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560.000 Küken tot – Meyer rügt Landkreise

Geflügelpest 560.000 Küken tot – Meyer rügt Landkreise

Wegen der Tötung von 560.000 Putenküken ist ein Streit zwischen dem Landwirtschaftsministerium und den Landkreisen Cloppenburg und Oldenburg entbrannt. Agrarminister Christian Meyer (Grüne) hält die von den Kreisen genehmigte Tötung für gesetzeswidrig.

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„Unterbringung war nicht möglich“: Im Nordwesten Niedersachsens starben Hundertausende Putenküken.

Quelle: Bodo Marks

Hannover. Wegen der Tötung von 560.000 Putenküken ist ein Streit zwischen dem Landwirtschaftsministerium und den Landkreisen Cloppenburg und Oldenburg entbrannt. Agrarminister Christian Meyer (Grüne) hält die von den Kreisen genehmigte Tötung für gesetzeswidrig.

„Wegen Verdachts des Vorliegens einer Straftat soll das jetzt die Staatsanwaltschaft bewerten“, sagte Meyer der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Es geht bei dem Fall um zwei Brütereien, in denen Puteneier ausgebrütet werden. Die geschlüpften Küken werden dann in die Mastbetriebe gebracht. Das ging aber im Januar nicht, weil wegen der Vogelgrippe ein Transportstopp verhängt worden war. Doch einen Stall, um die Küken übergangsweise unterzubringen, gab es in den Brütereien nicht.

Schredder eingesetzt?

„Eine Unterbringung der Tiere war nicht möglich“, sagt Oliver Galeotti, Sprecher des Landkreises Oldenburg. Der dortige Betrieb habe daher den Antrag gestellt, die Küken töten zu dürfen, auch aus seuchenhygienischen Gründen. Das habe der Kreisveterinär genehmigt. Nach Angaben des Ministers wurde ein Großteil der Küken vergast, ein kleiner Teil starb in einem Hochgeschwindigkeitsschredder.

„Der Einsatz solcher Maschinen ist in Niedersachsen definitiv nicht erlaubt“, sagte Meyer. Nach Ansicht des Ministeriums hätten die Bruteier unmittelbar nach Bekanntwerden der Verwertungsprobleme aus den Brutschränken genommen werden müssen, damit die Tiere gar nicht erst schlüpfen.

Streit um Kontaktbetrieb

Galeotti sagt, er wisse nichts davon, dass Schredder eingesetzt worden seien. Auch habe man bislang vom Ministerium keine Nachricht in der Sache erhalten, sondern nur über die Presse von den drohenden staatsanwaltlichen Ermittlungen erfahren.

Einen ähnlich gelagerten Streitfall gab es bereits vor einer Woche zwischen Meyer und dem Landkreis Cloppenburg. Nach einem Ausbruch der Geflügelgrippe in einem Stall in der Gemeinde Garrel hatten die örtlichen Seuchenexperten empfohlen, auch die 15.000 Puten eines benachbarten Betriebs zu töten, zu dem es Kontakte gab. Das Risiko, dass die hochansteckende Krankheit auch in diesem Stall ausbrechen würde, sei zu groß.

Meyer wies aber höchstpersönlich den Kreis an, die Tiere nicht zu töten. Stattdessen sollte der Stall beobachtet werden, sagte Sabine Uchtmann, Sprecherin des Landkreises. Die Maßnahme war aber vergeblich: Drei Tage später brach das Virus auch in diesem Stall aus, alle Puten mussten getötet werden.

Meyer weist den Vorwurf zurück, aus falsch verstandener Tierliebe ein riskantes Spiel mit dem Virus gespielt zu haben. „Man darf nicht per se zu Maßnahmen des präventiven Tötens greifen“, sagte der Minister. Alle Tests auf eine Infektion seien zu diesem Zeitpunkt negativ gewesen. Außerdem habe es keine weiteren Kontaktbetriebe zu dem fraglichen Stall gegeben. „Dann zu töten wird von uns abgelehnt“, so Meyer.

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