Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Ärger auf dem Acker im Wendland

Tierschutzaktivisten Ärger auf dem Acker im Wendland

Mit den Bauern im Wendland sollte man sich nicht anlegen. Beim Protest gegen das Atomendlager Gorleben stehen sie immer an der Spitze; bei jedem Castor-Transport im Landkreis Lüchow-Dannenberg stellen sich als Erstes die Traktoren der „Bäuerlichen Notgemeinschaft“ quer.

Voriger Artikel
Minderjährige müssen keine Uni-Gebühren mehr zahlen
Nächster Artikel
Ministerpräsident McAllister will Endlagerkonsens

Selbstjustiz der Bauern: Trecker räumen ein Protestcamp in Teplingen.

Quelle: dpa

Teplingen. Jetzt herrscht wieder Notstand auf dem Acker – doch die Gegner tragen dieses Mal nicht grün, sie sind für den Tierschutz unterwegs.

Mit Treckern und allerlei weiteren landwirtschaftlichen Gerätschaften haben Bauern in Teplingen Aktivisten von der besetzten Baustelle eines Landwirts vertrieben. Auf dem Gelände soll ein Geflügelmastbetrieb entstehen. Er ist amtlich genehmigt.

Es sei wie „auf einem Schlachtfeld“ zugegangen, berichteten die Tierschützer, die die Baustelle seit Sonntag besetzt gehalten hatten. Mit zehn Traktoren donnerten die entnervten Bauern auf die Baustelle und drängten ein Dutzend Demonstranten beiseite. „Die Landwirte sind mit extremer Brutalität vorgegangen“, berichtete gestern die Aktivistin Sanja Schulze. So seien die rund 15 beteiligten Männer mit ihren Treckern ohne Vorwarnung über die Zelte der kampierenden Demonstranten gerollt.

Die herbeigerufene Polizei hatte Mühe, zwischen den Streitparteien zu schlichten. „Ein Polizist ist vor Ort von einem Demonstranten mit einem Spaten bedroht worden“, sagte eine Polizeisprecherin. Die Ermittlungen laufen – gegen die Bauern wie auch gegen die Demonstranten.

Dem Angriff der Landwirte vorausgegangen waren offenbar wütende Proteste der Tierschützer, die den Bauherrn auf seinem Trecker mit Steinen beworfen und verletzt haben sollen. Daraufhin rief der Bauer die Polizei, die die Aktivisten vom Gelände verwies – ohne Erfolg.

Der Teplinger Landwirt plant auf dem Gelände den Bau einer Hühnermastanlage für rund 40.000 Tiere. Das allein dürfte nicht so viele Tierschützer auf dem Plan rufen, doch der Stall im Wendland steht in direktem Zusammenhang zum im Bau befindlichen Großschlachthof in Wietze (Kreis Celle). Überall in Ost-Niedersachsen entstehen derzeit Mastställe. Proteste gab es schon mancherorts, von den Bauern vertrieben aber wurden die Tierschützer noch nirgends.

Der stellvertretende Fraktionschef der Grünen im Landtag, Christian Meyer, kritisierte die Räumung scharf. „Es ist nicht zu akzeptieren, dass einzelne Landwirte Selbstjustiz üben und Gewalt anwenden“, sagte Meyer. Die Landesregierung habe mit ihren Subventionen für Wietze „Tür und Tor für den Stallbauboom im Osten Niedersachsens geöffnet“.

Der niedersächsische Landesbauernverband verurteilte die Selbstjustiz der Landwirte, zeigte aber auch Verständnis. „Einfach ein fremdes Grundstück zu besetzen, ist auch kein demokratisches Vorgehen“, sagte eine Sprecherin.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Niedersachsen
Von Redakteur Stephan Fuhrer

Parteitag der Grünen in Göttingen August 2017

Beim dreitägigen Parteitag in Göttingen wählten die Grünen Anja Piel als Spitzenkandidatin für die Landtagswahl im Oktober 2017.

Die Karikatur des Tages

So sehen unsere Karikaturisten die Welt.

24. Juli 2017 - Alev Doğan in Allgemein

Es gibt eine Wahrheit, vor der auch ich mich schon lange drücke. Eine, die auszusprechen weh tut: Um die Türkei steht es im Moment nicht gut. Ach was, um die Türkei steht es im Moment miserabel.

mehr