quelle: dpa/Ahmed Jallanzo

Abuja. Mehr als zwei Jahre nach der Entführung von über 200 Schülerinnen in Nigeria durch islamistische Terroristen ist erstmals eines der Mädchen wieder aufgetaucht. Das Mädchen aus dem Ort Chibok sei im Bundesstaat Borno von örtlichen Sicherheitskräften aufgegriffen worden, teilten am Mittwoch Chibok-Aktivisten mit. Der stellvertretende Rektor der Chibok-Schule und ihre Mutter hätten sie identifiziert. Auch Militärsprecher Sani Usman bestätigte, eines der Mädchen sei gefunden worden.

Das Mädchen, das Berichten zufolge inzwischen 19 Jahre alt sein soll, wurde im Bezirk Damboa in der Nähe von Chibok aufgefunden. Zusammen mit ihrem etwa einjährigem Kind gelang ihr die Flucht aus der nahen Sambisa-Waldregion, einem wichtigen Rückzugsgebiet der islamistischen Terrormiliz Boko Haram, wie die Aktivisten der Chibok-Gruppe "Bringt unsere Mädchen zurück" erklärten.

Sie konnte wieder mit ihrer Mutter sprechen

Die meisten ihrer Mitschülerinnen seien weiter in der Waldregion in der Gewalt von Boko Haram, zitierte die Gruppe das Mädchen. Sie habe mit ihrer Mutter sprechen können und werde jetzt vom nigerianischen Militär befragt. Zum Namen des Mädchens gab es zunächst widersprüchliche Angaben.

Im April 2014 hatte die Boko-Haram-Miliz 276 überwiegend christliche Schülerinnen aus dem Ort Chibok in Borno entführt. Gut 50 Mädchen konnten sich jedoch im Chaos der Entführung retten, etwa weil sie von den Lastern der Islamisten abspringen konnten. 219 blieben vermisst. Zeugenberichte nach der Entführung legten nahe, dass die Mädchen als Sexsklavinnen gehalten oder zum Übertritt zum Islam und zur Heirat gezwungen wurden.

Versuche die Mädchen zu befreien, blieben erfolgslos

Es wird auch befürchtet, dass einige der Mädchen zu Selbstmordattentaten gezwungen wurden. Die Entführung sorgte weltweit für Entsetzen. Trotz den Bemühungen der nigerianischen Regierung und einer auch von Prominenten wie US-First-Lady Michelle Obama unterstützten Kampagne blieben die Mädchen verschollen. Präsident Muhammadu Buhari und sein Vorgänger Goodluck Jonathan versprachen mehrfach die Befreiung der Chibok-Mädchen, konnten aber keine Erfolge erzielen.

Im vergangenen Monat tauchte ein Video auf, das offenbar 15 der entführten Mädchen lebend zeigt. Es soll der Regierung im Rahmen von Verhandlungen um die Freilassung der Mädchen als Lebensbeweis zugeschickt worden sein. Die Regierung hat die Echtheit des Videos nicht bestätigt.

Die Kämpfer von Boko Haram wollen im Nordosten Nigerias und angrenzenden Gebieten einen sogenannten Gottesstaat errichten. Bei Angriffen und Anschlägen in der Region töteten die sunnitischen Fundamentalisten seit 2009 mindestens 14.000 Menschen. Im vergangenen Jahr schwor Boko Haram der vor allem im Irak und in Syrien aktiven Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Treue. Mindestens 2000 Frauen und Mädchen befinden sich nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International in der Gefangenschaft der Extremisten.

dpa/RND

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