Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° wolkig

Navigation:
AfD-Landesparteichef Hampel soll abgewählt werden

Parteitag beschlossen AfD-Landesparteichef Hampel soll abgewählt werden

Seit Monaten kracht es in der niedersächsischen AfD. Kritiker des Landeschefs Hampel werfen ihm diktatorisches Verhalten vor. Auf einem Sonderparteitag soll nun ein neuer Vorstand gewählt werden. Das hat der Landesvorstand der Partei am Sonntag beschlossen.

Voriger Artikel
Jusos lehnen Große Koalition in Niedersachsen ab
Nächster Artikel
Niedersachsen hat eine neue Schuldebatte


Quelle: dpa

Hannover.   Der Landesvorstand der niedersächsischen AfD hat am Sonntag die Einberufung eines außerordentlichen Parteitags beschlossen. Der zwölfköpfige Vorstand stimmte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur mit neun Ja-Stimmen für den Sonderparteitag. Hintergrund sind die seit Monaten anhaltenden parteiinternen Auseinandersetzungen. Gegner des umstrittenen AfD-Landeschefs Paul Hampel wollen den 60-jährigen ehemaligen Fernsehjournalisten aus dem Amt drängen. Sie werfen ihm diktatorisches Verhalten vor. Der Parteitag, bei dem es um die Ab- und Neuwahl des Landesvorstandes gehen soll, werde voraussichtlich allerdings erst am zweiten Januarwochenende stattfinden, hieß es. 

Laut Satzung des AfD-Landesverbandes sind dazu die Beschlüsse von mindestens zehn Kreisverbänden nötig. 21 Kreisverbände sollen sich der Forderung nach einem Sonderparteitag angeschlossen haben.  

Bereits am Abend der Landtagswahl am 15. Oktober hatten sechs Mitglieder des Landesvorstandes Hampels Amtsführung kritisiert und eine Neuwahl der Parteispitze gefordert. Bei der Landtagswahl holte die AfD 6,2 Prozent der Stimmen - deutlich weniger als im Bund. 

Vorwürfe und Anzeigen vor der Bundestagswahl

In der niedersächsischen AfD hatte es in den Monaten vor der Bundestags- und der Landtagswahl heftige Streitereien mit schweren Vorwürfen und Anzeigen gegeben. Hampel wurde unter anderem von dem stellvertretenden Bundesschatzmeister und ehemaligen Landesschatzmeister Bodo Suhren wegen Verleumdung und übler Nachrede angezeigt. Gegen Suhren wird ebenfalls ermittelt. Hampel hatte sich für die Bundestagswahl den ersten Platz der Landesliste gesichert, seine Gegner wollten das verhindern. Sie fochten die Liste gerichtlich an, scheiterten jedoch am Ende. 

Die zerstrittene AfD in Niedersachsen braucht auch aus Sicht des Berliner Landesvorsitzenden Georg Pazderski einen personellen Neubeginn. „Da sind sicherlich viele Fehler gemacht worden. Offensichtlich ist es wichtig, dass dort ein Neuanfang stattfindet“, sagte Pazderski der Deutschen Presse-Agentur. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass man mit der alten Mannschaft weitermachen kann.“ 

Das Ergebnis bei der Landtagswahl sei anders, als man erwartet habe, sagte Pazderski. „Das hatte sicher auch damit zu tun, dass sich die Kontrahenten nicht einig waren und sich teilweise feindlich gegenüber gestanden haben.“ Da habe es „bestimmt auch Personen gegeben“, die maßgeblich zum Zwist beigetragen hätten.

Welches Lager er unterstützt, ließ Pazderski offen. „Ich unterstütze in Niedersachsen alles, was den niedersächsischen Verband nach vorne bringt. Wer es versteht, den Landesverband zu einen, wer es versteht, daraus wieder eine schlagkräftige Truppe zu machen, der hat von mir jegliche Unterstützung“, sagte Pazderski. „Aber das müssen die Niedersachsen selbst entscheiden, wen sie vorne haben wollen.“

Von dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Niedersachsen
Das neue Regierungskabinett in Niedersachsen

Niedersachsen wird in Zukunft von einer Großen Koalition regiert. Diese Personen sollen Minister werden. 

Die Karikatur des Tages

So sehen unsere Karikaturisten die Welt.

24. Juli 2017 - Alev Doğan in Allgemein

Es gibt eine Wahrheit, vor der auch ich mich schon lange drücke. Eine, die auszusprechen weh tut: Um die Türkei steht es im Moment nicht gut. Ach was, um die Türkei steht es im Moment miserabel.

mehr