Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Entführte Schülerin nach zwei Jahren gefunden
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Entführte Schülerin nach zwei Jahren gefunden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:59 18.05.2016
Schülerinnen gedenken an die entführten Chibok-Mädchen aus Nigeria. Quelle: dpa/Ahmed Jallanzo
Abuja

Mehr als zwei Jahre nach der Entführung von über 200 Schülerinnen in Nigeria durch islamistische Terroristen ist erstmals eines der Mädchen wieder aufgetaucht. Das Mädchen aus dem Ort Chibok sei im Bundesstaat Borno von örtlichen Sicherheitskräften aufgegriffen worden, teilten am Mittwoch Chibok-Aktivisten mit. Der stellvertretende Rektor der Chibok-Schule und ihre Mutter hätten sie identifiziert. Auch Militärsprecher Sani Usman bestätigte, eines der Mädchen sei gefunden worden.

Das Mädchen, das Berichten zufolge inzwischen 19 Jahre alt sein soll, wurde im Bezirk Damboa in der Nähe von Chibok aufgefunden. Zusammen mit ihrem etwa einjährigem Kind gelang ihr die Flucht aus der nahen Sambisa-Waldregion, einem wichtigen Rückzugsgebiet der islamistischen Terrormiliz Boko Haram, wie die Aktivisten der Chibok-Gruppe "Bringt unsere Mädchen zurück" erklärten.

Sie konnte wieder mit ihrer Mutter sprechen

Die meisten ihrer Mitschülerinnen seien weiter in der Waldregion in der Gewalt von Boko Haram, zitierte die Gruppe das Mädchen. Sie habe mit ihrer Mutter sprechen können und werde jetzt vom nigerianischen Militär befragt. Zum Namen des Mädchens gab es zunächst widersprüchliche Angaben.

Im April 2014 hatte die Boko-Haram-Miliz 276 überwiegend christliche Schülerinnen aus dem Ort Chibok in Borno entführt. Gut 50 Mädchen konnten sich jedoch im Chaos der Entführung retten, etwa weil sie von den Lastern der Islamisten abspringen konnten. 219 blieben vermisst. Zeugenberichte nach der Entführung legten nahe, dass die Mädchen als Sexsklavinnen gehalten oder zum Übertritt zum Islam und zur Heirat gezwungen wurden.

Versuche die Mädchen zu befreien, blieben erfolgslos

Es wird auch befürchtet, dass einige der Mädchen zu Selbstmordattentaten gezwungen wurden. Die Entführung sorgte weltweit für Entsetzen. Trotz den Bemühungen der nigerianischen Regierung und einer auch von Prominenten wie US-First-Lady Michelle Obama unterstützten Kampagne blieben die Mädchen verschollen. Präsident Muhammadu Buhari und sein Vorgänger Goodluck Jonathan versprachen mehrfach die Befreiung der Chibok-Mädchen, konnten aber keine Erfolge erzielen.

Im vergangenen Monat tauchte ein Video auf, das offenbar 15 der entführten Mädchen lebend zeigt. Es soll der Regierung im Rahmen von Verhandlungen um die Freilassung der Mädchen als Lebensbeweis zugeschickt worden sein. Die Regierung hat die Echtheit des Videos nicht bestätigt.

Die Kämpfer von Boko Haram wollen im Nordosten Nigerias und angrenzenden Gebieten einen sogenannten Gottesstaat errichten. Bei Angriffen und Anschlägen in der Region töteten die sunnitischen Fundamentalisten seit 2009 mindestens 14.000 Menschen. Im vergangenen Jahr schwor Boko Haram der vor allem im Irak und in Syrien aktiven Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Treue. Mindestens 2000 Frauen und Mädchen befinden sich nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International in der Gefangenschaft der Extremisten.

dpa/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde will in Erfurt eine Moschee bauen. Aber die AfD organisiert eine massive Kampagne dagegen: Die rechtspopulistishe Partei will das "fremde und extrovertierte" Bauwerk verhindern.

18.05.2016

Nach den Anschlägen von Paris und Brüssel forderten die Amerikaner von den Europäern einen besseren Informationsaustausch. Bei seinem USA-Besuch kommt Innenminister de Maizière diesem Wunsch nach. Also fließen bald wieder umfangreich Daten im Namen der Terrorbekämpfung?

18.05.2016

Kaum mehr als zwei knappe Sätze hat die Queen bei ihrer traditionellen Thronrede zum Regierungsprogramm im britischen Parlament dem EU-Referendum gewidmet. Vor den Abgeordneten beider Kammern verlas Königin Elizabeth II. am Mittwoch die Regierungserklärung von David Cameron und dessen Kabinett.

18.05.2016