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AfD-Nachwuchs will "Sex-Plakate" verbieten lassen

Aufklärungsaktion für Kondome AfD-Nachwuchs will "Sex-Plakate" verbieten lassen

"Verbreitung pornografischer Schriften an Minderjährige": Der Kopf der AfD-Nachwuchsorganisation "Junge Alternative" in Niedersachsen zieht wegen einer aktuellen Plakatwerbung vor Gericht. Die Kampagne der "Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung" wirbt mit Comic-Bildern von Menschen beim Sex für das Benutzen von Kondomen.

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Eins der umstrittenen Plakate.

Quelle: Screenshot/"Liebesleben"

Hannover. Einige Plakate zeigen Pärchen beim Knutschen und beim Sex, auf anderen sind Comic-Figuren zu sehen, die unter Geschlechtskrankheiten leiden. "Benutzt Kondome" lautet meist der Hinweis darunter, womit über die gesundheitlichen Folgen ungeschützten Geschlechtsverkehrs aufgeklärt werden soll. Obwohl die Plakate eher albern daherkommen und keine Geschlechtsteile explizit zeigen, sind sie Teilen der AfD ein Dorn im Auge: Der Landesvorsitzende der Nachwuchsorganisation "Junge Alternative (JA) Niedersachsen", Sören Hauptstein, hat jetzt nach eigenen Angaben Strafanzeige gestellt.

er Kopf der AfD-Nachwuchsorganisation "Junge Alternative" in Niedersachsen zieht wegen einer aktuellen Plakatwerbung vor Gericht. Die Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wirbt mit Comic-Bildern von Menschen beim Sex für das Benutzen von Kondomen.

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"Um eine erfolgreiche Aufklärungsarbeit bezüglich Geschlechtskrankheiten zu leisten, ist es keinesfalls notwendig, tausende von nackten Cartoon-Figuren beim Geschlechtsakt im öffentlichen Raum zu plakatieren und damit die Hypersexualisierung unserer Kinder weiter voranzutreiben." So heißt es in einer erklärenden Mitteilung zu der Klage, die sich gegen die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) richtet. Weiter heißt es: "Das Plakatieren der obszönen Sex-Zeichnungen tritt nicht nur den Jugendschutz mit Füßen, sondern verfehlt auch das Ziel sachlicher Informationsarbeit vollständig. [...] Wieder einmal werden die Eltern großflächig ihres grundgesetzlich garantierten Erziehungsrechts beraubt, wenn ihre Kinder tagtäglich auf dem Schulweg an Bus- und Bahnhaltestellen mit den staatlich verordneten Sex-Plakaten konfrontiert werden."

Eine Reaktion des Bundesamtes auf die Klage gibt es noch nicht. Unbestätigten Informationen zufolge wurden bundesweit 65.000 dieser Plakate aufgehängt. Auch in Hannover sind sie zu sehen. Die Plakatkampagne unter dem Slogan "Liebesleben" wird mit einer Webseite und einer Facebookseite begleitet. Als prominenter Werbeträger der Aktion wurde der Comedian Ingolf Lück gewonnen, bei der Kick-Off-Veranstaltung Anfang Mai in Berlin warb auch Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) für die Aktion "Liebensleben".

Auf den Facebook-Seiten von "Liebesleben" und der "JA" sind die Reaktionen der Leser unterschiedlich. Während einige Nutzer die Plakate kreativ und lustig finden, zeigen sich andere empört und rufen zum Überkleben der Sex-Bildchen auf. Die Ankündigung der Klage animierte einige Leser dazu, dem AfD-Nachwuchs vor Augen zu führen, dass er selbst vor einiger Zeit wegen sexistischer Werbung in der Kritik stand. Mitte 2014 zeigte die "JA" auf ihrer Facebookseite nackte Frauen-Hintern, Dominas und weitere Motive mit sexuellen Anspielungen um für ihre Politik zu werben. Die unbestritten sexistische Aktion zog bundesweit einhellige Kritik auf sich.

mic

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