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Noch lange kein Biostandort

Ökolandbau in Niedersachsen Noch lange kein Biostandort

Nach gut einem Jahr Rot-Grün kommt der Ökolandbau in Niedersachsen nicht so recht voran. Das soll sich ändern - mit einem Aktionsplan von Agrarminister Christian Meyer.

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„Leider Schlusslicht“: Agrarminister Christian Meyer.

Quelle: Holger Hollemann

Hannover. Bei der ökologisch bewirtschafteten Fläche zum Beispiel sei Niedersachsen „leider immer noch Schlusslicht“, räumte Agrarminister Christian Meyer am Donnerstag in Hannover ein. Weniger als drei Prozent der Äcker werden biologisch bewirtschaftet. Im Bundesschnitt sind es nach den Worten des Grünen-Politikers dagegen mehr als sechs Prozent. Auch die Zahl der Biobetriebe ist zuletzt leicht zurückgegangen.

Das soll sich ändern. Der Agrarminister will der an Umwelt-, Natur- und Tierschutz ausgerichteten Landwirtschaft mit einem Aktionsprogramm Ökolandbau neuen Schub geben. Das Programm hat gestern der Niedersächsische Fachbeirat zur Förderung des ökologischen Landbaus vorgeschlagen. Dieser berät das Land seit 2002 und wurde im vergangenen Jahr neu ausgerichtet.

Die Stärkung des Ökolandbaus ist ein Kernanliegen des grünen Landwirtschaftsministers Meyer. Unter seiner Führung im Agrarministerium hat sich auch schon einiges getan. So hat Meyer die Prämien für Landwirte hochgeschraubt, die von konventioneller auf ­biologische Landwirtschaft umstellen wollen. Für den Umstieg gibt es von Meyer 364 Euro pro bewirtschaftetem Hektar, unter Schwarz-Gelb waren es 262 Euro gewesen. Auch Landwirte, die ihre Höfe für den Ökolandbau ­erhalten wollen, bekommen von der rot-grünen Landesregierung mehr Geld. Es sind von diesem Jahr an 234 statt vorher 137 Euro pro Hektar. Bei der Fläche mag Niedersachsen Schlusslicht sein, aber kein anderes Bundesland fördere den Ökolandbau so stark wie Niedersachsen, erklärte gestern der Agrarminister.

Was Meyer aber Sorgen macht: Die heimische Produktion von Bioprodukten stagniert, nach wie vor muss viel Fleisch, Getreide, Obst und Gemüse eingeführt werden - „etwa 40 bis 50 Prozent der Bioprodukte werden nach Niedersachsen importiert“, sagte Meyer gestern.

Den Import will er deutlich zurückfahren. „Die Saat ist gelegt“, findet der Grüne, etwa dadurch, dass im Haushalt 60 Prozent mehr landeseigenes Geld zur Verfügung gestellt wird - das sind 600 000 Euro. Der allergrößte Teil der milliardenschweren Agrarförderung kommt von der EU.

Neuen Schub soll Bio jetzt durch das Aktionsprogramm erhalten. Es bündelt die Hilfen für die Bauern und stockt sie auf. Außerdem empfiehlt der Beirat den Ausbau der universitären Forschung durch Einrichtung eines Lehrstuhls. „Niedersachsen betreibt zu wenig Bioforschung“, sagte gestern die Beiratsvorsitzende Carolin Grieshop. Nach ihren Worten soll der ökologische Landbau auch in der Ausbildung junger Landwirte verankert werden. Außerdem müssten Image und Vermarktung von Bio ausgebaut werden, zum Beispiel durch Biokantinen des Landes.

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