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Niedersachsen AfD-Landesparteichef Hampel soll abgewählt werden
Nachrichten Politik Niedersachsen AfD-Landesparteichef Hampel soll abgewählt werden
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18:30 05.11.2017
Quelle: dpa
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Hannover

  Der Landesvorstand der niedersächsischen AfD hat am Sonntag die Einberufung eines außerordentlichen Parteitags beschlossen. Der zwölfköpfige Vorstand stimmte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur mit neun Ja-Stimmen für den Sonderparteitag. Hintergrund sind die seit Monaten anhaltenden parteiinternen Auseinandersetzungen. Gegner des umstrittenen AfD-Landeschefs Paul Hampel wollen den 60-jährigen ehemaligen Fernsehjournalisten aus dem Amt drängen. Sie werfen ihm diktatorisches Verhalten vor. Der Parteitag, bei dem es um die Ab- und Neuwahl des Landesvorstandes gehen soll, werde voraussichtlich allerdings erst am zweiten Januarwochenende stattfinden, hieß es. 

Laut Satzung des AfD-Landesverbandes sind dazu die Beschlüsse von mindestens zehn Kreisverbänden nötig. 21 Kreisverbände sollen sich der Forderung nach einem Sonderparteitag angeschlossen haben.  

Bereits am Abend der Landtagswahl am 15. Oktober hatten sechs Mitglieder des Landesvorstandes Hampels Amtsführung kritisiert und eine Neuwahl der Parteispitze gefordert. Bei der Landtagswahl holte die AfD 6,2 Prozent der Stimmen - deutlich weniger als im Bund. 

Vorwürfe und Anzeigen vor der Bundestagswahl

In der niedersächsischen AfD hatte es in den Monaten vor der Bundestags- und der Landtagswahl heftige Streitereien mit schweren Vorwürfen und Anzeigen gegeben. Hampel wurde unter anderem von dem stellvertretenden Bundesschatzmeister und ehemaligen Landesschatzmeister Bodo Suhren wegen Verleumdung und übler Nachrede angezeigt. Gegen Suhren wird ebenfalls ermittelt. Hampel hatte sich für die Bundestagswahl den ersten Platz der Landesliste gesichert, seine Gegner wollten das verhindern. Sie fochten die Liste gerichtlich an, scheiterten jedoch am Ende. 

Die zerstrittene AfD in Niedersachsen braucht auch aus Sicht des Berliner Landesvorsitzenden Georg Pazderski einen personellen Neubeginn. „Da sind sicherlich viele Fehler gemacht worden. Offensichtlich ist es wichtig, dass dort ein Neuanfang stattfindet“, sagte Pazderski der Deutschen Presse-Agentur. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass man mit der alten Mannschaft weitermachen kann.“ 

Das Ergebnis bei der Landtagswahl sei anders, als man erwartet habe, sagte Pazderski. „Das hatte sicher auch damit zu tun, dass sich die Kontrahenten nicht einig waren und sich teilweise feindlich gegenüber gestanden haben.“ Da habe es „bestimmt auch Personen gegeben“, die maßgeblich zum Zwist beigetragen hätten.

Welches Lager er unterstützt, ließ Pazderski offen. „Ich unterstütze in Niedersachsen alles, was den niedersächsischen Verband nach vorne bringt. Wer es versteht, den Landesverband zu einen, wer es versteht, daraus wieder eine schlagkräftige Truppe zu machen, der hat von mir jegliche Unterstützung“, sagte Pazderski. „Aber das müssen die Niedersachsen selbst entscheiden, wen sie vorne haben wollen.“

Von dpa

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