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„Wir sehen die Molkereien als Bündnispartner“

Agrarminister Meyer auf dem Milchgipfel „Wir sehen die Molkereien als Bündnispartner“

Viele Bauern stehen angesichts ruinös niedriger Milchpreise mit dem Rücken zur Wand. Niedersachsens grüner Agrarminister will daher die Molkereien als Partner bei der Suche nach Lösungen gewinnen. Ein erstes Krisentreffen endet mit einem Fingerzeig nach Brüssel.

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Agrarminister Christian Meyer spricht auf dem Milchkrisengipfel am Freitag in Hannover.

Quelle: dpa/ Holger Hollemann

Hannover. Draußen vor der Tür demonstrierten Landwirte mit einer Plastikkuh gegen die rasant gesunkenen Milchpreise: „Stoppt das Höfesterben – Mengen reduzieren statt Bauern ruinieren“, stand auf Plakaten. Drinnen im Landwirtschaftsministerium suchte derweil Minister Christian Meyer (Grüne) bei einem „Milchgipfel“ nach einer Lösung. Er hatte 19 Vertreter niedersächsischer Molkereien und Liefergenossenschaften nach Hannover geladen; das mehr als zweistündige Gespräch bezeichneten die Beteiligten anschließend als „sehr konstruktiv“. Die Erwartungen mancher Demonstranten erfüllten sich indes nicht. „Eine Insellösung des Landes wird es nicht geben“, verkündete Meyer.

Die Milchkrise trifft das Agrarland Niedersachsen besonders hart. Das Land liegt mit rund sieben Millionen Tonnen produzierter Milch pro Jahr auf Platz zwei hinter Bayern. Seit Monaten klagen die Erzeuger über die rasant sinkenden Preise, die sie erzielen. Viele geben den Molkereien die Schuld, die wiederum verweisen auf das Überangebot auf dem Weltmarkt, das Russland-Embargo und den Preisdruck der Discounter. „Wir werden den Lieferanten für Mai noch weniger zahlen können als im April“, heißt es beim Marktführer Deutsche Milchkontor (DMK) in Zeven.

„Das Problem ist ein internationales“

Zuletzt hatten die Landwirte dort 23,8 Cent pro Liter bekommen, bundesweit sieht es ähnlich aus. „Das Problem ist ein internationales“, sagte DMK-Vorstand Thomas Stürtz nach dem Gespräch in Hannover. Die Chancen auf eine EU-weite Mengenbeschränkung, bei der die Landwirte mit Ausgleichszahlungen entschädigt würden, sehe er skeptisch: „Holland, Irland und Skandinavien wollen gar keine Reduzierung.“

Einig waren sich die Teilnehmer, dass dem für viele Bauern existenzgefährdenden Sinkflug des Milchpreises mit einer Verringerung des Angebots begegnet werden muss. Die Landwirte reagierten in letzter Zeit selbst marktregulierend, wenn auch verspätet, meinte Stürtz: „Sie liefern 4 Prozent weniger Milch als vor einem Jahr.“
Meyer plädierte für zeitweise Mengenbeschränkungen mit Ausgleichszahlungen für die Bauern und meinte: „Wir sehen die Molkereien als Bündnispartner.“ Mit Blick auf den bevorstehenden Milchgipfel in Berlin am 30. Mai sagte er: „Eine Förderung mit der Gießkanne bringt nichts.“ Das betreffe etwa den Plan von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), alle Landwirte bei der Unfallversicherung zu entlasten.

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